Smarte Uhr für mehr Selbstständigkeit

So lange wie möglich selbstständig im gewohnten Umfeld leben - diesen Wunsch haben viele ältere Menschen. Ein nun vorgestelltes Alarm- und Ortungssystem im Uhrformat könnte ihnen dabei helfen.

„Die Uhr ist ein bisschen dicker als eine normale Uhr, weil ein gesamter Akku und die gesamte Technologie eines Handys eingebaut ist“, sagt Felix Piazolo, Gründer und Geschäftsführer von 2PCS Solutions, einer Firma, die aus einem Forschungsprojekt der Universtiät Innsbruck entstanden ist.

Smarte Uhr
Juliane Nagiller/ORF
So sieht die smarte Uhr aus

Der erste Prototyp der Sicherheitsuhr war so groß wie ein mobiles Festnetztelefon. Mittlerweile kann man die Uhr am Handgelenk tragen, sie an die Gürtelschnalle heften oder mit einem Band um den Hals hängen. Präsentiert hat Piazolo das neue Modell auf der Messe „Smarter Lives“ an der Uni Innsbruck. „Die Uhr stellt im Endeffekt fest, wo ich mich befinde - innen wie außen“, so der Entwickler.

Genau lokalisieren

Im Haus kommuniziert die Uhr über das Sender-Empfänger-System RFID („radio frequency identification“). Über dieses System kann man die Uhr im Notfall „raumgenau“ lokalisieren. Im Freien wird die Uhr über einen GPS Empfänger geortet. „Die Uhr hat einen Lautsprecher, ein Mikrophon und einen Sturzsensor“, erklärt Piazolo. Der Sturzsensor alarmiert - ebenso wie der eingebaute Notfallknopf - die Rettung oder bei stationärer Pflege das Personal. Über Lautsprecher und Mikrophon wird kommuniziert. Derzeit wird die Sicherheitsuhr in Innsbruck vom Roten Kreuz getestet. 70 Personen verwenden sie.

Ö1-Sendungshinweis

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag im Mittagsjournal am 20.2. um 12:00

„Wir hatten auch tatsächlich schon jetzt in der Testphase einmal den Fall, dass einer Person entsprechend schnell Hilfe geleistet werden konnte, weil sie nicht mehr selbstständig aufstehen konnte“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Die Funktionen der Uhr können mittels smart-home-Technologie auf die gesamte Wohnung ausgeweitet werden. Piazolo nennt ein Beispiel: „Jemand hat das Haus, vergessen, den Herd auszuschalten, das Licht auszuschalten, aber wir merken anhand der Uhr: Die Person hat das Haus verlassen, dementsprechend wird alles nach einer Zeit abgedreht, damit auch zuhause nichts passieren kann.“ Diese Erweiterung wurde im EU-Projekt Gaalaxy erforscht und wird gerade in Italien, Belgien und Österreich getestet.

Juliane Nagiller, Ö1-Wissenschaft

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