Seit 1950 gibt es weniger Schnee

In Österreich fällt weniger Schnee. Seit 1950 haben die Schneehöhen und die Dauer der Schneebedeckung in den meisten Regionen abgenommen, heißt es in einer neuen Studie.

Neben diesem langfristigen Trend gibt es aber starke regionale und saisonale Schwankungen. Allgemeine Vorhersagen für den Wintersport der nächsten Jahre seien daher kaum machbar, heißt es in einer Aussendung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. Gemeinsam mit der Universität Graz hat sie im Projekt „Snowpat“die Entwicklung der Schneelage in Österreich von 1950 bis 2017 untersucht.

Langfristig sei zu erwarten, dass in einem immer wärmeren Klima die Zahl der Tage mit Schneedecke und die Schneehöhen weiter abnehmen. Das gelte besonders für tiefe und mittlere Höhenlagen, da es hier durch die Klimaerwärmung immer öfter regnet statt schneit und gefallener Schnee schneller wieder schmilzt.

Nur im Nordosten schneit es mehr

Eine allgemeine Aussage für den Skitourismus der nächsten Jahre lasse sich aus den Untersuchungen nicht ableiten, so ZAMG-Klimaforscher Marc Olefs. „Die Schwankungen der Schneelage sind selbst über mehrere Jahre sehr groß. Auf einige schneearme Winter können durchaus einige sehr schneereiche Winter folgen. Außerdem wirkt sich die Klimaerwärmung je nach Lage und Seehöhe der Skigebiete sehr unterschiedlich aus.“

Schneehöhen von fünf Messstationen
ZAMG
Schneehöhen von fünf Messstationen um 1.000 Höhenmeter

Für „Snowpat“ haben die Forscher Schneemessreihen aus den Jahren 1950 bis 2017 von 15 Standorten ausgewertet, die für die jeweiligen Regionen repräsentativ sind. Zwölf von ihnen zeigten über den gesamten Zeitraum eine deutliche Abnahme der mittleren und maximalen Schneehöhen sowie der Schneedeckendauer. Das gilt für alle Höhenlagen und alle Regionen mit Ausnahme der von Ober- und Niederösterreich sowie Teilen des Burgenlands. In diesen Regionen hat der Niederschlag aufgrund vermehrter Nord- und Nordwestwetterlagen zwischen 1995 und 2005 zugenommen.

Weniger Schnee vor allem bis 1.500 Meter

Vorhersagen für zukünftige Schneefälle sind laut den Forschern vor allem in Höhenlagen sinnvoll, in denen ein direkter Zusammenhang mit der Temperatur besteht. Denn die Temperatur gilt als zuverlässigster Parameter der Klimamodelle, die eine weitere Erwärmung des Alpenraums bis Mitte des Jahrhunderts erwarten lassen.

Da insbesondere in Höhenlagen unter etwa 1.500 Metern ein starker Zusammenhang zwischen Temperatur und Schneedecke besteht, ist davon auszugehen, dass langfristig die Schneedecke in tiefen und mittleren Lagen weiter abnimmt. Denn hier wird es in Zukunft immer öfter regnen statt schneien, und gefallener Schnee schmilzt schneller wieder. Im Hochgebirge könnte es hingegen bis 2050 sogar mehr schneien als bisher.

Temperaturen steigen

Die Wintertemperatur in Österreich hat in den vergangenen Jahren das höchste Niveau der 250-jährigen Messgeschichte erreicht. Seit den 1930er Jahren stieg sie um etwa 0,25 Grad pro Jahrzehnt. In den Niederungen kamen die vier wärmsten Winter der Messgeschichte in den vergangenen 20 Jahren vor, auf den Bergen waren es in den letzten 30 Jahren die sieben wärmsten Winter. Seit 1964 kam im Tiefland kein einziger Winter unter die 50 kältesten, auf den Bergen lediglich der Winter 2011/2012.

science.ORF.at

Mehr zu dem Thema: