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"So viele Bologna-Prozesse wie Universitäten"

"Bologna" steht in der Unidebatte für den Versuch, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Eine der ersten Unis, die das dafür nötige Bachelor/Master/PhD-System eingeführt hat, war die Ruhr-Universität Bochum. Die entstehenden Schwierigkeiten und Tricks dagegen kennt die Theaterwissenschaftlerin Ulrike Haß.

Uniproteste 23.11.2009

Zwar gibt es Gesetze und Vorschriften für "Bologna", ihre Umsetzung wird aber immer vom Unipersonal gemacht - insofern sieht sie "so viele Bologna-Prozesse wie Universitäten".

Im science.ORF.at-Interview betrachtet Haß, die vor kurzem ein Buch zum Thema herausgegeben hat, die aktuellen Proteste auch als Ausdruck der Demographie und einer Krise der Institutionen.

Porträtfoto der Theaterwissenschaftlerin Ulrike Hass

Ulrike Haß ist Professorin und geschäftsführende Direktorin am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Im Vorjahr hat sie das Buch "Was ist eine Universität? Schlaglichter auf eine ruinierte Institution" herausgegeben. Haß war vergangene Woche zu Gast in Wien im Rahmen einer Veranstaltung des Elfriede Jelinek Forschungszentrums

science.ORF.at: Warum sind die Universitäten "ruiniert", wie es im Untertitel Ihres Buches heißt?

Ulrike Haß: Unsere Universitäten beruhen auf Ideen des 18. Jahrhunderts: der Idee der Einheit von Forschung und Lehre sowie der Idee ihrer Freiheit. Ziel war die Erkenntnis von Wahrheit, errungen in gemeinsamer Anstrengung von Lehrenden und Lernenden. Die aktuellen Reformen haben diese Grundideen massiv angegriffen. Das Modulsystem schränkt die Freiheit von Forschung und Lehre ein. Das Seminar als Form der Einheit von Forschung und Lehre ist ebenfalls bedroht: Anstelle des Austauschs der um Erkenntnis Bemühten tritt eine verschulte Punktejagd.

Wer hat die Unis in Deutschland "ruiniert"?

Der gesamte Reformprozess hat etwas Gespenstisches. Die Bologna-Konferenz, bei der die europaweiten Studienreformen beschlossen wurden, lief ohne Öffentlichkeit ab, ihre Ergebnisse wurden erst Jahre später präsentiert. In der Zwischenzeit hat das Centrum für Hochschulentwicklungen - eine durch niemanden legitimierte, freie Vereinigung - in großer Eile Pläne für eine vollkommene Umstrukturierung der Hochschulen entwickelt. Diese Pläne wurden den Rektorenkonferenzen vorgelegt, die in der Regel die Vorschläge ohne eigenes Konzept übernommen haben. Die Rektoren haben sie dann auf den Unis umgesetzt. Betroffen sind nicht nur einzelne Studien, sondern die gesamte Hochschullandschaft. In Deutschland soll es A-, B- und C-Universitäten geben: Exzellenzunis, mittlere Universitäten und solche "regionalen Ranges", die reine Lehruniversitäten ohne Renommee sein werden.

Sie halten Bologna auch für den Ausdruck einer Institutionenkrise, was verstehen Sie darunter?

Wie an vielen anderen Unis in Deutschland und Europa ist derzeit auch das Audimax in Bochum besetzt, an der Universität von Ulrike Haß.

Ich denke, dass die gehegten Räume, in denen sich Jüngere und Ältere austauschen, ihre Form verlieren. Die Uni als geschlossenes Milieu - mit Aufnahmebedingungen, Prüfungen, Zertifikaten - mit ihrer Struktur eines gehegten Austausches wird zugunsten einer anderen Struktur aufgegeben - der des Unternehmens. Bildung wird zur Ware, Studienzeiten werden verkürzt, das betrifft v.a. den Bachelor als frei zugänglichen Teil des Studiums. Der Master soll tendenziell etwas kosten, das Studium verwandelt sich in permanente Weiterbildung.

Bochum war eine der ersten Unis, bei dem Bachelor und Master eingeführt wurden, wie waren die Erfahrungen?

Logo des Bologna-Prozesses

Die Bologna-Konferenz fand 1999 statt. Die Jubiläumskonferenz wird nächstes Jahr in Wien und Budapest veranstaltet. Oben zu sehen das offizielle Logo des Bologna-Prozesses.

Wir hatten einen sehr ehrgeizigen Rektor, unter dem die Reformen zwischen 2001 und 2004 in enormem Tempo durchgezogen wurden. Der Witz ist, dass es einerseits Gesetze gibt, diese aber immer von den Hochschulangehörigen umgesetzt werden. Es müssen die Beteiligten selbst formulieren, was etwa ein Modul in Germanistik ist. Wie man die Vorschriften auffasst, sowohl im Sinn als auch im Detail - was z.B. ist ein ECTS-Punkt? - ist eine Frage der Interpretation. Insofern gibt es so viele Bologna-Prozesse wie es Universitäten und Institute gibt.

Man versucht die Umsetzung natürlich möglichst vernünftig zu gestalten und muss dabei auch Tricks anwenden. Es empfiehlt sich z.B. die Module nicht zu eng zu bezeichnen, sonst muss man die Lehrinhalte ständig wiederholen. Gut sind Formulierungen wie "systematisches" oder "integrales Modul", da hat man weiter Wahlfreiheit. Und es ist auch nicht zwingend, dass der Bachelor nur sechs Semester umfasst. Würde er acht Semester dauern, wäre das Problem des Zeitdrucks schon viel geringer. Wahlfreiheit und weniger Zeitdruck wären elementar für gute Studienbedingungen.

