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Dunkle Wolken

"Wo ist der Zorn?": Science Event zur Krise

Die Chance, aus der derzeitigen Krise zu lernen und Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten, wurde verpasst. Dies ist eine der Kernaussagen des Science Events "Wendepunkt Krise?", der gestern im Radiokulturhaus stattgefunden hat. Die Vortragenden wünschten sich mehr Partizipation und eine neue Kultur für die Politik.

Gesellschaft 06.11.2009

Der Krise fehlt das Bild

Der Science Event ist eine Veranstaltung der Initiative Risiko:dialog des Umweltbundesamts und von Radio Österreich 1, das den Science Event mit Beiträgen begleitet; zu hören am 6. November um 19:05 Uhr im Dimensionen-Magazin (Programm).

Weitere Informationen zur Veranstaltung

Zwei weitere Science Events gab es bisher zum Thema Risiko Energiegesellschaft und zu Demographischen Entwicklungen.

Die Wirtschaftskrise habe bisher vor allem diffuse Ängste ausgelöst, attestierte die Philosophin und Publizistin Isolde Charim in ihrem Vortrag. Doch wo bleibt der Zorn, fragt sie, und wird er noch kommen? Die Wirtschaftskrise habe gezeigt, dass der Markt die größte Irrationalitätsmaschine sei. Wir hätten aber kein Bild von der Krise. Zwar würde sie mit Begriffen wie "Gier" und "Abzocker" dämonisiert, doch vieles spiele sich in den Regionen des abstrakten, des virtuellen Geldes wie in einem Paralleluniversum ab. Die Wirtschaftskrise des Jahres 1929 hingegen hatte das Bild des Arbeiters mit dem Schild "Suche Arbeit" um den Hals.

Die Krise sei eine Erschütterung der Selbstverständlichkeit der Welt, wie wir sie kennen; der Schreck, dass sich Normalität und Sicherheit jederzeit auflösen könnten. Die Selbstverständlichkeit des Kapitalismus sei dahin. Laut Charim muss Nachhaltigkeit zu einer neuen moralischen Erzählung werden, die die Menschen ergreift. Nicht mehr Informationen, Zahlen und Katastrophismus seien angesagt. Die Lehre aus der vertanen Chance der Krise laute: Wir können uns nicht zurücklehnen und die traditionelle Politik machen lassen.

Die Krise und ihre große Schwester

Ein viel größere Krise als jene der Wirtschaft würde jedoch derzeit übersehen, warnt die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: jene des Klimawandels. Hier treffen zwei Systeme aufeinander: das von Menschen gestaltete Wirtschafts- und Gesellschaftssystem und jenes der Natur, das uns vorgegeben ist. Gelingt es nicht, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Anstieg der Temperatur der Atmosphäre zu bremsen, stünde uns eine Welt bevor, die mit der heutigen nicht mehr viel gemeinsam hätte.

Die Wirtschaftskrise habe jedoch auch manche positiven Seiten, so Kromp-Kolb. So seien die CO2-Emissionen in der EU von 2007 auf 2008 um drei Prozent gesunken. Dieser Effekt dürfte aber nur ein vorübergehender sein. Ein weiterer positiver Aspekt: Länder wie beispielsweise Korea und China hätten in Folge der Krise einen Green New Deal beschlossen, um in umweltfreundliche Projekte zu investieren. In der EU werden laut Kromp-Kolb derzeit nur 15 Prozent des Geldes grün investiert; ein im internationalen Vergleich schlechter Wert.

"Frischzellenkur für die Infrastruktur"

Ein Thema, dass immer wieder in den Vorträgen auftauchte, war die Infrastruktur. Durch sie bestimmen die Investitionen von heute, welchen Spielraum die Gesellschaft in Zukunft haben wird. Häuser, die wir heute bauen, werden auch in Jahrzehnten noch stehen und den Energieverbrauch bestimmen.

Ähnlich sieht es Kromp-Kolb: "Wenn wir heute in Straßen, Kohle- und Gaskraftwerke investieren, werden wir nicht beim Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember beschließen, nicht auf diesen Straßen zu fahren und Emissionen zu reduzieren." Der Ökonom Stefan Schleicher vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung verlangt eine "Frischzellenkur für die Infrastruktur".

