Pionierin der Dunklen Materie gestorben

Die US-Astronomin Vera Rubin ist tot. Sie sagte die Existenz Dunkler Materie voraus - und bescherte ihrem Fach damit ein großes Mysterium. Sie starb am 25. Dezember im Alter von 88 Jahren in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey.

Rubin sei ein „nationaler Schatz“ und ein Vorbild für junge Wissenschaftler, sagte der Präsident der Carnegie Carnegie Institution for Science, Matthew Scott.

Rubin hatte an dem Institut im Jahr 1965 eine Stelle in der Abteilung für Erdmagnetismus angetreten. Sie begann sich schnell für die Bewegung der Galaxien und ihre Rotation zu interessieren. 1965 war sie die erste Frau, die Zutritt zum Palomar-Observatorium in Kalifornien bekam.

Rätselhafte Sternbewegungen

Im Zuge ihrer Forschungen mit ihrem Kollegen Kent Ford stellte Rubin fest, dass innerhalb der von ihr beobachteten Galaxien die Bewegung der Sterne nicht den Kepler’schen Gesetzen folgte. Daraus leitete Rubin die Existenz einer unsichtbaren Masse ab, die heute Dunkle Materie genannt wird.

Bilanzrechnungen zufolge gibt es im Universum fünf Mal mehr Dunkle Materie als sichtbare. Direkt nachgewiesen wurde diese Form der Materie bislang nicht. Auch ist nach wie vor unklar, aus welchen Teilchen sie besteht - der Fall bleibt bis auf Weiteres rätselhaft.

Vera Rubin in den 1970er Jahren
APA/AFP/CARNEGIE INSTITUTION OF WASHINGT/HO
Vera Rubin in den frühen 1970er Jahren bei der Vermessung einer Galaxie

Die US-Wissenschaftlerin galt auch als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen in der Wissenschaft, da ihr der renommierte Astronomie-Fachbereich der Universität Princeton, der nur Männer akzeptierte, einen Studienplatz verwehrt hatte.

Nach ihrem Studium an der Cornell-Universität promovierte sie an der Georgetown-Universität. 1993 wurde Rubin vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton mit der National Medal of Science für ihre „bahnbrechenden Forschungsprogramme in beobachtender Kosmologie“ geehrt.

science.ORF.at/APA/AFP

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