Aufregung um Zika vor Olympia

Morgen fangen die Olympischen Spiele in Rio an, in den letzten Monaten war Brasilien allerdings vor allem wegen des Zika-Virus in den Medien - der Erreger kann zu Fehlbildungen bei Embryos führen und eine Nervenkrankheit auslösen. Wie gefährlich ist Zika wirklich? Ein Faktencheck.

Noch im Mai haben 151 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation WHO gefordert, man solle die Olympischen Spiele von Rio wegen Zika verschieben. Doch die WHO gibt sich überzeugt: Durch die Olympischen Spiele werde sich das Virus nicht schneller ausbreiten. Sollte man sich sorgen, dass die Zika-Epidemie nach Europa oder Österreich kommt?

Nein, auf jeden Fall nicht wegen der Olympischen Spiele, sagt etwa der Tropenmediziner Herwig Kollaritsch. Auch in Brasilien selbst gibt es derzeit immer weniger neue Zika-Fälle. Das hat unter anderem damit zu tun, dass es in vielen Teilen Brasiliens im Juli und August weniger regnet. Dann gibt es weniger Wasserlacken, wo sich Stechmücken - die Übeträger des Virus - vermehren können.

Was Österreich angeht, ist das Risiko einer Zika-Epidemiebei nahezu null, meint die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Vor allem, weil es bei uns die Gelsen, die Zika übertragen, nicht oder kaum gibt. Das sind dieselben Stechmücken, die auch Krankheiten wie Dengue oder Gelbfieber übertragen, also eher in tropischen Gebieten zu Hause sind.

Aber das Virus wird nicht nur von Mücken verbreitet, sondern ist auch sexuell übertragbar, oder?

Ja - deswegen sollte unbedingt jeder, der in ein Risikogebiet fährt, Kondome verwenden. Auch noch nach der Reise, denn man ist eine Zeit lang noch möglicher Überträger, vor allem Männer, weil sich das Virus in der Samenflüssigkeit lange hält. Ärzte raten: Man sollte circa drei Monate nur geschützten Sex haben. Und wenn ein Mann tatsächlich erkrankt ist – was in den meisten Fällen einfach einer Grippe ähnelt – dann sollte dieser besser ein halbes Jahr warten, um auf der sicheren Seite zu sein. Bei Frauen empfiehlt man, zwei Menstruationszyklen abzuwarten.

Wenn man als Fan oder einfach als Tourist nach Brasilien fährt: Worauf muss man noch aufpassen?

Schwangere Frauen sollten gar nicht in Risikogebiete reisen, das ist die Empfehlung. Ansonsten: Antimückensprays, Moskitonetze und - wie erwähnt - Kondome verwenden.

Isabella Ferenci, Gudrun Stindl, Ö1 Wissenschaft

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