Leere Regionen und alte Menschen

Besonders hart von der Krise betroffen seien Regionen, aus denen Menschen abwandern. "Dort potenzieren sich die Folgen, sagt Klemens Riegler, Geschäftsführer des Ökosozialen Forums Österreich. Er drängt auf eine ökosoziale Steuerreform, die Energie und Rohstoffe verteuert und Arbeit verbilligt. So könnten auch wieder mehr Produkte aus der Region kommen. "Derzeit haben wir eine Idiotie von Standortwettbewerben", so Riegler.

Dass Menschen immer älter werden, ist eine zusätzliche Herausforderung für die Gesellschaft. Heute könne niemand wissen, wie eine Gesellschaft funktioniert, in der mehr als die Hälfte der Menschen über 50 Jahre alt ist, denn eine solche gibt es schlicht noch nirgends, sagt Rainer Münz,Leiter der Abteilung "Forschung & Entwicklung" der Erste Bank in Wien und Senior Research Fellow am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.

Partizipation und Politik

Die Politiker seien mit den derzeitigen Herausforderungen überfordert, waren sich viele Vortragende einig und wünschen sich mehr Partizipation. "Damit sich etwas ändert, müsse der Wunsch vom Volk ausgehen", sagt etwa Kromp-Kolb. Für den Organisationberater Reinhard Tötschinger ist Partizipation wie eine spontane Jazzsession, bei der Musiker, die sich nicht kennen, gemeinsam spielen.

Gleichzeitig will man aber die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen. Riegler zufolge könnten zivilgesellschaftliche Bewegungen oder auch die Wissenschaft die Politik lediglich unterstützen. Schleicher schlägt vor, die Politik einem Pisa-Test zu unterziehen.

Für viele Bereiche gäbe es bereits Lösungen und Rezepte in den Schubladen. Doch was hindert uns daran, diese hervorzuholen? Meist beharrende Kräfte. Diese würden vom derzeitigen System profitieren. Die vielen, die jedoch von der Veränderung zu einer nachhaltigeren Wirtschaft profitieren könnten, sind jedoch nicht so klar zu sehen und können sich daher nur schwerer organisieren, sagt Münz.

Und immer wieder droht die Krise

Weitgehend einig waren sich die Vortragenden auch, dass diese Krise nicht die letzte gewesen sein wird. Die nächste könnte vom Energiesystem ausgelöst werden, glaubt Michael Cerveny, Energieexperte der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik. Immerhin könne bei einem Großteil jener 780 Ölfelder, die derzeit fast den gesamten Rohölverbrauch der Welt abdecken, immer weniger gefördert werden. Dies könnte in einigen Jahren zu einer Energiepreiskrise führen.

Wie es besser gehen könnte, zeigten schließlich mehrere vorgestellte Projekte; etwa jenes des tschechischen Ortes Hohstetin, wo man seit einigen Jahren auf erneuerbare Energieträger setzt, von der Kohle losgekommen ist und neue Arbeitsplätze geschaffen hat.

Der Markt und seine Regulierung

Angesprochen wurden auch die Grundlagen des Wirtschaftssystems. Laut Schleicher gibt es kein Zurück; die gewohnten Wirtschaftswachstumsraten werden nicht mehr erreicht werden können. Schleicher zitiert den Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: Was bisher in der Ökonomie als Mainstream galt, sei bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls ein Desaster.

Charim und Kromp-Kolb sind sich einig, dass es nicht um die Frage mehr oder weniger Markt geht. Es gehe um die Frage der Regulierung und um ein System, dass mit weniger natürlichen Ressourcen auskommt.

Charim berichtete von ihrem Besuch bei den derzeit im Audimax demonstrierenden Studierenden. Diese hätten die Philosophin gefragt, wie man denn am besten den Kapitalismus abschaffen könne. Abgesehen davon, dass das laut Charim vielleicht aber gar nicht die richtige Frage ist, riet sie den Studierenden, sich darüber nicht allzu viele Gedanken zu machen: Investmentbanker könnten das Schiff schließlich viel besser versenken.

Mark Hammer, science.ORF.at

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Forum

 
  • @karl273, von weiter unten

    hosenbeisser, vor 826 Tagen, 5 Stunden, 22 Minuten

    Hej, im Prinzip hast mit den Ideen ja fast recht. Aber nur fast, denn: Auch Gold, Kupfer und Indium und so hat keinen realen Wert. Stell Dir mal vor, du hast nichts zum Knabbern und hast aber 10kg Gold. Und es gibt niemanden der das Gold will. Was für einen Wert haben dann die 10kg Gold? Genau, 0. Ist nur ein Klumpen der nichts bringt und am besten möglichst schnell weggeworfen wird, da man Gold zwar fressen kann, es aber unverdaulich ist.

