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Waren im Supermarkt

Warum wir so unersättlich sind

Die Finanzkrise ist nicht zuletzt durch die Gier von Finanzmanagern verursacht worden. Doch unterscheidet sich ihr Verhalten prinzipiell von durchschnittlichen Konsumenten, die immer nach Neuem verlangen? Nein, meint der Soziologe Christoph Deutschmann und sieht in der Wachstumslogik der Wirtschaft und im Charakter des Geldes die Ursachen.

Soziologie 02.03.2012

Ausschnitt aus einer Programmseite des Vergnügungsetablissements "Somossy Mulató" aus den 1890ern. In: Országos Széchényi Könyvtár (OSZK), Budapest.

Der Skandal des Budapester Orpheums

Ende des 19. Jahrhunderts war Budapest eine europäische Hauptstadt der Unterhaltung. In sogenannten Orpheen begeisterten v.a. jüdische Sänger und Komiker ihr Publikum und brachen dabei so manche Tabus der "besseren Gesellschaft". Ihr eigentlicher "Skandal" beruhte aber auf etwas anderem.

Kulturwissenschaft 12.12.2011

Sultan Mehmed V. Reşad V. und Kaiser Franz-Joseph gemeinsam auf einer Postkarte als Motiv

Als die Türken Freunde waren

Das Verhältnis von Türkei und Österreich ist historisch belastet. Im Gedächtnis sind hierzulande in erster Linie die zwei Belagerungen von 1529 und 1683 verankert. Es gab aber eine kurze Phase, in der Türken plötzlich zu "Freunden" wurden: im Ersten Weltkrieg, als sich das Osmanische Reich mit Österreich-Ungarn verbündete.

Geschichte 05.12.2011

Exekution von Robbespierre und seinen Gefolgsleuten als "Verschwörer gegen die Freiheit und Gleichheit" 1794

Terror: Ein ambivalentes Prinzip

Bei "Terroristen" denken wir heute in erster Linie an junge Menschen, zumeist Männer, die ihren Glauben oder ihre Überzeugungen mit Gewalt durchsetzen wollen. Doch Terror ist ein uraltes Prinzip, das in Religion, im Gesetz, im Theater und anderen Bereichen sehr ambivalent regiert hat, wie der Literaturwissenschaftler Arata Takeda erinnert.

Kulturwissenschaften 14.11.2011

ein Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht

Die Verteidiger der Schmerzen

Mit vorbeugendem Lebensstil und medizinischer Behandlung versuchen wir heute, Schmerzen so gut es geht zu vermeiden. Dieser "Anti-Schmerz-Konsens" ist historisch aber relativ jung. Mit der Revolution der Medizin im 19. Jahrhundert fanden sich im Gefolge von Friedrich Nietzsche auch zahlreiche "Verteidiger des Schmerzes".

Kulturwissenschaft 07.11.2011

Eine Frau flüstern einem Mann etwas ins Ohr

Offene und andere Geheimnisse

Was ist öffentlich, was privat oder geheim? Diese Grenzziehungen sind nicht erst seit unserem Zeitalter digitaler Daten brisant. Ein Biotop, in dem Geheimnisse besonders blühten, war der Hof der spanischen Habsburger. Wie diese Geheimnisse das politische und private Leben prägten, hat der Hofdichter Calderón eindringlich beschrieben.

Kulturwissenschaft 24.10.2011

Eine Frau telefoniert, während sie neben einem Koffer hockt

Warteräume als soziale Oberflächen

Foyers von Hotels, die Warteräume von Bahnhöfen und Flughäfen: Orte wie diese erscheinen wie Vorräume zum eigentlichen Geschehen. Sie sind aber alles andere als nichtssagend, findet die Kunsthistorikerin Monika Wagner. Aussehen, Einrichtung und Nutzung machen diese Räume zu "sozialen Oberflächen", schreibt sie in einem Gastbeitrag.

