Forscher rekonstruieren „ersten Briten“

Der „erste moderne Brite“ sah komplett anders aus als die heute oft blassen und rothaarigen Engländer. Er hatte eine dunkelbraune Haut, strahlend blaue Augen und dunkle gelockte Haare, wie DNA-Untersuchungen des 10.000 Jahre alten Cheddar-Manns zeigen.

Schon vor dem Cheddar Mann lebten Menschen im heutigen Großbritannien; sie starben aber aus. Der Cheddar Mann markiert Forschern zufolge den Start der dauerhaften Besiedlung auf der Insel. Bis jetzt war man davon ausgegangen, dass er eine viel hellere Haut hatte.

Rekonstruktion des Cheddar-Mann
Justin TALLIS / AFP
Rekonstruktion des Cheddar-Manns

Sein vollständig erhaltenes Skelett war vor über 100 Jahren in einer Höhle bei Cheddar in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands entdeckt und nach dem Fundort benannt worden. Experten des renommierten Naturkundemuseums in der britischen Hauptstadt und des University College London (UCL) untersuchten nun eine DNA-Probe und fertigten ein Kopf-Modell an.

„Wir sind alle Immigranten“

„Es ist wirklich schön, einen anmutigeren Mann zu machen und nicht so einen Neandertaler mit buschigen Augenbrauen“, sagt Alfons Kennis, der gemeinsam mit seinem Bruder das Modell des Kopfes anfertigte. Menschen definierten sich darüber, aus welchem Land sie kämen. Das Beispiel des Cheddar Manns zeige aber: „Wir sind alle Immigranten.“ Ian Barnes vom Natural History Museum zeigte sich begeistert von der Kombination der Haut- und Augenfarbe sowie der Gesichtsform: Der Cheddar Mann sehe einfach ganz besonders aus.

Der 1,66 Meter große, gut ernährte Cheddar Mann starb in seinen 20er Jahren. Wie alle Menschen zu der Zeit in Europa war er laktoseintolerant und konnte als Erwachsener keine Milch vertragen. Die Vorfahren des Cheddar Manns wanderten aus dem Nahen Osten nach Europa ein. Etwa zehn Prozent der heutigen weißen Briten stammen nach Angaben von Experten von dieser Gruppe ab.

science.ORF.at/APA/dpa

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