Prometheus, der kleine Frosch

In der griechischen Mythologie brachte Prometheus den Menschen Feuer und Kultur. Nach Prometheus haben Forscher nun eine neu entdeckte Froschart benannt - dabei aber nicht an den griechischen Gott gedacht.

Gefährlich und mächtig sieht er nicht aus. Mit Feuer hat er auch wenig gemein. Der zwei bis drei Zentimeter kleine Frosch, dessen Art gerade erst in Ecuador entdeckt wurde, ist eher unscheinbar.

Mit vollem Namen nennt sich die neue Art stolz Pristimantis prometeii und wird zur Gruppe der Terrarana gezählt. Diese sehr artenreiche Gruppe legt ihre Eier an Land ab. Die Jungfrösche schlüpfen direkt, ohne ein Larvenstadium im Wasser zu durchleben. Die Gattung Pristimantis umfasst über 470 beschriebene Arten – mehr als jede andere Wirbeltiergattung.

Die neue Froschart, die nach Prometheus benannt wurde, sitzt auf einem Blatt
Dan Cogalniceanu
Pristimantis prometeii auf einem Blatt

Ein internationales Forscherteam um Paul Szekely von der rumänischen Ovidius University hat die Froschart in Zusammenarbeit mit verschiedenen ecuadorianischen Universitäten sowie der staatlichen Initiative „Prometeo" nun erstmals in einer Studie beschrieben. Der mächtige Name kommt also weniger von seiner Ähnlichkeit zum griechischen Titan, sondern wurde ganz sachlich nach einem Forschungsprojekt benannt.

Der kleine Regenfrosch ist nicht nur harmlos, sondern auch ein eher schüchterner Typ: Die Tage verbringt er damit sich in Blütenblättern zu verstecken. Nachts hockt Prometheus am liebsten auf Blättern in geringer Höhe, im dichten Nebel der Wälder. Bisher wurde er ausschließlich im Gebiet des Naturreservats Buenaventura im Südwesten von Ecuador in einer Höhe von 878 bis 1082 Metern gesichtet.

science.ORF.at

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