Großteil der Primaten vom Aussterben bedroht

Rund 500 Arten von Primaten gibt es weltweit. 60 Prozent von ihnen sind vom Aussterben bedroht, wenn nichts zu ihrem Schutz unternommen wird. Davor warnen nun führende Primatenforscher.

Anhand von Studien, Datenbanken der Vereinten Nationen und der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN haben sie den Ist-Zustand der Tiere erfasst.

Die größte Bedrohung für diese Arten ist die zunehmende Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, gefolgt von Rodung und Weideviehhaltung, wie das Team um den Anthropologen Paul Garber von der University of Illinois in einer Studie berichtet.

Auch Jagd und illegaler Tierhandel setzen den Beständen zu, ebenso Bergbau und Straßenbau.

Abholzung auf Sumatra
W. F. Laurance
Abholzung auf der Insel Sumatra

„Die Bestände von mehreren Arten von Lemuren, Affen und Menschenaffen sind auf wenige Tausend Tiere gesunken“, so Garber in einer Aussendung. „Im Falle des Hainan Gibbon, einer Affenart in China, sind weniger als 30 Tiere übrig.“

Vier Länder beherbergen zwei Drittel aller weltweit vorkommenden Primatenarten: Brasilien, Indonesien, Madagaskar und die Demokratische Republik Kongo. Diese Regionen seien daher die offensichtlichen Ziele für Maßnahmen, um den Rückgang dieser Spezies aufzuhalten.

Goldenes Löwenäffchen in Rio de Janeiro
Conservation International/ Russell A. Mittermeier
Goldenes Löwenäffchen in Brasilien

Primaten liefern wertvolle Einblicke in die menschliche Evolution und spielen eine wichtige Rolle in den Ökosystemen, in denen sie leben. Um sie vor dem Aussterben zu bewahren, müsse insbesondere auch Armut bekämpft werden, betonen die Studienautoren.

Die Lebensräume dieser Spezies überlappen sich meistens mit einkommensschwachen Regionen mit stark wachsender Bevölkerung. „Wirtschaften zu entwickeln, die auf dem Schutz der Wälder und ihrer Bewohner basieren, Frauen besser zu unterrichten: Das wäre ein Beginn von Schutzmaßnahmen für die Tiere“, meint Garber.

science.ORF.at/APA/sda

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