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künstlerische Darstellung des Gammablitz GRB 090423

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit

Bereits im April dieses Jahres haben Astronomen einen Gammablitz entdeckt. Aus dessen Rotverschiebung schließen sie nun, dass es sich dabei um die Spur des ältesten jemals beobachteten astronomischen Objekts handelt.

Gammablitz 090423 28.10.2009

Die Explosion hat sich demnach bereits vor 13 Milliarden Jahren ereignet, also etwa 630 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Weltweit haben Forscher das Ausnahmeereignis und sein Nachglühen dokumentiert und analysiert. Gleich zwei aktuelle Studien in "Nature" präsentieren erste Ergebnisse: Das ferne Lichtsignal bietet Einsichten in die frühen Zeiten unseres Universums.

Gewaltige Energieausbrüche aus frühen Zeiten

Gammastrahlenblitze sind gewaltige Energieausbrüche im Universum, die meist nur wenige Sekunden oder Minuten dauern. Ihr Ursprung sind weit zurück liegende Explosionen, vermutlich eine Folge kollabierender massereicher Sterne oder miteinander verschmelzender Himmelskörper.

Die kosmische Rotverschiebung ist ein Maß für die Entfernung astronomischer Objekte. Sie vermisst die Verlängerung der gemessenen Wellenlänge gegenüber der ursprünglich emittierten Strahlung. Das heißt, je mehr das Licht eines entfernten Himmelskörpers ins Rot verschoben ist, desto weiter weg ist er.

Die Blitze überstrahlen in ihrer Rotverschiebung Quasare und Galaxien, auch wenn diese weit massereicher sind. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie der US-Astronom Bing Zhang in einem begleitenden Kommentar in derselben Ausgabe von "Nature" schreibt: Sie sind extrem hell und schnell, die Gammastrahlen erreichen fast hundert Prozent der Lichtgeschwindigkeit.

Licht ins Dunkel

Außerdem wird das Licht von Galaxien und Quasaren mit zunehmender Rotverschiebung immer schwächer, die Leuchtkraft von Gammablitzen und ihre infrarotes Nachglühen hingegen nimmt kaum ab. Sie können daher bei sehr viel höherer Rotverschiebung noch entdeckt werden. - Sie könnten somit helfen, das sogenannte dunkle kosmische Zeitalter zu "erhellen".

Das dunkle Zeitalter bezeichnet jene frühe Ära unseres Universums vor dem Aufleuchten der ersten Sterne. Bevor das Universum für sichtbares Licht transparent wurde, musste sich die Materie laut der Urknalltheorie erst wieder ionisieren. Von der Beobachtung von Gammablitzen versprechen sich Kosmologen nun Einblicke in diese Epoche der Reionsierung.

Entdeckung sorgt für weltweites Aufsehen

Gammastrahlenblitz GRB 090423
Der klein rote Punkt ist der Gammablitz GRB 090423

Entdeckt wurde der Gammablitz GRB 090423 am 23. April dieses Jahres vom NASA-Satelliten "Swift". Das Ereignis selbst dauerte lediglich zehn Sekunden. Nach der Entdeckung war es daher wichtig, das schnell verblassende Nachglühen einzufangen und das Spektrum zu analysieren. Nur so lässt sich das explodierende Objekt laut Zhang charakterisieren.

Weltweit richteten mehrere Forscher ihre Teleskope auf den verglühenden Gammablitz, um es im Licht verschiedener Wellenlängen zu beobachten. Hätte man nämlich die Daten von mehreren Gammablitzen mit unterschiedlichen Rotverschiebungen, ließe sich der Prozess der Reionisierung über die kosmische Zeit nachmodellieren.

Studien in "Nature":
"A c-ray burst at a redshift of z<8.2" von N. R. Tanvir et al.

"GRB 090423 at a redshift of z>8.1" von R. Salvaterra et al.