    Wert ist immer dadurch definiert was jemand anderer bereit ist dafür zu tun, zu geben, zu lassen, und so. Wenn keiner bereit ist, ist es wurscht ob Papiergeld oder Goldmünze: Alles für die Fisch.

    Wennst Zeit hast lies mal: Gunnar Heinsohn: "Eigentum, Zins und Geld" (Metropolis).

    Auf den 500 Seiten steht zwar auch recht viel Geschwaffel, die Ideen dahinter würde sich auf 75 Seiten auch locker ausgehen.

    Aber Achtung: Dem Heinsohn durchaus schlüssige Ideen zur Zinsproblematik vertragen sich nicht mit den etablierten BWL/VWL-Stumpfsinn der Wirtschafts-Neoliberalen und der Geldwerttheorie.

    • jim99, vor 826 Tagen, 3 Stunden, 55 Minuten

      Endlich. Heinsohn, unser Messias, erlöse uns vom Stumpfsinn und bringe uns die Weisheit.

    • Realen Wert

      karl273, vor 825 Tagen, 20 Stunden, 29 Minuten

      Realen Wert hat nur ein Bauernhof mit dazu passendem Inventar und mit ebenso dazu passendem Umland.

      Alles andere dient nicht zum Überleben.

      Seltsam ist aber, daß gerade die Bauern von der Industriegesellschaft so schlecht behandelt werden.

    • mynona, vor 825 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

      mensch war noch nie zufrieden. Wenn sie satt ums Höhlenfeuer sitzen und gerade keine Gelegenheit für das, chm, das halt, ist, dann denken sie sich alles mögliche aus. Wertvorstellungen übers überlebensnotwendige Sattsein hinaus, und so. Soll ich diese Eigenschaft mit dem Pfuiwort Psychologie benennen?

    • antispam, vor 825 Tagen, 14 Stunden, 22 Minuten

      Für das schamhaft verschwiegene Pfuiwort kannst du einfach befriedigen einsetzen.

      Deshalb wird der ganze überfüssige Mist, der unsere Wirtschaft in Gang hält, Ersatzbefriedigung genannt.

    • mynona, vor 825 Tagen, 13 Stunden, 18 Minuten

      @antispam, du liest zu ungenau.
      Ist im Forum verzeihlich, da im Grunde egal. Aber gut, also, mit Pfuiwort meine ich genau das Wort "Psychologie". Denn manchen Usern gegenüber, z. B. hosenbeisser, darf man nicht psychologisch argumentieren!
      karl273 lässt unten in Bezug auf den Goldwert Psychologie gelten. Das reißt aber eine logische Lücke in den Verlauf, denn auf dem Weg über Psychologie sieht man, Geld hat Wert.
      Und sonst: Freud soll gesagt haben, auch eine Zigarre sei manchmal einfach - eine Zigarre.

    • Neues Bild

      karl273, vor 825 Tagen, 12 Stunden, 47 Minuten

      Neues Bild, hier bei der Mathematik:

      http://science.orf.at/stories/1631236/

    • mynona, vor 825 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten

      typisches Schlechtwetterprogramm *g*. Jetzt geh ich, man soll hier offtopic nicht übertreiben.

    • antispam, vor 825 Tagen, 5 Stunden, 38 Minuten

      Wenn sie satt ums Hoehlenfeuer sitzen und gerade keine Gelegenheit für das, chm, das halt, ist, dann denken sie sich alles moegliche aus.

      Tja, ist schon ein Kreuz mit dem ungenauen lesen.

    • mynona, vor 824 Tagen, 17 Stunden, 4 Minuten

      Ja, und das, wo du der Allereinzigste warst, der überhaupt überlegt hat. Wie so oft! Wer würde ohne dich hier was verstehen *kriegstalleanerkennung* :-)

  • solala, vor 826 Tagen, 7 Stunden,

    Das Problem beginnt dabei überhaupt zu Beschreiben was eigentlich diese Krise ist, geredet wird viel über Wirtschaft, etc...

