Künstliche Intelligenz revolutioniert die Astronomie

2.500 Lichtjahre von der Erde entfernt existiert ein Planetensystem, das dem unsrigen sehr ähnlich ist: eine Sonne, umkreist von acht Planeten. Bemerkenswert sind auch die Begleitumstände der Entdeckung: Sie gelang erstmals unter Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Der Stern Kepler-90, das Zentralgestirn des Planetensystems, war schon länger bekannt. Den achten Planeten in diesem System, Kepler-90i, haben die Forscher nun mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler ausgemacht:

Er weist durchaus Ähnlichkeiten zur Erde auf, allerdings ist er seiner Sonne viel näher - ein Jahr, also ein kompletter Umlauf, dauert auf Kepler-90i bloß 14 Erdentage. Und es ist dort auch ziemlich heiß, 400 Grad Celsius beträgt die Temperatur auf seiner Oberfläche.

Sonnensystem mit acht Planeten
NASA/Wendy Stenzel
Acht Planeten umkreisen Kepler-90: innen Gesteinsplaneten, außen Gasriesen - wie bei unserem Planetensystem

Die Maschinenintelligenz, die den Forschern bei ihrer Arbeit unter die Arme griff, stammt von Google. Sie hat 14 Milliarden Einträge in der Datenbank des Kepler-Teleskops durchforstet. Das entspricht nach Angabe der Forscher etwa zwei Billiarden möglichen Planeten-Umlaufbahnen.

Programm forscht selbständig

„Das ist eine aufregende Entdeckung - wir werten das als Machbarkeitsbeweis für den Einsatz neuronaler Netzwerke bei der Suche nach Planeten. Der Ansatz funktioniert auch dann, wenn die verfügbaren Signale sehr schwach sind“, sagt Christopher Shallue, Software-Ingenieur bei Google AI in Mountain View, Kalifornien.

Künstliche neuronale Netzwerke funktionieren so ähnlich wie das menschliche Gehirn. Sie lernen selbständig anhand von Beispielen - in diesem Fall erkannte die Software, welche Signale von Planeten stammen und welche nicht. Angesichts der riesigen Datenmenge, die das Kepler-Teleskop angesammelt hat, ist das ein bedeutender Fortschritt.

Die Daten „von Hand“ zu klassifizieren würde wohl mehrere Forscherkarrieren verbrauchen. Weitere Entdeckungen mit Hilfe Künstlicher Intelligenzen sind zu erwarten.

science.ORF.at

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