Kunstgeschichte 10.10.2011

Deutsche Kriegsgefangene tragen verwundete britische Soldaten an der Westfront des Ersten Weltkriegs, 1916 bei der Schlacht an der Somme .

Im Osten und im Inneren viel Neues

Dank der Öffnung von Archiven und neuen Dokumenten bewerten Historiker den Ersten Weltkrieg zunehmend neu. Speziell der Osten und die "innere Front" der kriegsführenden Länder sind in den Blickpunkt gerückt. Der Weltkrieg, so die Experten, war der erste, der die gesamte Gesellschaft durchdrungen und damit auch neue Feindbilder geschaffen hat.

Geschichte 07.10.2011

Ein nachdenklicher Mann

Induktion statt Individuum

Edgar Zilsel war Philosoph, Physiker und Austromarxist im Umfeld des Wiener Kreises. Da er sich mit den sozialen Bedingungen beschäftigte, die zum Wissen und zur Wissenschaft der Neuzeit führten, gelangte er zur Methode der Induktion: dem Schluss von einer Vielzahl an Einzelfällen auf eine allgemeine Theorie.

Wissenschaftstheorie 27.06.2011

Ein Zombie des Vodu

"Voodoo ist Aufarbeitung der Sklaverei"

Körper in Trance, aggressives Trommeln, eine Prozession der Lebenden mit den Toten: Manche Praktiken des Voodoo sind für westlich geschulte Augen schwer zu durchschauen. Für viele verarmte Karibikbewohner sind sie aber bis heute wichtig. Einerseits um ihren Alltag besser zu bewältigen, andererseits wird in den Riten an die Gewalt der Sklaverei erinnert.

Kulturwissenschaften 17.06.2011

"Gilbert & George" stecken sich gegenseitig den Zeigefinger in den Mund.

"Kunst ist die Erweiterung des Atemvolumens"

"Künstler sind Forscher", sagt Helmut Lethen, der Direktor des Wiener Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK). Die Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft will er dennoch nicht entfernen: "Sonst wird es langweilig."

Grenzgänge 08.06.2011

ein punkt und noch drei punkte

Vom Punkt zu den drei Pünktchen ...

Philosophen machen üblicherweise gerne einen Punkt: Sie klären Begriffe, machen Aussagen, ziehen Schlüsse, Punkt. Ihr Werkzeug ist die Sprache. Doch nicht nur Wörter, sondern bereits Satzzeichen können philosophische Grundsätze entscheiden. Der Schweizer Philosophin Christine Abbt haben es besonders die Auslassungspunkte angetan ...

Philosophie 27.05.2011

Frauenlob in der großen Heidelberger Liederhandschrift

Vor 700 Jahren: Literatur trifft Wissenschaft

Um 1300 entstand der "Marienleich": ein 20-strophiges Lobesgedicht auf die Gottesmutter Maria, das lange Zeit als verrückt und völlig unverständlich galt. Erst vor wenigen Jahren wurde sein Schöpfer, Heinrich von Meißen ("Frauenlob") von der Germanistik rehabilitiert - völlig zu Recht, wie die Germanistin Michaela Wiesinger in einem Gastbeitrag schreibt.

Germanistik 20.05.2011

Der Stephansdom in Wien

Wien - ein Labor für moderne Gefühle

Hat die Moderne die Welt "entzaubert" und mit Hilfe der Wissenschaften zu einem Ort gemacht, an dem mehr die Vernunft als die Gefühle zählen? Die deutsche Historikerin Ute Frevert glaubt das nicht. Speziell in Großstädten bildeten sich neue, moderne Leidenschaften in Politik und Kultur - allen voran im "Experimentierraum Wien".

Geschichte 20.05.2011

Logo des IFK

Wiener IFK dockt an Kunstuni Linz an

Das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien wird an die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz angebunden. Das gab Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Rektor der Kunstuni Linz, Reinhard Kannonier, und IFK-Direktor Helmut Lethen bekannt.

Forschungspolitik 11.05.2011