Genaueste Waage der Welt gestartet

In Deutschland hat die nach Eigenangaben genaueste Waage der Welt ihre Messungen begonnen. Nach 15 Jahren Bauzeit wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Montag die Neutrino-Waage „Katrin“ gestartet.

Das „Karlsruhe Tritium Neutrino Experiment“ soll das Gewicht der leichtesten Elementarteilchen, der Neutrinos, bestimmen helfen. Für detaillierte Erkenntnisse braucht es allerdings Geduld.

“Großer Tag fürs Universum“

Die auch Geisterteilchen genannten Neutrinos sind überall - mehrere Milliarden von ihnen durchströmen in jeder Sekunde den Finger eines Menschen. Von detaillierten Erkenntnissen über sie versprechen sich Physiker Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte des Alls. „Das ist ein großer Tag fürs Universum - weil einer seiner Hauptbestandteile nun vermessen wird“, sagte der KIT-Bereichsleiter Johannes Blümer bei der Einweihungsfeier.

Im Inneren von KATRIN
Michael Zacher
Im Inneren von „Katrin“

Rund 200 Forscher von 20 Institutionen aus sieben Ländern sind an dem Projekt beteiligt. Im „Katrin“-Experiment entstehen beim Zerfall von Tritium Elektronen und Neutrinos. Der Aufbau hat immense Ausmaße: Allein der Vakuumtank hat rund zehn Meter Durchmesser und wiegt 200 Tonnen. „Der Druck dort drin ist so niedrig wie auf dem Mond“, erklärte KIT-Forscher Florian Heizmann.

Nach etwa fünf Jahren Messbetrieb erwarten die Forscher die genauesten Ergebnisse. Das Gewicht der Neutrinos zu bestimmen, gilt als wichtige Grundlagenforschung. Welche Rückschlüsse möglich sein werden, darüber lasse sich nur spekulieren. „Als die Kernspaltung entdeckt wurde, war auch noch völlig unklar, was daraus entstehen würde“, so Heizmann.

science.ORF.at/APA/dpa

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