    Und genau da beginnt das Problem, würde man diese beim Namen nennen, fällt Wirtschaftmal weg, und wird ersetzt durch Struktur.

    Dann wirds Eng, weil dann müßte der Staat zugeben das er eine beträchtlcihe Mitschuld hat, durch die strikte Regelnd der Privatesierung.

    Privat ist gut und schön, weil ja alles billger ist, nur sind die Arbeitskröfte dann auch billiger, die eben nur noch billigers kaufen können, die Katze beißt sich in den Schwanz.

    Der Rückzug des Staats ist auch ein Rückzug der Perspektiven, es gibt keine mehr, von der Rede Kenedys wir werden ncoh in diesme Jahrzent am Mond landen, bis zur realsierung vergingen wenige Jahre, etwas besseres als die Boing 747 auf den Markt zu bringen dauerte schon 50 Jahre, von eine Nachfolgeprojekt für die Concord brauchen wir nciht mal mehr zu träumen.

    Das der Mensch noch dieses Jahrzent wieder den Mond betretten wird, das sind höchstens träume, die träume bleiben...

    Und genau diese Perspektiven fehlen, noch einen besseren Pc noch ein bessres Auto, was will man die Rechner für den Normalhaushalt sind ebenso Überdiemensioniert wie das Auto,...

    • solala, vor 826 Tagen, 6 Stunden, 59 Minuten

      Und genau diese Perspektiven fehlen, noch einen besseren Pc noch ein bessres Auto, was will man die Rechner für den Normalhaushalt sind ebenso Überdiemensioniert wie das Auto, was machts für einen Sinn wenn es 450 km/h auf den Tacho bringt, wenn realsitisch bei 130 km/h Schluß ist...

      Energieversorgung detto, usw,. es fehlen die Träume für die es sich lohnt noch zu kämpfen, oder sie sind Patentrechlich, Urheberrechtlich und Produktschutzmäßig in einer Schublade, damit nicht mehr geträumt werden kann, sondern verkauft und verschärbelt, nicht für eine bessere Zukunft sondern für eine Zukunft ohne Zukunft!

    • jim99, vor 826 Tagen, 3 Stunden, 52 Minuten

      Katze-in-den-Schwanz stimmt überhaupt nicht. Es gäbe überhaupt keinen Preis und keinen Lohn und kein Einkommen über 0, wenn diese immer wiederkehrenden Todesspirale-nach-unten-Phantasien stimmen würden.

    • Wie lange dauert dieses Jahrzehnt noch in solalas System?

      antispam, vor 825 Tagen, 20 Stunden, 6 Minuten

      Genau dieses wirre Dahingepfusche ist der Grund, warum in Europa nicht viel vorangeht.

      Die NASA hat gerade 900.000 Dollar einem Privaten für seinen funktionierenden Prototyp eines Space-Elevators als Preisgeld überreicht.
      Die haben Chinas Möglichkeiten erkannt und die Herausforderung angenommen.

    • antispam, vor 825 Tagen, 20 Stunden, 5 Minuten

      http://www.newscientist.com/article/dn18122-space-elevator-wins-900000-nasa-prize.html

  • Da kommt gerade der Zorn auf!

    klausi025, vor 826 Tagen, 8 Stunden, 38 Minuten

    Da kann man offenbar noch so ein Linker sein ... Geld und Macht machen jeden zur N.....onne! *ggg*

    Gusenbauer ist Investmentfonds-Chef

    Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist seit kurzem im Bereich Vermögensverwaltung tätig. Laut "profil" fungiert der frühere SPÖ-Chef als Europa-Direktor des Investmentfonds Equitas European Funds, einer Tochter der Fondsgesellschaft Equitas Capital mit Sitz in Santiago de Chile. Der Fonds ist gemäß eigenen Angaben auf Investments in Immobilien, Informationstechnologie, Umwelttechnik und Agrarindustrie spezialisiert.

    Gusenbauer zufolge ist das Ziel, österreichische Investitionen in Chile zu fördern. Laut "profil" existiert auch eine Verbindung des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic zu Equitas European Funds. So ist der Wiener Unternehmer Rudolf Binder neben Gusenbauer Kodirektor des Investmentfonds. Binder betreibt mit Novomatic in Form eines Joint Ventures ein Kasino mit Hotel und Konferenzzentrum in Chile.

