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Chinesische Fahne flattert im Wind

Chinas Bildung und Forschung auf Überholspur

China hat in den vergangenen Jahren nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch in der Wissenschaft einen beeindruckenden Aufholprozess gestartet. Die Forschungsausgaben steigen, es wird mehr publiziert, die Hochschulen wachsen.

forschungspolitik 25.09.2009

Kein Wunder, dass das Interesse für Kooperationen mit China stark zugenommen hat, auch von österreichischer Seite, wie der derzeitige Arbeitsbesuch von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) zeigt.

Österreich zapft "unerschöpfliche Quelle" an

Als "unerschöpfliche Quelle von begabten jungen Leuten" wird China vom Präsidenten des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky, gesehen. In dem aufstrebenden Wissenschaftsland gebe es Millionen hochbegabter junger Leute - ein kleiner Teil davon soll nun nach Österreich kommen.

Das Chinese Scholarship Council ist eine Agentur des chinesischen Bildungsministeriums, die jährlich rund 10.000 Auslandsstipendien an herausragende chinesische Forscher vergibt.

Kratky hat bei einem Treffen von Hahn und dem chinesischen Bildungsminister Zhou Ji am Freitag in Peking ein Kooperationsabkommen zwischen FWF und dem Chinese Scholarship Council (CSC) unterzeichnet, mit dem jährlich bis zu 30 hervorragende chinesische PhD-Studenten ihr Doktoratsstudium in Österreich absolvieren sollen.

Neues Zentrum für Logistik

Das FWF-CSC-Abkommen war der Auftakt für eine Reihe weiterer neuer Kooperationen zwischen China und Österreich. Am Freitag wurde an der Beijing Jiaotong University auch das "Austria-China Research Center on Logistics, Supply Chain Management and Material Flow" eröffnet, das unter Beteiligung der Technischen Universität (TU) Wien eingerichtet wird.

Es handelt sich dabei um das sechste bilaterale Zentrum, das in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Universitäten-Netzwerks "Eurasia Pacific Uninet" in China geschaffen wurde. Die Zentren widmen sich so unterschiedlichen Themen wie Traditioneller Chinesischer Medizin, Tunnelbau, Umweltschutz oder Musik.

Weitere Kooperationen

Türöffner für viele Kooperationen mit China ist das "Eurasia Pacific Uninet", ein Netzwerk von mehr als 100 Hochschulen, davon 36 in Österreich und 39 in China. Österreich unterstützt das Netzwerk mit mehr als 1,6 Mio. Euro für Projekte und Stipendien.

TU-Wien-Vizerektor Hans Karl Kaiser unterzeichnete am Freitag ein Abkommen mit der vor allem im Bereich Mathematik renommierten Peking University. Am Samstag wird er zudem in Shanghai ein Abkommen über ein "Joint-PhD-Programm" mit der Tongji Universität fixieren. Viele Studenten dieser stark deutschsprachig ausgerichteten Uni hätten bereits ihr Doktorat bzw. ihre Post-Doc-Zeit an der TU Wien absolviert. Künftig sollen sie mit einem gemeinsamen Doktoratsstudium auch die Abschlüsse beider Hochschulen erhalten.

In Shanghai wird Hahn am Samstag auch die Österreich-Tage an der Fudan-University eröffnen. Dort ist seit 2005 ein Österreich-Zentrum und eine Österreich-Bibliothek eingerichtet.

1.400 chinesische Forscher in Österreich

China liegt mittlerweile bei der Zahl der ausländischen Studenten in Österreich auf Platz Eins der Länder außerhalb Europas. Insgesamt studieren fast 1.400 Chinesen an österreichischen Unis und Fachhochschulen. Umgekehrt waren 2007/08 laut chinesischem Bildungsministerium 361 Studenten aus Österreich an chinesischen Hochschulen inskribiert.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften unterhält 14 Kooperationsabkommen und 35 Projektkooperationen mit chinesischen Forschungseinrichtungen. Daran sind mehr als 50 chinesische und 80 österreichische Forscher beteiligt.

Der Wissenschaftsfonds FWF hat seit rund 20 Jahren ein Kooperationsabkommen mit der National Natural Science Foundation of China. Im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm arbeiten 23 österreichische und 24 chinesische Einrichtungen in 16 Projekten zusammen.

1,22 Millionen Forscher - 1,4 Prozent Forschungsquote

China kann man mittlerweile getrost als Forschungs-Großmacht bezeichnen. Seit dem Jahr 2000 liegt das Land bei der Zahl der Forscher hinter den USA an zweiter Stelle (1,22 Mio. Forscher), auch wenn man mit 1,6 Wissenschaftlern pro 1.000 Arbeitnehmer noch deutlich unter dem OECD-Schnitt von 7,3 liegt (Daten aus 2006).

