Konnte dieser Dino fliegen?

Ein neuer Fossilfund begeistert Paläontologen: Der in Nordostchina entdeckte Dinosaurier ähnelte dem „Urvogel“ Archaeopteryx und besaß - wie sein prominenter Verwandter - bereits moderne Federn. Ob er damit fliegen konnte, ist unklar.

Wie das Forscherteam um Michael Pittman von der Universität Hongkong betont, war der vögelähnliche Dinosaurier mit asymmetrischen Federn ausgestattet. Solche Federn sind bis heute bei Vögeln üblich und gelten als wichtige Neuerung in der Evolution der Flugtiere.

Die Fossilien des etwa ein Meter langen Tiers mit dem wissenschaftlichen Namen „Jianianhualong tengi“ wurden im Westen der Provinz Liaoning entdeckt. Das Tier lebte in der frühen Kreidezeit vor 100 bis 145 Millionen Jahren.

Rekonstruktion des gefiederten Sauriers "Jianianhualong tengi"
Julius T. Csotonyi 2017 / Xu, Currie, Pittman et al. 2017
Rekonstruktion: So könnte „Jianianhualong tengi“ ausgesehen haben

Das Gefieder der neuen Art ähnelt jener des „Urvogels“ Archaeopteryx, mit großen Federn an Armen und Beinen und wedelartigen Federn am Schwanz. Der Fund bestätigt, dass solche Federn unter vogelähnlichen Sauriern weit verbreitet war.

Urzeitllicher „Fasan“

Von dem Dinosaurier, dessen Körperbau an das Haushuhn oder den Fasan erinnert, werden wichtige Aufschlüsse über die Ursprünge der Vögel erhofft. Ob er fliegen konnte, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar.

Das Federkleid deutet jedenfalls darauf hin, dass schon die gemeinsamen Vorfahren von Vögeln und Dinosauriern fortgeschrittene aerodynamische Eigenschaften besaßen. Auch ermöglicht der Fund Erkenntnisse über die Evolution von asymmetrischen Federn, die aus schmaler Außenfahne und breiterer Innenfahne bestehen.

Bis in die 90er Jahre waren Federn bei Dinosauriern nicht bekannt, weil nur Knochen oder Zähne versteinerten, während weichere Teile wie Haare und Federn verschwanden. Die chinesische Provinz Liaoning gehört zu den wichtigsten Fundorten für Dinosaurier-Fossilien weltweit, weil in den dortigen feinen Ablagerungen von Aschewolken und durch eine schnelle Einbettung toter Tiere viele kleine Einzelheiten bewahrt blieben.

science.ORF.at/dpa

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