Ein Team rund um N.R.Tanvir vom Department of Physics and Astronomy der britischen University of Leicester beobachtete das infrarote Nachglühen 17,5 Stunden nach der gesichteten Explosion mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile. Ein zweites Team rund um R. Salvaterra des nationalen Italienischen Institut für Astrophysik startete mit ihren Beobachtungen 14 Stunden nach der Entdeckung mit dem Telescopio Nazionale Galileo in Spanien.

Mehrere Interpretationen

Die Schlussfolgerungen der Astronomen sind allerdings nicht völlig konsistent. Das eine Team sieht Modelle bestätigt, die bei großer Rotverschiebung eine extrem schnelle vorhergehende Sternentstehung vermuten. Laut der zweiten Studie könnte es aber auch einen anderen Zusammenhang zwischen Helligkeit und Rotverschiebung geben.

Ein Grund für die Inkonsistenzen der Beobachtungen ist laut Zhang unter anderem, dass das Nachglühen der Explosion extrem schnell abnimmt. Daher wäre ein augenblickliches Alarmsystem bei der Sichtung derartiger Himmelsereignisse wünschenswert, so könnten in Zukunft wertvolle Daten gesichert werden.

Insgesamt ist es laut den Studien eher unwahrscheinlich, dass GRB 090423 von einem der allerersten Sterne stammt, von welchen man annimmt, dass sie gewaltig waren und vor allem aus Wasserstoff und Helium bestanden. Dass der Gammablitz von einem kollabierenden Stern stammt und nicht von verschmelzenden kosmischen Objekten, halten beide Teams allerdings für relativ sicher.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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Forum

 
  • @ ceterumputo

    diderot, vor 836 Tagen, 17 Stunden, 38 Minuten

    Die Urknall-Theorie ist, wie der Name schon sagt, eine physikalische Theorie und hat daher mit "Wahrheit" im metaphysischen Sinn für's Erste nichts zu tun. Sondern mit Kriterien wie Verfifizierbarkeit (die Möglichkeit, sie zu bestätigen) oder Reproduzierbarkeit (die Tatsache, dass man Dinge immer wieder gleich beobachtet und misst).

    Die Urknall-Theorie betrifft weiters in Teilen die Vergangenheit, wo eine lückenlose Verifizierung naturgemäß nicht möglich ist. Das trifft auf jede "historische" Theorie zu, da man in der Vergangenheit ja keine Messungen/Beobachtungen mehr machen kann.

    Allerdings ist durch die gemessene Tatsache der Hintergundstrahlung der Urknall doch sehr naheliegend. Zumindest an dieser "Station", nämlich Absinken der Temperatur unter die Plasma-Grenze von ca. 3.000°, _muss_ das Universum "vorbei gekommen" sein. Dh die Temperatur muss davor höher gewesen sein, und dann unter diese Grenze angesunken sein.

    Bislang hatte niemand eine irgendwie plausible Idee - außer eben Urknall -, wie das passiert sein könnte.

    Zudem sprechen einige weitere Dinge (zB eben die Rotverschiebung, die Masseverteilung im Universum u.a.m.) so markant für den Urknall, dass daran eigentlich kein ernsthafter Zweifel bestehen kann. (Auch wenn das eine oder andere Detail ungeklärt ist.)

  • @ heldentenor

    diderot, vor 836 Tagen, 18 Stunden, 22 Minuten

    Das Missverständnis ist: Der Urknall gleicht nicht einer Explosion, wo sich Objekte von einem Zentrum weg bewegen.

    Sondern: Der Raum selbst expandiert.

    Ein beliebtes Beipiel ist ein Luftballon: Wird er aufgeblasen, so entfernen sich markierte Punkte auf dem Luftballon voneinander. Ist aber nicht Folge einer eigenen Bewegung der Punkte, sondern dessen, dass der Luftballon einfach größer wird, der Raum zwischen ihnen expandiert.

    So ähnlich expandiert das Universum, allerdings in drei Dimensionen (statt 2 Dimensionen wie die Oberfläche des Ballons).

