Spenderleber lebt 24 Stunden ohne Körper

Organe von Spendern sollten vor einer Verpflanzung möglichst „frisch“ sein. In Innsbruck wurde heute ein Gerät vorgestellt, das eine Spenderleber 24 Stunden lang außerhalb des Körpers am Leben erhalten kann – doppelt so lange wie bisher möglich.

„Damit können wir in Zukunft viel mehr Organe transplantieren“, meinte Peter Friend, der Direktor des Transplantationszentrums in Oxford und Entwickler des Geräts „Metra“, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Doppelt so viel Zeit wie bisher

Die Idee des Geräts: „Das Organ soll gar nicht merken, dass es den Körper verlässt“, sagt die Transplantationschirurgin von Oxford, Annemarie Weißenbacher. „Bisher haben wir die Organe zur Lagerung gekühlt, jetzt halten wir sie in einem physiologischen Zustand auf Körpertemperatur“, ergänzt Stefan Schneeberger, der Leiter der Transplantationschirurgie Innsbruck.

Annemarie Weißenbacher bei der Inbetriebnahme des Geräts.
MUI/F. Lechner
Annemarie Weißenbacher bei der Inbetriebnahme des Geräts

„Bisher war die Zeitspanne zwischen Entnahme und Transplantation eine Akutsituation und durfte höchstes sechs bis zwölf Stunden dauern“, führte der Chirurg aus. Die nunmehr auf 24 Stunden verlängerte Zeitspanne ein echter Fortschritt und ein Paradigmenwechsel.

„Lebertransplantationen werden dadurch planbarer. Wir können sowohl die Patientinnen und Patienten als auch das OP-Team besser vorbereiten und auf Noteingriffe in der Nacht verzichten“, erklärte Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie in Innsbruck.

Als Ziel, dem man auch mit dem neuen Gerät näher kommen will, nannte Schneeberger die „Vollversorgung der Bevölkerung mit Organen“. Die Universitätsklinken in Innsbruck werden dabei eines der ersten Zentren weltweit sein, die das neue Gerät in Betrieb nehmen.

science.ORF.at/APA

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