Neuer Supercomputer an Uni Linz gestartet

Ein neuer Supercomputer mit der Bezeichnung MACH-2 der Linzer Johannes Kepler Universität ist am Montag gestartet worden. Die Anlage kann bis zu 77,4 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen.

Das Vorgängermodell in Linz war schon seit 2011 in Betrieb, jedoch mittlerweile den Anforderungen der Forschung nicht mehr gewachsen. Deshalb wurde ein Rechner vom Typ SGI UV 3000 der Firma Hewlett Packard Enterprise (HPE) installiert. Damit wird die Rechenleistung in etwa verdreifacht.

Zum Vergleich: Der leistungsstärkste Computer in Österreich ist der Vienna Scientific Cluster: Er schafft rund 600 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Die weltbesten Computer kommen auf rund 100 Billiarden.

Wolfgang Schreiner vom Research Institute for Symbolic Computation und Johann Messner von der Abteilung Wissenschaftliches Rechnen vor MACH-2
APA/JKU/Röbl
Wolfgang Schreiner vom Research Institute for Symbolic Computation und Johann Messner von der Abteilung Wissenschaftliches Rechnen vor MACH-2

1,6 Millionen Euro

Die Anschaffung des neuen Linzer Computers MACH-2 kostete rund 1,6 Millionen Euro und wird aus Mitteln für den Bereich Forschung des Wissenschaftsministeriums finanziert. Auch Wartung und Betrieb sind aufwendig. So ein Projekt sei kaum für eine einzige Universität zu stemmen, stellte Rektor Meinhard Lukas fest und freute sich über eine Kooperation - der Superrechner steht auch den Wissenschaftlern der Universitäten Salzburg und Innsbruck, des Johann Radon Institutes und der Technischen Universität Wien zur Verfügung.

Universitätsprofessor Günther Burkert vom Wissenschaftsministerium sprach von einem „Start einer neuen Ära des Supercomputings und damit eines innovativen Beitrages für die österreichische und europäische Spitzenforschung“. Mit dem neuen Rechner seien technologische Innovationen in der Informatik, Mathematik, Mechatronik, Biologie, Volkswirtschaftslehre, Pharmazie und vielen weiteren Gebieten möglich.

Die Forschungsvizerektorin der Uni Innsbruck Ulrike Tanzer nannte als Beispiele 3-D-Modellberechnungen in der Archäologie sowie Klima- und Wettermodelle. In Linz führt das Institut für Organische Chemie Berechnungen zur Vorhersage der Wechselwirkung von biologischen Wirkstoffen durch - ein wichtiges Thema bei der Entwicklung neuer Medikamente. Weitere Anwendungsbeispiele sind Berechnungen zum Credit-Risk-Management des Institutes für Finanzmathematik sowie volkswirtschaftliche Analysen über das individuelle Anbieter- und Nachfrageverhalten im E-Commerce.

science.ORF.at/APA

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