    • PS

      diderot, vor 836 Tagen, 18 Stunden, 5 Minuten

      Daher gibt's auch kein Zentrum, von dem der Urknall ausgeht. Der Ballon ist, in diesem Bild, im Moment des Urknalls bloß unendlich klein.

    • Beim Ballon-Modell

      manfred24, vor 836 Tagen, 14 Stunden, 37 Minuten

      gibt es schon ein Zentrum, von dem die Expansion ausgeht, nur ist dieses nicht Teil der 'Ballon-Welt' (= Oberfläche des Ballons) sondern in einer höheren Dimension (der 3.) existent. So hab ich mir - 1 Dimension höher - auch immer die Expansion des Universums vorgestellt.

    • muriem, vor 836 Tagen, 7 Stunden, 28 Minuten

      Du kannst dir eine 4 dimensionale Kugel vorstellen?

      Also ich kann das nicht.

      Nochmal kein Punkt im universum ist ein ausgezeichneter. Es gibt kein Zentrum.

  • Der Urknall ist nur eine Hypothese und noch nicht nachgewiesen.

    ceterumputo, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten

    Aus dem Urknall kann das Eindrehen der Galaxien (Sprialnebel) nicht erklärt werden.
    Es wurde deshalb die 'dunkle Materie' erfunden. Solange diese 'dunkle Materie' aber nicht nachgewiesen ist - der letzte Satellit, der nur zu diesem Zweck gestartet wurde, konnte sie nicht nachweisen - solange ist auch die Urknalltheorie nur ein Gedankenmodell.
    Wenn wir nicht nachgewiesene Gedankenmodelle für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse prinzipiell als wahr voraussetzen, ist die Gefahr des Zirkelschlusses sehr hoch.

    • lernen sie physik

      aduado, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 27 Minuten

      das ist unterstufe...das drehen der galaxien passiert auch ohne "dunkle materie"

    • daneben ist ja gerade die beobachtung ...

      flame99, vor 837 Tagen, 1 Stunde, 53 Minuten

      realer ereignisse und deren erklärung durch eine theorie der erste schritt am klassischen weg von der theorie zum anerkannten gesetz. auch daher ist ihr einwand nicht nachvollziehbar.

    • Die ungleichmäßige Verteilung von Masse und Energie im Weltall kann...

      ceterumputo, vor 837 Tagen, 1 Stunde, 48 Minuten

      ...durch einen Urknall

      auch nicht erklärt werden. Sie brauchen die noch nicht nachgewiesene 'Dunkle Materie'.
      Gibt's aber die nicht, wird der Urknall durch eine andere kosmologische Theorie abgelöst werden.
      Nicht alle Physiker vertreten den Urknall.

    • wenn man davon ausgeht,

      lena47, vor 837 Tagen, 44 Minuten

      was man beobachten kann, daß das Universum harmonisch, geordnet ist....

      waren die Kräfte (Materie und Energei) beim (theoretischen) Urknall, ausgeglichen.

      Das Verhältnis von Materie und Energie zum Volumen des Alls, durfte beim Urknall nicht mehr als ein billiardstel Prozent vom Soll-Wert abweichen.

      Wäre der Urknall einwenig schwächer gewesen, hätte sich das Univedrsum langsamer ausgedehnt und wäre irgendwann in sich zusammengebrochen.

      Wäre der Urknall ein wenig stärker gewesen, hätte sich die Materie des Universums womöglich zu sehr verteilt, als daß Sterne aus diesem dünnen Medium hätten ausflocken können.

      Die Wahrscheinlichkeit unserer Existenz wäre, im wahrsten Sinne des Wortes, astronomisch gering.

      Man könnte meinen, daß es quasi einen "Stimmer" im Universum gab, der das Universum in einem solch hoch geordneten Zustand (eine kontrollierte Umwandlung von Materie und Energie) erzeugte.

    • lena47, vor 837 Tagen, 40 Minuten

      korr. ein wenig; Universum;

    • @lena47

      sauli, vor 836 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten

      Wenn ich Deine Angaben als richtig erachte (Prüfen kann ich sie jetzt ad hoc nicht): Wer sagt Dir dass es nicht schon ein paar Billiarden mal nix geworden ist und dieses eine Mal geklappt hat?

