Zika-Impfung in Sicht?

Wegen der Zika-Epidemie wurde im Februar sogar der globale Gesundheitsnotstand erklärt. Forscher suchen intensiv nach Wegen, die Krankheit zu heilen oder gar zu verhindern. Nun wurden erstmals zwei Impfstoffe erfolgreich an Mäusen getestet - ein erster Schritt zur Zika-Impfung.

Bekannt ist das in der Regel von Mücken übertragene Zika-Virus seit 70 Jahren. Aber erst im vergangenen Jahr wurde im deutlicher, dass das Virus nicht ganz so harmlos ist wie zuvor vermutet. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass Zika Schädelfehlbildungen bei Ungeborenen verursachen kann. Außerdem kann das Virus das Guillain-Barre-Syndrom, eine schwere Nervenkrankheit, auslösen.

Zika ist bisher in etwa 60 Ländern nachgewiesen worden. Besonders betroffen sind Länder in Mittel- und Südamerika. Wegen des gehäuften Auftretens hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar 2016 den „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ ausgerufen.

Suche nach Impfstoff

Bis jetzt kann man lediglich bestimmte Verhaltensregeln befolgen, um eine Ansteckung möglichst zu vermeiden. Eine Heilung oder gar einen Schutz vor der Infektion gibt es nicht. Aber es wird fieberhaft daran gearbeitet.

Eine heute in „Nature“ vorgestellte präklinische Studie gibt nun Anlass zu Hoffnung. Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center und dem Walter Reed Army Institute of Research haben zwei Kandidaten für einen Impfstoff an Mäusen getestet.

Forscher am Mikroskop
WRAIR

Der eine ist ein sogenannter DNA-Impfstoff auf Basis eines Zika-Stammes aus Brasilien, der andere wurde aus einem gereinigten inaktiven Zika-Stamm aus Puerto Rico gewonnen. Beide Versuchsreihen verliefen erfolgreich.

Einmalige Immunisierung

Alle Mäuse waren vier Wochen nach der Impfung vor einer Neuansteckung geschützt. Eine zweite geimpfte Mäusegruppe war auch nach acht Wochen noch immun. Eine einmalige Immunisierung mit einem der beiden Impfstoffe hatte dafür ausgereicht.

Die Forscher konnten zudem nachweisen, dass die Immunisierung tatsächlich auf die durch die Impfung gebildeten Antikörper zurückzuführen ist. Noch in diesem Jahr sollen die ersten klinischen Versuchsreihen mit Menschen starten.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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