  • tut mir aber leid

    iggi, vor 827 Tagen, 29 Minuten

    dass oeko-fanatische akademiker nicht mehr REGULIERUNG DER GESELLSCHAFT nach ihrem sinne orten.

    • Manche geistig beschränkten oder geistig verführten...

      wilf123, vor 826 Tagen, 44 Minuten

      Menschen würden den Reformbedarf erst erkennen wenn rundherum alles brennt. Aber vielleicht nicht einmal dann. Die Gesellschaft gehört vor solchen Individuen geschützt.
      Manche verstehen es entweder einfach nicht, oder rechnen sich aus, dass die kommenden Generationen die Probleme ausbaden sollen, die wir (mit-)verursacht haben. In letzter Zeit fällt mir auf dass genau solche Leute ihre Primitivmeinungen auch noch auf eine besonders präpotente Art zum besten geben. Der Bedarf dafür ist aber denkbar gering.

    • ja, schuetze die gesellschaft nur

      iggi, vor 825 Tagen, 14 Stunden, 11 Minuten

      vor allen die beim phrasendreschen nicht mitflegeln.

    • "die kommenden Generationen" werden hauptsächlich...

      antispam, vor 825 Tagen, 14 Stunden, 7 Minuten

      ...jetzt schon missbraucht.
      Wenn in Deutschland an die ständig wachsende Billionenschuld gedacht wird, dann unterschlug selbst ein Herr Steinbrück (SPD,Bundesfinanzminister a.D.) gerne, dass die Schuldentilgung den Nachkommen seiner Parteigenossen aufgebürdet werden wird, die Schuldzinsen aber den Nachfahren anderer Gesellschaftskreise in die Taschen fließen werden.
      Zwecks Augenauswischerei redet man dann gerne von Erbschaftssteuer, und dass dann der kleine Häuslebesitzer geschont werden wird und nennt auch Freigrenzen.
      Die werden aber genauso der kalten Steuerprogression unterliegen, wie das bei Löhnen und Gehältern schon seit Mitte der 1960er Jahre der Fall ist.

    • voellig richtig antispam,

      iggi, vor 825 Tagen, 3 Stunden, 32 Minuten

      und es unterstuetzt mein argument fuer weniger einfluss des staates doch sehr eindrucksvoll, hat aber mit fachlich undurchdachten rufen nach 'nachhaltigkeit' in der wirtschaft,energie und ressourcenpolitik wenig zu tun. der dauernde ruf nach erzwungenen/subventionierten oekophantasien weichwissenschaftlicher plapperazzis ist verzichtbar und liefert nur vorschub fuer staatsverschuldenede, steuersubventionierte profitsteigerung verschiedener lobbygruppen wie energieversorger, agrarkonzerne u.a.m.

  • Zeitpunkt wurde verpasst?

    hosenbeisser, vor 827 Tagen, 3 Stunden, 10 Minuten

    Keine Sorge. Diese Krise ist noch nicht vorbei. Die hat nichtmal noch richtig angefangen.

    Jetzt heisst es mal die kritischen Masse bei der Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu überschreiten. Und da sind wir am besten Weg.

    Bis jetzt war die "Krise" primär ein bisserl Zahlenspielen in Bilanzen und auf Wertpapierkonten und so. Das ist aber für das reale Leben weitgehend egal. Dann aber wenn viele Leute in die Gosse absinken und dann wenn bei vielen der Magen knurrt, dann geht die Krise los. Denn dann sind das keine abstrakten Zahlenspielchen mehr.

    • therealotprofi, vor 827 Tagen, 2 Stunden, 9 Minuten

      Diese Einschätzung ist durchaus realistisch!
      Durch die Krise treten auch all die Strukturprobleme in ihrem vollen Umfang zutage ...

    • jim99, vor 827 Tagen, 26 Minuten

      Was hier zutage tritt, sind vor allem kranke Wunschträume kranker Gehirne.