    • muriem, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 34 Minuten

      Na, da reden die einäugigen wieder einen Schmarrn zusammen. Gewissen Personen (ceterumputo) empfehl ich mal wirklich Physik lernen, und nicht irgendwas nachzuplappern und dabei alles durcheinander zu bringen.

      Also erstens Urknall hat nicht unbedingt was mit dunkler Materia zu tun. Man kann sehr wohl einen Urknall haben, ohne dass es dunkle Materie gibt.

      Zweitens kann man sehr wohl eine Drehung ohne dunkle Materie erklären.

      Drittens nur wäre sie nach klassischer Physik bei weitem nicht so schnell. Gerade die äußerem Systeme sollten nach Newton viel langsamer drehen.

    • ROFL

      allgeier, vor 836 Tagen, 21 Stunden, 46 Minuten

      aber ich glaube schon, dass es vor allem in dunkler Materie urknallt!

    • ceterumputo: Geh lernen, und zwar Physik. Dann könn ma mal diskutieren.

      lightningchase, vor 836 Tagen, 20 Stunden, 16 Minuten

      Derzeit sind deine Beiträge nur eine Beleidigung jedes denkfähigen Menschen, und nicht diskutabel.

    • @sauli

      lena47, vor 836 Tagen, 19 Stunden,

      wer mir das sagt....

      Vom kleinsten Elementarteilchen bis zur größten Galaxie hält sich alles im Universum an die "Regeln", die durch die "Gesetze der Physik" beschriebn werden!

    • lena47, vor 836 Tagen, 18 Stunden, 59 Minuten

      korr. beschrieben

    • weiters

      lena47, vor 836 Tagen, 18 Stunden, 42 Minuten

      man stelle sich nur einmal vor, was geschähe, wenn sich nur eine dieser Regeln ändern würde.

      Was wäre zum Beispiel die Folge, wenn sich die Kraft, die die Elektronen um den Atomkern kreisen läßt, verändern würde?

      Wie würde sich denn eine schwächere elektromagnetische Kraft auswirken?

      Elektronen nd Atomkerne würden nicht länger aneinander haften.

      Was wäre die Folge?

      Wir lebten dann in einer Welt, in der keine chemischen Reaktionen ablaufen könnten.

      Oder die elektromagnetische Kraft ist etwa hundertmal schwächer als die starke Kernkraft, die den Atomkern zusammenhält.

      Wie würde es sich auswirken, wenn sich dieses Kräfteverhältnis änderte?

      Wäre das Verhältnis der Stärke der Kernkraft zur Stärke der elektromagnetischen Kraft nur minimal anders, gäbe es keine Kohlenstoffatome.

      Ohne Kohlenstoff gäbe es kein Leben, zumal er 20% des Gewichts aller Organismen ausmacht.

      Weiters, die Stärke der elektromagnetischen Kraft im Verhältnis zur Gravitation.

      Man könnte noch weitere Beispiele dafür anführen, wie sehr unser Leben von den fein ausbalacierten (abgestimmten)Gesetzen und Bedingungen im Universum, abhängt.

    • @ lena47

      diderot, vor 836 Tagen, 18 Stunden, 11 Minuten

      Es gibt eine Menge solcher Beispiele. Viele scheinbar willkürliche Naturkonstante müssen "fein" aufeinander abgestimmt sein, um ein "spannendes Universum" hervor zu bringen, in dem letztlich so etwas wie Menschen entstehen und existieren können.

      Für eines wurde sogar ein Österreicher berühmt, Heinz Oberhummer, nämlich für die Balance bei der Entstehung von Kohlenstoff und Sauerstoff in den Sternen (abhängig von der starken und der schwachen Wechselwirkung).

      Physiker, zB Hawking, nennen es das "anthropische Prinzip".

      Allerdings spricht das in keiner Weise gegen den Urknall.