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) hat China in den vergangenen zehn Jahren von 0,7 auf 1,4 Prozent (2006) des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht, 2010 werden 2,0 und 2020 2,5 Prozent angestrebt - womit China die EU mit einer stagnierenden Forschungsquote von zuletzt 1,85 Prozent (2007) übertreffen würde.

Knapp eine Million Hochschullehrer

Gewaltig ausgebaut wurde auch das Hochschulsystem der Volksrepublik. 2006 bestanden knapp 2.000 allgemeinbildende Hochschulen, darunter 755 mit Bachelor- und weiterführenden Studienangeboten. Die Zahl der Studierenden wurde von 3,6 Mio. im Jahr 1998 auf mittlerweile mehr als 17 Mio. gesteigert, die Zahl der Hochschullehrer von 400.000 auf rund 900.000 mehr als verdoppelt.

Noch keine Top-Universität

Rund 100 Hochschulen gelten als Top-Universitäten. Im sogenannten Shanghai-Ranking der weltweit besten Hochschulen hat es China allerdings noch nicht unter die Top-100 geschafft. Führend in der Volksrepublik ist die Chinese University of Hong Kong zwischen dem 201. und 302. Platz. Beste österreichische Uni ist übrigens die Uni Wien in der Gruppe zwischen dem 152. und 200. Rang.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • @woswasiwossewoin

    deeziner, vor 968 Tagen, 11 Stunden, 49 Minuten

    zum Thema Ranking von chinesischen Universitäten: Sie haben den obigen Artikel wohl wirklich nicht gelesen. Es ist mir nicht bekannt, daß irgendeine chinesische Uni in den top 100 überhaupt ist - aber, wenn Sie mir sagen woher Sie das haben - ich lerne immer gerne dazu. Ausserdem: über die Qualifikation der chinesischen Wissenschaftler und der Arbeitskräfte im Allg. hat die vorletzte Ausgabe der Personalmanagers einen ausgezeichneten Artikel geliefert. In Punkto Spionage sollten Sie acuh mal Interna aus dem AKH oder dem Biotech Center Simmering lauschen.

    Zölle auf Stahl und Alu werden mit Ende Oktober eingehoben werden - auch dieses dürfte Ihnen entgangen sein - und ja, diese Produkte sind ebenfalls durchaus High-Tech Produkte - oder, was glauben Sie wieso B-U ein so ausgezeichnetes Unternehmen ist?

    • @deeziner

      derunbestechliche, vor 967 Tagen, 16 Stunden, 21 Minuten

      Ich möchte sicherlich nicht woswasiwossewoin verteidigen, aber es wird wohl unterschiedliche Rankings geben. Soweit ich weiß, das ist jetzt aber nur ein Schuß ins Blaue, gibt es z.B. in China eine Universität, die ähnlich dem MIT ist. Und das MIT ist wohl über jeden Zweifel erhaben. Oder es gibt eine Universität (War dies die gleiche wie oben beschrieben?), die den führenden Computerwissenschaftler nach China zurückgeholt haben und jetzt gerade am schnellsten Hochleistungsrechner der Welt bauen. Von heute auf morgen geht nichts, aber erstens bin ich mir sicher, dass es durchaus diverse Rankings gibt, wo chinesische Unis unter den besten 20 zu finden sind und zweitens werden die chinesischen Universitäten aufholen. Schritt für Schritt, aber wie werden aufholen. Da würde ich darauf wetten.

  • Welche Überholspur

    hosenbeisser, vor 968 Tagen, 14 Stunden, 7 Minuten

    Real geht es dabei nur um billige Arbeitshackler die billiger sind und um Lohndrückerei ala Lohndumping.

  • elvishasleftthebuilding, vor 968 Tagen, 15 Stunden, 33 Minuten

    Immer diese unkritische Anbetung von reinen Publikationszahlen.
    Als ob`s so völlig egal wäre, was drinnen steht.
    Und natürlich hat das bevölkerungsreichste Land der Erde, mit einer traditionell positiven Einstellung zu Bildung und Wissen, auch viele Akademiker.
    Tatsächlich wäre alles andere ein Wunder, nach dem Irrsinn des Kommunismus wird eben ein Normalzustand wiederhergestellt.

    Wichtiger als all diese Punkte ist allerdings, wieviele Patente angemeldet werden und wie frei die Forschung tatsächlich ist.

