Drei Mondphänomene auf einmal

Der Mond zeigt sich heute gleich dreimal von einer besonderen Seite: als Supermond, als „Blue Moon“ sowie als Mondfinsternis. Eine Kombination dieser Phänomene gab es zuletzt vor 35 Jahren. Die Mondfinsternis ist allerdings in Österreich nicht zu sehen.

„Es ist eine kleine Kuriosität, dass wir das alles auf einmal haben“, sagte die deutsche Astronomin Carolin Liefke. Ihr zufolge fielen alle drei Ereignisse zuletzt am 30. Dezember 1982 auf einen Tag. Das nächste Mal werde es am 31. Januar 2037 so weit sein.

Wo der Mond zu sehen ist

Sichtbar wird der Mond heute vor allem östlich von Salzburg sein - sofern der Hochnebel Himmelsbeobachtern keinen Strich durch die Rechnung macht. Die besten Chancen bestehen laut der ORF-Wetterredaktion in der Obersteiermark und in Oberösterreich sowie in Teilen Niederösterreichs, etwa im Mostviertel. In Osttirol und Kärnten, abseits des Klagenfurter Beckens, wird der Himmel ebenfalls für einige Zeit klar sein. Auch in Wien sieht es laut neuesten Entwicklungen nicht schlecht aus, der Hochnebel lichtet sich in der Bundeshauptstadt schneller als erwartet.

Supermond: Nah wie nie

Wenn der Punkt, an dem Mond und Erdbahn besonders nah beieinander stehen, genau zum Vollmond getroffen wird, gibt es den Supermond. „Der Vollmond erscheint dann vergleichsweise groß“, sagte Liefke.

Dieses Phänomen tritt alle 14 Monate auf. Der Abstand beträgt dann nur etwa 360.000 Kilometer, zum Vergleich: Im Mittel liegt die Distanz Mond - Erde bei 384.000 Kilometern. Das liegt an der Bahn, auf der der Mond um die Erde kreist. Diese ist nämlich nicht genau rund.

Vollmond am Himmel
APA/KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Der Supermond ist ein besonders großer Vollmond

Seine maximale Ausdehnung hatte der Vollmond bereits am 2. Jänner 2018. „So gesehen kann man diesen Vollmond nur mehr als schwachen Supermond bezeichnen“, betonte Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). „Der Begriff ist eigentlich in der Astronomie unüblich, er stammt ursprünglich aus der Astrologie.“

Nachlese

Einen Text zum Thema hat auch die WAA veröffentlicht: „Vollmond am 31. Jänner 2018 - Astronomische Klarstellungen“.

Der „Blue Moon“ ist nicht blau

Der Begriff „Blue Moon“ kommt aus dem Amerikanischen, seine Herkunft ist nicht zweifelsfrei geklärt. Laut dem Online Etymology Dictionary stammt die Formulierung aus dem Stück „Rede Me and Be Not Wroth“ aus dem Jahr 1528: „Yf they say the mone is blewe / We must believe that it is true.“

Gemeint ist damit der zweite Vollmond innerhalb eines Monats, eine kalendarische Besonderheit: Im Schnitt ist der Vollmond ungefähr alle zweieinhalb Jahre zweimal in einem Monat zu sehen. Derzeit hält sich der Erdtrabant im Sternbild Krebs auf.

„Blau ist der Mond dann allerdings nicht“, sagte Pikhard. Zwar könne es mitunter vorkommen, dass der Mond nach Vulkanausbrüchen durch Asche in der Atmosphäre von einem bläulichen Hof umgeben sei, so Pikhard, „doch dieses Phänomen ist unabhängig von den Mondphasen“.

Mondfinsternis: Im Schatten der Erde

Wenn der Vollmond durch den Kernschatten der Erde wandert, kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Sie begann am Mittwoch um 11.51 Uhr und dauert bis 17.00 Uhr. In Österreich sei die Mondfinsternis nicht zu sehen, sagte Pikhard. Bei uns gehe der Mond einfach zu spät auf - nämlich just dann, wenn sich das Spektakel seinem Ende zuneigt. Sichtbar ist die Mondfinsternis dagegen in Asien, Australien, der gesamten Arktis sowie im Pazifik östlich von Hawaii.

Auf die zweite Mondfinsternis in diesem Jahr können sich auch die Menschen in Österreich freuen: Sie fällt auf den 27. Juli und wird hierzulande fast zur Gänze sichtbar sein. „Das ist übrigens der Tag, an dem auch der Mars am besten zu sehen sein wird“, sagte Pikhard. „Das passiert nur alle 15 Jahre.“

science.ORF.at/dpa

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