    • antispam, vor 835 Tagen, 20 Stunden, 19 Minuten

      Nicht so überhöflich, allgeierin!
      Frag muriem doch lieber, was man in der Entwicklungsgeschichte des Universums noch alles als überflüssig streichen könnte.
      Da wird er grübeln müssen, denn in der Schule scheint er das nicht gehabt zu haben.

    • @diderot

      lena47, vor 835 Tagen, 5 Stunden, 54 Minuten

      danke für den Kommentar, 1933 gabs das Buch "Black Holes and Baby Universes and Other Essays" von Hawking"...daß das Universum einen Anfang gehabt haben muß.

      Vielen Wissenschaftlern gefällt leider die Idee nicht, das das Universum ein "Schöpfungsakt" ist, es mißfielen ihnen die außerwissenschaftlichen Folgerungen aus der Theorie, und sie bemühten sich um Entwicklung von Alternativen (quasi, das Universum sei von allein ins Dasein gekommen).

      Doch der Wissenschaft wird bestimmt nie fad, im Gegenteil, alles ist so (weise und komplex und zweckmäßig) gemacht bzw. erschaffen worden, daß wie Menschen selbst in tausend und millionen Jahren, nie alles endgültig erforschen können.

      Wie schrieb schon der weise König Salomo, der selbst ein für die damalige Zeit, beste Naturwisenschaftler war, in Prediger 8:17 und ich sah das ganze Werk des wahren Gottes, wie die Menschen das Werk, das unter der Sonne getan worden ist (Universum samt unserem belebten Planeten), nicht herausfinden können, wie sehr die Menschen (Wissenschaflter) auch ständig hart arbeiten, um es zu suchen (erforschen), finden sie es doch nicht heraus (es kommen immer neue Erkenntnise dazu).
      Und selbst wenn sie sagen sollten, sie seinen weise genug (immer nur der heutige Stand der Erkenntnis), es zu erkennen,...

    • lena47, vor 835 Tagen, 5 Stunden, 50 Minuten

      ...würden sie es nicht herausfinden können!

      korr. Tippfehler dritter absatz, vierte Zeile..die Menschen (Wissenschaftler selbst in tausend....

    • lena47, vor 835 Tagen, 4 Stunden, 50 Minuten

      passt auch zum Thema "Blick in die Vergangenheit".....
      Existiert irgend etwas, von dem man sagen kann: "Sieh dies; es ist neu?"
      Es hat schon vor unabsehbarer Zeit bestanden, was ins Dasin gekommen ist, ist aus der Zeit, die vor uns gewesen ist.Salomo, Prediger 1:10;

  • bin kein Physiker, sondern Sänger

    heldentenor, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 21 Minuten

    in diesem Sinne eine (dumme??) Frage: Wenn der Hubble-Effekt existiert und sich alle kosmischen Objekte (also auch unsere eigene Galaxie) mit Lichtgeschwindigkeit vom Urzentrum wegbewegt; wie kann dann ein Gammablitz beobachtet werden? Wir müßten ihm ja ständig um die gleiche Distanz "voraus" sein.

    Wo ist mein Denkfehler? Danke für Antwort!

    • Sehr gute Frage

      andreasra, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 46 Minuten

      Wer hat behauptet, das sich Galaxien, Gasnebel etc. mit Lichtgeschwidigkeit vom Zentrum ausbreiten?!?

      Die Frage, wie schnell das Weltal sich ausbreitet ist sehr interessant, die sogenannte Hubble-Konstante gibt einen Wert dafür, der bei rund 72 km/(s*Mpcs) liegt. Früher (nach dem Urknall z.B.) hat sich das Universum viel schneller ausgebreitet als es das heute tut.

      Das aber Licht schaft dagegen im Vakuum eine Geschw. von rund 300.000 km/s - also auch der Gammablitz ist deutlich schneller unterwegs.

      Alles klar :)?

    • sauli, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten

      tja schon. aber warum ist der gammablitz dann HINTER uns und holt uns ein. Er müsst ja weit voraus sein, oder?