  • :-)

    klausi025, vor 827 Tagen, 4 Stunden, 29 Minuten

    Weil die Leute eigentlich keine Veränderung wollen. Ich erinnere mich, wie kleine Arbeiter zu Verfechtern des freien Marktes wurden, weil sie einen Fond besaßen, der wuchs und wuchs und wuchs ... klar sind sie nun kurz zornig, weil sie in Kurzarbeit geschickt wurden und der Fond nicht mehr so viel wert ist ... aber auch Lotto-Spielen macht die meisten Menschen ärmer aber die Hoffnung lässt Millionen jede Woche wieder spielen! ;-) Gerechtigkeit wollen wir nur, wenn sie UNS etwas bringt ... würde sie bedeuten, dass wir geben müsste, tut es auch die Ungerechtigkeit! ;-)

    • klausi025, vor 827 Tagen, 4 Stunden, 28 Minuten

      Und ich meine mit "freier Markt" nicht die Möglichkeit, mit Arbeit und Können seinen Wohlstand gerecht zu vermehren ... ich dachte da eher an "frei von Moral und Ethik"! ;-)

  • Nicht real

    karl273, vor 827 Tagen, 7 Stunden, 19 Minuten

    Die Wirtschaftskrise ist nicht real.

    Die Menge der Arbeitskräfte ist so wie vorher.
    Die Menge der Nahrungsmittel ist so wie vorher.
    Die Menge der Produktionsmaschinen ist so wie vorher.
    Die Menge der Rohstoffe ist so wie vorher.
    Die Menge der Energieträger ist so wie vorher.

    Wir sollten deshalb auch so weitermachen, wie vorher.

    • So wie ich dich kenne...

      wilf123, vor 827 Tagen, 5 Stunden, 43 Minuten

      meinst du mit "weitermachen wie vorher" aber nicht, dass wir nicht aus alten Fehlern lernen sollten.

    • aasgeier, vor 827 Tagen, 4 Stunden, 53 Minuten

      Die Menge des Geldes ist NICHT wie vorher (denn die benötigten Billionen wurden ja extra frisch gedruckt, weil in Omas Sparstrumpf nicht soviel war).
      Deshalb wird die Inflation genau dann kommen, wenn alle denken, dass ja alles überstanden ist.

      Meine Oma hatte ein Delikatessengeschäft in den 1920er Jahren und Kunden, die auch während der Inflation Geld wie Heu hatten.

      Ihr grauste immer vor dem Feierabend, weil der Geldkoffer jeden Tag schwerer wurde.

      Als sie schließlich mehrmals täglich zur Bank musste gab sie das Geschäft auf, weil es nicht mehr die Mühe lohnte.

    • jim99, vor 827 Tagen, 30 Minuten

      Es wurden überhaupt keine Extra-Billionen gedruckt. Die Zentralbanken kämpfen mit der Geldpolitik im Gegenteil gegen eine Schrumpfung der Geldmenge an. Stichwort Credit Crunch - hat man vielleicht schon mal gehört.

    • Geld ist nicht real

      karl273, vor 826 Tagen, 19 Stunden, 51 Minuten

      Geld ist nicht real, und hat keinen realen Wert.

      Die Mengen der Arbeitskräfte, Nahrungsmittel, Produktionsmaschinen, Rohstoffe, und Energieträger sind real, und sie haben einen realen Wert.

      Denkt nicht finanzpolitisch, denkt technologisch.

      Wir können uns immer noch alles selbst herstellen, was wir brauchen, genau so wie vor drei Jahren.

      Was sollte uns daran hindern?

    • antispam, vor 826 Tagen, 18 Stunden, 31 Minuten

      Die Chinesen denken auch, dass Dollar und Euro nur legales Falschgeld sind, und haben z.B. schnell mal 1,5 Millionen Tonnen (reales!) Kupfer gehortet.
      Das tat dem Kupferpreis recht gut, denn wegen mangelnder sonstiger Nachfrage wäre er soweit gefallen, dass die in die Produktionsverbesserung investierten Kredite gefährdet wären.

    • Nachtrag

      karl273, vor 826 Tagen, 18 Stunden, 30 Minuten

      Die Immobilienkrise ist nicht real.

      Die Menge der Immobilien ist so wie vorher.

    • Reales Geld

      karl273, vor 826 Tagen, 18 Stunden, 23 Minuten

      Als reales Geld sollte man nur Gold und Sachwerte wie zum Beispiel Kupfer oder Indium anerkennen.

      Papiergeld, Aktien, Wertpapiere, Schuldscheine, und sogar Goldzertifikate sind real völlig wertlos.

      Aber das Papier hat einen gewissen Heizwert.

    • Noch ein Nachtrag

      karl273, vor 826 Tagen, 18 Stunden, 20 Minuten

      Natürlich ist auch das elektronische Geld völlig wertlos.

      Es hat auch fast keinen Heizwert.

