Ethik-Debatte nach Klonerfolg mit Affen

Nachdem chinesische Forscher zwei Affen geklont haben, hat sich eine ethische Debatte entwickelt – denn mit der verwendeten Methode könnte man auch Menschen klonen.

Rund 22 Jahre nach der Geburt des Klonschafs Dolly hatten chinesische Forscher erstmals mit derselben Methode Affen geklont. Zwei Javaneraffen waren acht und sechs Wochen nach der Geburt gesund, hatte ein Team der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Shanghai am Mittwoch berichtet. Obwohl die bei Dolly verwendete Technik bei über 20 Tierarten wie Kühen, Schweinen und Hunden gelang, waren Forscher mit der Methode bisher an Affen gescheitert.

Der Experte Wang Yue von der Universität Peking forderte, die gesetzlichen Vorschriften in China an die neuen Möglichkeiten anzupassen. Missbrauch müsse verhindert werden. Es gebe Sorgen, ob die Technologie auch zum Klonen von Menschen benutzt werden könnte.

Die beiden Klonaffen
Chinese Acadamy of Sciences
Die beiden Klonaffen

“Neue Gesetze“

„Das Parlament muss ein Gesetz und betreffende Regeln entwerfen, um den Anforderungen der Zeit zu entsprechen“, schrieb der Experte in einem Beitrag für die Tageszeitung „China Daily“. „Technologie ist neutral, aber wir brauchen ein spezifisches Gesetz, um zu verhindern, dass Interessengruppen die Technologie missbrauchen.“

Der Ko-Autor des Artikels, Pu Muming von Chinas Akademie der Wissenschaften, betonte, der Zweck der Forschung sei nicht, Menschen zu klonen. Mit dem Durchbruch würden aber „die technischen Hürden für das Klonen von Menschen ausgeräumt“, zitierte ihn die Website der Zeitung „Zhongguo Qingnianbao“. Doch hätten die Wissenschaftler nicht vor, das Klonen von Menschen zu studieren. „Es gibt keine Pläne für das Klonen von Menschen.“

Warnung vor Tierleid

Aber schon das Klonen von Tieren ist in der Forscherwelt umstritten. Der Direktor des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen, Stefan Treue, etwa hält das Klonverfahren noch für unzuverlässig. Die Forscher wüssten noch nicht, ob die entstehenden Tiere wirklich gesund seien, sagte Treue im Deutschlandfunk.

Es gebe Hinweise zum Beispiel aus den Versuchen mit Schafen, dass es möglicherweise später im Leben zu Problemen bei den Tieren kommen könne. Daher wäre die Methode im Moment „so noch nicht praktisch anwendbar“, sagte Treue. Zugleich äußerte er ethische Bedenken. Das Leiden, das mit solchen Methoden bei den Tieren womöglich erzeugt werde, dürfe nicht ignoriert werden.

science.ORF.at/APA/dpa/AFP

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