    • eine alternative, aber hier wohl falsche erklärung wäre ...

      flame99, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 25 Minuten

      die beobachtung eines ereignisses gegenüber des ortes des urknalls. die objekte dort bewegen sich relativ mit doppelter geschwindigkeit von uns weg und sind darum so weit entfernt, daß selbst ein sehr alter gamma-blitz eine weile unterwegs wäre.

    • sauli, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 10 Minuten

      Hab ich mir auch überlegt, aber nachdem das so nah am Urknall sein soll wär sich das wahrscheinlich trotzdem nicht ausgegangen...

    • Ausbreitung

      hochi, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 57 Minuten

      Nachdem aber die Ausbreitungsgeschwindigkeit direkt anch dem Urkanll wesentlich höher war als jetzt könnte sich das ausgehen!

    • ah, das war's also

      heldentenor, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 18 Minuten

      die Hubble-Konstante ist über die Lebenszeit des Universums gesunken, ist also nur eine lokale Konstante. Das hätten sie in dem Buch, aus dem ich die Info hatte, aber auch sagen können ;-)

    • muriem, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 27 Minuten

      Also um ein wenig Gammablitz (licht) in die Sache zu bringen.

      Erstens gibt es kein *zentrum*. Stell dir vor, du hast eine kleine Seifenblase, du steckst einen Strohhalm rein und bläst sie auf. Die Haut der Blase ist das Universum. Es wächst. Nimm weiter an, die kleine Blase war zuerst unendlich klein, ein Punkt, bevor du sie aufgeblasen hast. Du hast ein Universum aus einem Punkt erschaffen, das (auf der Oberfläche) kein Zentrum hat.

      Zweitens wächst das Universum mit Überlichtgeschwindigkeit. Ja, das mag zuerst total gegen Einstein klingen ist es aber nicht. Die Objekte bewegen sich nicht mit Überlichtgeschwindigkeit, sondern es kommt mit der Zeit dazwischen immer mehr Raum dazu. Daher wächst die Entfernung mit Überlichtgeschwindigkeit.

      Damit ist es keine Hexerei mehr. Das Photon ist vor 13 Milliarden Jahren gestartet. Unser Punkt im Universum waren damals sag man mal nur 1 Milliarde Lichtjahre weit weg (bitte ein Mathematiker wirklich ausrechenen ich bin zu faul). Die Entferung ist inzwischen aus 1 Milliarde Lichtjahre um 12 Milliarden Lichtjahre angewachsen. So hats auch 13 Milliarden Jahre gedauert bis es hier war.

  • Was ich dabei immer nicht kapiere

    sauli, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 29 Minuten

    Wenn das Ding so bald nach dem Urknall explodiert ist bzw. den Blitz aussandte und die Geschwindigkeit der Gammastrahlen fast Lichtgeschwindikeit beträgt: Wie kann dann der Blitz hier und jetzt auf der Erde wahrgenommen werden? Der müsste doch schon längst vorbei sein...

    • muriem, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 26 Minuten

      Sie oben. Das Universum wächst mit Überlichtgeschwindigkeit.

  • Habe irrtümlich: ''...ältestes komisches Objekt entdeckt'' gelesen!

    außerirdischer, vor 837 Tagen, 5 Stunden, 5 Minuten

    War schon gespannt auf eine skurile Skulptur, einen Höhlencomix oder ''ältester Witz auf Rückseite von Hyroglyphen-Tafel aufgefunden''

    Schade!

    • sauli, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 46 Minuten

      Die römischen Graffities die die Liebe zu jeweiligen Glatiatoren bezeugen find ich persönlich wirklich komisch. Ganz abgesehen von den Schöpfungsgeschichten der Relgionen...

  • Lektorat?

    anakinsolo, vor 837 Tagen, 5 Stunden, 16 Minuten

    Gibt es noch so etwas wie ein Lektorat?
    Liest sich wer das durch, was veröffentlicht wird?