    • antispam, vor 826 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten

      Es kostet Heizwert, denn wenn eine einzige Google-Anfrage schon unglaublich viel Strom weltweit brauchen soll, dann die Geräte der Daytrader sicher mehr.
      Was für gemütliche Stunden:
      www.goldseiten.de

    • Chemische Elemente

      karl273, vor 826 Tagen, 11 Stunden, 19 Minuten

      Chemische Elemente sind als Wertanlage viel sicherer als chemische Verbindungen, denn der Preis von chemischen Verbindungen hängt stark von ihrer Herstellungsmethode ab.

      Gold ist heute so teuer wie bei den Babyloniern.

      Man bekommt heute für eine Feinunze Gold gleich viele Brotlaibe wie vor über 2600 Jahren.

      Gold ist somit ein perfekter Inflationsschutz aber kein geeignetes Spekulationsobjekt.

      Zu Zeiten des babylonischen Königs Nebukadnezar II. habe man für eine Feinunze Gold 350 Laib Brot bekommen, weiß der RZB-Experte.

      Wenn heute eine Feinunze umgerechnet 730 Euro koste und ein Laib Brot 2,10 Euro, "dann bekommen wir für eine Feinunze genau so viel wie zur Zeit von Nebukadnezar", aktuell nämlich 348 Brotwecken.

      http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/513967/index.do

      Das Gold wird nicht wertvoller, sondern das Geld wird wertloser.

    • neutrino, vor 826 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

      @antispam
      ...laut den Standard - Aussagen verschiedener wissenschaftlicher Institute benötigt eine "Google - Anfrage" etwa 0.004 bis 0.011 kWh (Kilowattstunde) was etwa 3 bis 5.5 Gramm CO2 Ausstoss entspricht,...allerdings nach einem intelligenten Einwand aus einem Forum, entspricht eine Anfrage einen ca. 4 Watt Impuls der mit der Rückantwort im Mittel nur 0.13 Sekunden benötigt also nur 0.52 Wattsekunden entspricht, was im unteren Bereich nur 0,896 mg CO2 Emission pro Google - Anfrage äquivalent wäre, daher bei ursprünglich 2g CO2 jetzt nur mehr 1/50000 davon wäre,...allerdings braucht der laufende Betrieb aller Google - Server ohnehin gigantische Strommengen die ja nur zum Teil über Google - interne Solaranlagen gewonnen werden!,...;-)
      .:.

    • antispam, vor 826 Tagen, 9 Stunden, 4 Minuten

      Googeln lasse ich mir auch nicht verbieten, so wie der echte Daytrader 24 Stunden am Tag mehrere Standleitungen nebst Beiwerk unter Strom hält, wenn er mit Schweinehälften handelt, von Schweinen, die nie geboren werden (..können, weil es garnicht genug Sauen gibt, echte Säue meine ich natürlich, die soviel ferkeln könnten).
      Da schließt der Trader vielleicht von sich auf die Tierwelt ;-)

    • antispam, vor 826 Tagen, 9 Stunden, 3 Minuten

      immer dasselbe, kaum sudert man, schon wird es einem mit einem vermurksten Smiley heimgezahlt.

    • Abwärme zum Heizen

      karl273, vor 826 Tagen, 7 Stunden, 38 Minuten

      Wenn man die Server in kalten Ländern aufstellt, dann kann man sie nicht nur besser kühlen, sondern man kann auch ihre Abwärme zum Heizen verwenden.

      Eine Stunde lang einen 150 W Bildschirm zu betreiben kostet 0,15 kWh, egal ob man ihn zum Fernsehen oder zum Computern verwendet.

    • Woher kommt der Wert des Goldes?

      mynona, vor 826 Tagen, 7 Stunden, 33 Minuten

      @karl273 den Gedanken "Geld ist nicht real, und hat keinen realen Wert ..." kann ich gut folgen, meine, es stimmt.
      Und, zu was brauchte man zu Nebukadnezars Zeiten Gold? Heute gibt es technische Einsatzgebiete dafür, wie für das Kupfer, das seit Ötzi praktisch verwendet wird. Was war in früheren Zeiten wichtig am Gold?

    • Psychologischer Wert

      karl273, vor 826 Tagen, 7 Stunden, 15 Minuten

      Es kann sein, daß das Gold damals einen rein psychologischen Wert als seltenes und schönes Schmuckmetall hatte.

