Fossil einer Riesenfledermaus entdeckt

Etwa 40 Gramm schwer und damit zumindest unter den grabenden Fledermäusen ein Gigant: Auf Neuseelands Südinsel ist das Fossil einer Millionen Jahre alten und mittlerweile ausgestorbenen Riesenfledermaus entdeckt worden.

Zähne und Knochen des Tieres, das fliegen und auch auf allen vieren nach Futter suchen konnte, seien aus 16 bis 19 Millionen Jahre alten Bodensedimenten nahe dem Ort St. Bathans geborgen worden, berichten die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

Grabende Fledermäuse nur in Neuseeland

Mit dem geschätzten Gewicht sei sie die größte bekannte grabende Fledermaus und dreimal größer als durchschnittliche Exemplare, hieß es von der University of Salford im britischen Manchester, die an der Expedition beteiligt war. Der Fund unterstreiche die Artenvielfalt, die im urzeitlichen Neuseeland und gerade in der Gegend um St. Bathans sowie um den prähistorischen See Manuherikia in damals subtropischem Klima geherrscht habe.

Grabende Fledermäuse existieren heutzutage nur noch in Neuseeland. Das fossile Exemplar gehörte zu einer Gruppe von Fledermäusen, die einst in einem Raum vom südlichen Australien und Neuseeland bis hin nach Südamerika und möglicherweise auch in der Antarktis vorkamen, wie die University of Salford erklärt.

Illustration einer //Mystacina robusta//: einer anderen Art grabender Fledermäuse, die in den 1960er Jahren auf Neuseeland ausgestorben ist
Gavin Mouldey.
Illustration einer Mystacina robusta: einer anderen Art grabender Fledermäuse, die in den 1960er Jahren auf Neuseeland ausstarb

Diese Gebiete hätten vor etwa 50 Millionen Jahren zum Großkontinent Gondwana gehört. Nach dessen Auseinanderbrechen und im Zuge kühlerer Temperaturen seien die Fledermäuse in Australien und Neuseeland von denen in Südamerika getrennt worden.

Die nun entdeckte Art wurde Vulcanops jennyworthyae genannt - nach dem Teammitglied Jenny Worthy, die das Fossil fand, sowie dem historischen „Vulkan“-Hotel in St. Bathans und nach Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers. Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und den USA hatten an den Ausgrabungen teilgenommen.

„Diese merkwürdige fossile Fledermaus ist völlig anders als die Fledermäuse, die heutzutage in Neuseeland leben“, sagte Robin Beck von der University of Salford. „Das zeigt, dass uns ein großer Teil ihrer Evolutionsgeschichte fehlt - ich glaube, wir können in Zukunft noch mehr Überraschungen von diesem Fundort erwarten“.

science.ORF.at/APA/AFP

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