    ...Die Blitze überstrahlen in ihrer Rotverschiebung Quasare und Galaxien, auch wenn diese weit massereicher sind. ...
    Automatisch übersetzt oder was?

    Und die weiteren Fehler stören auch (Grammatik, ...) aber die sind wenigstens nicht verfälschend (>= 3 Stk.).

    Von dem her wäre ein "ORFWIKI" nicht schlecht, dann könnten wir als Kommentatoren die Fehler gleich ausbügeln.

    Allerdings wäre das ja dann unentgeltlich?
    Oder kann man das dann mit der GIS gegenrechnen?
    ;-)) lol

    nmcc
    ´kin

    • du kannst doch bei dem pleiteunternehmen "staatsfunjk"

      sowas11, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 30 Minuten

      nicht auch noch ein eigenes lektorat verlangen...
      reicht doch, wenn sie pisaversager als redakteure anstellen, oder?

  • die Gammastrahlen erreichen fast hundert Prozent der Lichtgeschwindigkeit

    4verse, vor 837 Tagen, 5 Stunden, 25 Minuten

    ich bin kein physiker, aber ist gammastrahlung nicht elektromagnetische strahlung und bewegt sich damit genau mit lichtgeschwindigkeit fort?

    • Ja

      anakinsolo, vor 837 Tagen, 5 Stunden, 14 Minuten

      sonst gäbe es auch keine Rotverschiebung.
      Partikelstrahlen haben derartiges nicht (nur verallgemeinert jetzt)

      nmcc
      ´kin

    • muriem, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 22 Minuten

      ja, wirft ein trauriges Licht auf die Redaktion. Sowas ist doch Basiswissen und wird in der Schule gelehrt, jede/r mit Matura müsste das wissen. Ein gewisses Maß an Allgemeinbildung sollte man schon haben. Man kann von einem Populärwissenschaftlichen Reporter nicht verlangen, in allen Fachbereichen mit dabei zu sein, und das neueste zu wissen. Fehler, die allgemein Schulwisssen schon abgedecken, sollten jedoch nicht passieren.

  • ist ja super

    neuezeit, vor 837 Tagen, 6 Stunden, 52 Minuten

    dass man überall links einbaut, aber man könnt wohl schon bessere verweise als wikipedia nehmen.
    oder man schreibt zu jedem link eine warnung dazu: "achtung, dieser link kann auf eine seite führen die die selbe glaubwürdigkeit und fehlerwahrscheinlichkeit wie die orf seite aufweist"

  • "von einem der allerersten Planeten"?

    antispam, vor 837 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten

    Wie kommt man bzw. Frau O. auf sowas?

    • muriem, vor 837 Tagen, 7 Stunden, 35 Minuten

      Wie definiert man "planet"?

    • korrektur

      scienceredaktion, vor 837 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten

      Gemeint waren natürlich nicht Planeten, sondern Sterne. Danke für den Hinweis!

    • aasgeier, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 54 Minuten

      @muriem: wer ist "man"?
      Das Wort "Planet" geht zurück auf griechisch "planetes", das auf Deutsch "umherirrende, umherschweifende" bedeutete.
      Das kommt daher, dass man sich vor Kepler die Schleifen der Planetenbahnen nicht erklären konnte.
      In diesem Sinne ist natürlich auch der Begriff "Fixstern" überholt.
      Sirius hatte bei Arabern oder gar den antiken Ägyptern den Namen "Schlangenstern"; fraglich, ob das was mit dem(n) damals eigentlich unbekannt sein müssenden Begleiter(n) zu tun haben konnte (Stichwort Siriussystem der Dogon).

    • muriem, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 33 Minuten

      Also ich denke die Definition wäre ungefähr so:

      Jegliche Massenansammlung über eine Gaswolke hinaus, die nicht leuchtet, kein schwarzes Loch ist und so groß oder größer wie Merkur ist, oder Pluto heißt.

    • muriem, vor 837 Tagen, 4 Stunden, 33 Minuten

      Achja, und um einen Stern muss die Massenansammlung herumkreisen.