      In einigen Kulturen wurde auch Schmuck aus Kupfer oder Bronze verwendet, um Reichtum und reales technisches Potential anzuzeigen.

  • freiwelt, vor 827 Tagen, 9 Stunden, 22 Minuten

    tja, wenig konkretes hier. schade, wenn man mal schon soviele experten offeriert

    warum so wenig zorn? warum lernt niemand ?

    die staaten haben eben die ihnen vom neoliberalismus uebertragene aufgabe erfuellt; sie fungieren als finanzkraeftige krisenfeuerwehr und sorgen dafuer, dass es nicht ganz so schlimm kommt.

    1. durch garantien und grosszuegige finanzpakete fuer die verunsicherte und gefaehrdete bankenwelt

    2. durch niedrigzins und waehrungs- politik

    3. durch finanzierung des sozialstaates, der - zumindest mittelfristig - die haesslichen folgen der arbeitslosigkeit abfaengt bzw zumindest nicht das strassenbild verunschaoenen laesst.

    all das faengt ab, nicht zuletzt den "zorn" der menschen. der sozialstaat wird (siehe soziale begleitmassnahmen von arbeitslosigkeit von der obligaten "schulung" bis zur zwangspsychiatrisierung) derzeit hoch belastet. die rechnung fuer all das bekommen wir in ein paar jahren praesentiert - durch die "reform" des sozialstaats. hartz IV hat in deutschland vorgemacht, wie sowas aussehen kann

    insgesamt jedenfalls ein "good job" den staaten. sie sorgen fuer die ruhe, die ihrerseits dafuer sorgt, dass alles beim alten bleibt

    • freiwelt, vor 827 Tagen, 9 Stunden, 21 Minuten

      ach ja internationae "regulierung"... da gabs ja noch den populistischen G8 schachzug die managergeaehlter deckeln zu wollen ... als ob das, selbst wenns durchzusetzen waere, irgendwas substantielles aendern wuerde

      einzelne staaten koennen in der derzeitigen situation kaum agieren, i d R weil sie zusehr mit ihrer eigenen malaise beschaftigt sind, zeils weil sie - siehe EH - in ein enges korsett an durchwegs liberalen regelungen eingezwaengt sind. noetig waere internationale koordination und ein detailliertes regel- und kontrollwerk internationalen finanzsektors, verbote bestimmter spekulativer transaktionen, strenge auflagen fuer rating agencies, steuern auf bestimmte internationale finanz- und waehrungstransaktionen, ja und ein abbremsen der liberalsierung bestimmter maerkte

      warum das nicht passiert? weil auch schon bisher nicht passiert ist, weil diese internationale ordnung eben im interesse nicht nur machtiger finanz- und industriebloecke sondern auch der maechtigsten staaten dieser welt ist. sie nehmen dafuer die etwas undankbare rolle rolle der krisenfeuerwehr in kauf

  • :-)

    klausi025, vor 827 Tagen, 9 Stunden, 46 Minuten

    Der Zorn verblasst, wenn die Leute, die so zornig demonstrieren, Geld verdienen und es vermehren lassen wollen! *ggg* Wenn es um den persönlichen Vorteil geht, wird aus dem besten Kommunisten ein Ausbeuter! ;-) Solange es gelingt, die Karotte des persönlichen Erfolges den Leuten vor die Nase zu halten, wird es keinen Zorn geben!

    • jim99, vor 827 Tagen, 8 Stunden, 54 Minuten

      Wir brauchen daher endlich wieder ein System, in dem persönlicher Erfolg ausgeschlossen ist.

    • aasgeier, vor 827 Tagen, 4 Stunden, 39 Minuten

      Eher eins, wo Erfolg nicht am Geld gemessen wird?

      Ersatzweise Orden und Ehrungen?

      Auch nicht das Gelbe vom Ei. Sovietische Generäle hatten alle einen kaputten Rücken, weil sie die Orden auf der Brust nicht mehr derschleppen konnten. Bei den von Natur dort gut bestückten Frauen ging man da wohl deshalb aus Gesundheitsgründen bei der Ordensverleihung sparsamer vor.

      Ein berüchtigter deutschstämmiger Gasmann in Russlands Diensten verzichtet deshalb auf alle Ehrungen und gibt gern mal 10.000 Euro für eine Übernachtung bei den Omanis aus. Per Kreditkarte, versteht sich.