    • Patentanmledungen sagen kaum was aus

      hosenbeisser, vor 968 Tagen, 14 Stunden, 6 Minuten

      Da viele Patent nur Monition für wirtschaftliches Hick-Hack sind und inhaltlich leer sind.

    • elvishasleftthebuilding, vor 968 Tagen, 13 Stunden, 3 Minuten

      Das gilt dann aber, wie gesagt, für Publikationen noch viel mehr.

    • die meisten Publikationen...

      deeziner, vor 968 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten

      ...die aus China kommen sind äusserst kritisch zu hinterfragen (dies gilt gleichermassen für Korea). Gerade vor wenigen Monaten wurde die Arbeit eines europäischen Wissenschafters aus dem Bereich der HPLC Analysen in China dreist und amateurhaft gefälscht und als "chinesich" publiziet.

  • Die "Hochbegabten"

    deeziner, vor 968 Tagen, 19 Stunden, 39 Minuten

    Chinesen kommen nach Österreich um hier effektive Wirtschafts- und Wissenschaftsspionage durchzuführen - und die Politik rafft es immer noch, daß dies eine zentralgesteuerte und sehr langfristige Taktik des chinesischen Regimes ist. Zum Glück werden wenigstens die Wirtschaftstreibenden schlauer und fangen damit an unsere europäischen Produzenten zu schützen - siehe geplante Zölle auf Alu und Stahl.

    • wired, vor 968 Tagen, 19 Stunden, 22 Minuten

      Es kommen auch die hochbegabten chinesischen MusikstudentInnen zu uns... welche Art von Spionage betreiben die dann?

    • ...diese "Studentinnen" kann...

      deeziner, vor 968 Tagen, 18 Stunden, 26 Minuten

      ...man z.B. bei diversen chinesischen Firmen die in Wien ein Büro haben als Vollzeit Arbeitskräfte finden - natürlich arbeiten sie dann auch nur "10 Stunden in der Woche" - Sie können ruhig mal bei der AI im 2. wiener GB anfragen - die haben Erfahrung mit einem chinesischen Unternehmen wo beachtlich viele MusikstudentInnen "nur 10h in der Woche" arbeiten.

    • elvishasleftthebuilding, vor 968 Tagen, 15 Stunden, 29 Minuten

      Der "Wissenstransfer" ist sicher ein Aspekt den man nicht völlig außer Acht lassen sollte.

      Offene Gesellschaften wie die westlichen tun sich allerdings aus naheliegenden Gründen schwer, das zu unterbinden - so das überhaupt möglich ist.

    • "I like Chinese..."

      woswasiwossewoin, vor 968 Tagen, 14 Stunden, 36 Minuten

      "effektive Wirtschafts- und Wissenschaftsspionage" - ausgerechnet in Ö??
      Wirtschaftstreibende schützen einheimische Produzenten durch Zölle?? - auf so Hi-tech-Material wie Alu und Stahl?? Wo hast denn das her?? Von der Uni?
      Oder hat dir gar der KHG erzählt, wie viel "uns" da durch die Binsen geht?
      Na, dann studierst halt einmal ein Semester an der Uni Peking, laut einem US-Ranking Nummer 11, noch vor der ETH Zürich, aber Vorsicht! - das ist natürlich ALLES REINE INFILTRATION!!!
      "The world today is absolutely crackers, with nuclear bombs that could blow us all sky-high. And it's fools and idiots sitting at the trigger. It's depressing, and it's senseless. And that's why:
      I like Chinese, [...], there are nine hundred million of them in the world today, so you might better start to like them, that is what I say..." (Monty Python so vor 30 Jahren)
      "Can we now have your liver?" Wer sagte das doch gleich??
      And "I'm so worried about the baggage retrieval system they've ot at Heathrow."
      Sonst noch irgendwelche Probleme?

    • elvishasleftthebuilding, vor 968 Tagen, 12 Stunden, 48 Minuten

      Selbst hier bei den ORF-Nachrichten wurde schon über Wirtschaftsspionage aus China berichtet, so wie erst kürzlich bei einem Unternehmen das ein Spezialist im Baubereich ist.

      Von der Automobilproduktion über die Flugzeugbranche bis zur Erdölförderung, Österreich hat in vielen Bereichen hochspezialisierte Unternehmen mit entsprechendem Know How.

      Etwas weniger naiv sollte man schon sein!
      Siehe auch:
      http://salzburg.orf.at/stories/342833/

      http://weblog.derdetektiv.at/categories/42-Geheimdienste-Spionage

      http://derstandard.at/fs/1252771536001/Spionage-US-Regierung-warnt-IT-Manager-vor-China-Besuchen?sap=2&_pid=14123790