    • ohne euch den Spaß

      allgeier, vor 837 Tagen, 3 Stunden, 18 Minuten

      verderben zu wollen, aber langweiliger Weise hat wikipedia "Planet".

      Ob da auch etwas zu den Dogon steht, schaue ich vielleicht später. Die Fassung der "Siriuslegende", die ich bei Geo (wars das?) mal gelesen habe, taugte nicht für eine Astronomie - Deutung, man hätte die "Aussage" mit Gewalt passend machen müssen.
      Es erinnert mich an einen Völkerkundler bei uns, der in dem Schwank von den "sieben Schwaben" eine uralte Sonne-Planeten-Geschichte nachweisen wollte - ähnlicher Fall. Intellektuelle Sperrmüllabfuhr, Funde selten.

    • antispam, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 44 Minuten

      Brauchst keine Gewissensbisse haben: http://www.amazon.de/Das-Sirius-Robert-K-Temple/dp/3524003176
      wäre auch ein Stichwort gewesen.
      Temple war Orientalist, und deshalb glaub ich ihm mal einfach so bezügl. der alten Namen. Was ich ihm hoch anrechne ist die Logik, dass die Überlieferer der Dogon-Riten Ethnologen waren und in Sachen Astronomie absolut unbefangen, also auch nichts beweisen wollten wie Däniken, der die ganze Sache damals ins Rollen brachte.

    • antispam, vor 837 Tagen, 2 Stunden, 35 Minuten

      @muriem: aha, wenn die Erde ein Doppelsternsystem umrunden würde, dann wäre sie nach deiner Definition schon kein Planet mehr.
      Wenn Streit um Definitionen aufkommt, dann oft deshalb, weil alle sich unsinnig weit von der Wortherkunft entfernt haben.

      Also back to the roots bzw. Wikipedia, das bringt den Anfang meist am Anfang ;-)
      Dort steht es sogar in griechischen Lettern, die aber hier wohl nicht so gut ausschauen würden.

    • muriem, vor 837 Tagen, 15 Minuten

      Doppelsternsysteme haben AFAIK keine Planeten.

      Da die Umlaufbahnen in so einem System instabil sind, landet jeder solcher Planet früher oder später in einem der beiden Sternen drinnen.

      Deswegen gibts ja auch keine "drei sternen systeme"

    • muriem, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 18 Minuten

      Ich muss mich korrigieren. Der Planet muss nicht unbedingt in eine der Sterne krachen, er kann je nach Zufall alternativ auch weg geschossen werden. Jedenfalls es gibt keine stabile Umlaufbahn.

    • Na toll, jetzt ist eine gewisse Lebenszeit...

      antispam, vor 836 Tagen, 22 Stunden, 13 Minuten

      ...auch noch Voraussetzung, als Planet anerkannt zu werden?!
      Dann ist es mit dem Planetenstatus der Erde ja wieder nix - wird sie doch dereinst, wenn die Sonne zum Roten Riesen wird, von ihr verschluckt.

      Und hier braucht man garnicht weitersuchen, wenns sowas eh nur auf Zeit gibt: (Wikipedia) "Eine Untersuchung von Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbewegung von Sirius A und B deutet darauf hin, dass sich im Sirius-System eine dritte Komponente, deren Masse auf nur etwa 0,06 Sonnenmassen eingeschätzt wird, mit einer Umlaufdauer von etwa 6 Jahren befinden könnte. Da es um Sirius B keine stabile Umlaufbahn mit einer Umlaufzeit von mehr als 4 Jahren gibt, kann der potentielle Sirius C nur um Sirius A kreisen."

      Vorschlag zur Güte, weil mir die offizielle Regelung auch nicht gefällt: nicht nach meiner (deiner, unserer) DEFINITION ist ein Planet so oder so beschaffen, sondern nach dem jeweiligen GESCHMACK (Gusto-wiastmogst).

      Nur die Offiziellen sollen sich auch an die offizell gültige Lesart halten (und science.orf.at tut es ja ;-)).