Die Politik verspricht sich von Ausbildung eine Hauptantwort gegen Arbeitslosigkeit, speziell der Jugend. Wie sehen Sie das?

Ich denke, dass die Krise der Institutionen mit der Demographie zusammenhängt. Es sind ja nicht nur die Hochschulen in der Krise, sondern auch die Schulen, Familien, geschlossene Formen des Betriebs mit Lehrling und Meister: alles Institutionen, in denen es um Staffelübergaben von einer Generation zur nächsten geht. Diese Struktur entgleitet heute. Es gibt immer mehr Alte, die nicht alt werden und ihren Platz nicht räumen wollen. Es gibt Jüngere zwischen 20 und 40, mit denen die Gesellschaft immer weniger anzufangen weiß. In Nordrhein-Westfalen studieren heute 46 Prozent eines Jahrgangs, in manchen Ländern Osteuropas sind es bis zu 60 Prozent. Die Unis werden zu Auffangbehältern, nach ihrer Absolvierung beginnt für die jungen Menschen eine lange Durststrecke, wo sich Weiterbildung auf Weiterbildung häuft, Praktika warten, bis sie mit Mitte/Ende 30 eine Stelle erhalten, die den Namen auch verdient. Und dann gelten sie als "junge Kraft".

Welche Rolle spielen dabei die Hochschulen: Auffangbecken und Wartesaal?

Das sind die Formen, die von der Politik hilflos auf die Unis projiziert werden. Andersrum kann die Uni als ein Ort begriffen werden, in dem wir einen generationenübergreifenden Austausch haben. Ein Raum, in dem miteinander gestritten werden kann, wie die Situation ist und welche Lösung wir wollen.

Insofern verstehen sie die aktuellen Studentenproteste?

Ja, natürlich. Es ist wichtig, sich einmal eine Auszeit im Betrieb zu nehmen und über die Bedingungen dieses Betriebs nachzudenken. Solche Pausen sind immer produktiv, egal ob man Ziele erreicht oder nicht - zumeist ist das ja eher nicht der Fall. Es kommt gar nicht auf mehr Geld an, sondern dass wir eine Zeitreserve haben und einen Ort, wo wir über realistische Pläne diskutieren können.

Interview: Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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Forum

 
  • Die UNI als Wissenskantine?,...

    neutrino, vor 811 Tagen, 13 Stunden, 17 Minuten

    noch dazu alles gratis,...die Mehrzahl der Studenten haben keinen Bock auf eine ehrliche Arbeit schon gar nicht auf solche (wahren) Sprüche wie das "Handwerk hat goldenen Boden",...daher kaum einer fragt sich ob ein UNI - Studium auch tatsächlich seine wahre Berufung ist, ergo zunehmend nur Mittelmass an den Universitäten was die Professoren irgendwann resignieren lässt, denn wozu die konzentrierte Bemühung wenn kaum was Überragendes zurück kommt, wo ist die Zeit wo die tägliche UNI - Lehre stets überraschendes an neuen Erkenntnissen zu Tage förderte,...daher all diese Scheinstudenten ohne innere Berufung sollten nur zu Hause über das Internet lernen, quasi als Ersatzbefriedigung und Beschäftigungstherapie bis diesen Tagträumern irgendwann das Wasser bis zum Halse reicht, und letzlich nur eine praktische Handwerkslehre sinnvoller erscheint,...also wo sind sie die begeisterten Berufenen begnadeten Handwerker?, nun wie es scheint sitzen sie (noch) in den Hörsälen!,...;-)

    achja wo sind auch jene, die echten innerlich Berufenen Universitätsabgänger mit den Niveau eines Newton, Euler, Einstein, u.ä. Koryphäen, sollten hier die UNIs nicht gerade solche potenzielle Grössen fördern!? ...nun, vielleicht sehe ich dies auch zu kritisch und die vorläufige Aufsplitterung in zahlreiche Qualitätsstufen ist irgendwie nützlich, trotz einer zukünftigen vereinheitlichten EU...

    • EU - Universität à la Bolognese,...

      neutrino, vor 811 Tagen, 6 Stunden, 40 Minuten

      nun, schaun wir mal was es bringt,...;-)
      .:.

  • Panikmache

    christoph82, vor 811 Tagen, 15 Stunden, 4 Minuten

    Sie hat nur Angst, dass ihr Person überflüssig wird...
    ... In den USA gibt es Hochklasse-Forschung/Lehre und selbiges System. So schlecht kann das also nicht sein. Aber natürlich braucht alles seine Zeit. Daher wird auch nur auf den Unis das System funktionieren, die konstruktiv daran arbeiten.
    ... Wer Wahlfreiheit will, braucht auch die Studierenden dazu. Ich habe viel Wahlfreiheit in meinem Studium gehabt, aber ich sehe immer mehr Studierende, die froh sind, wenn ihnen alles vorgesetzt wird. Leider gehn die nicht auf die FH sondern verändern so die Uni.
    ... Das die Frau Haß was gegen unternehmerisches Denken hat ist logisch bei ihrem Studium. Allerdings bedeutet das wohl kaum, dass deshalb eine Uni schlechter funktioniert. Wohl wird sie eher in vielerlei Hinsicht effizienter werden und das ist doch recht wünschenswert. Siehe Ö-Unis, wo viele Teile seit UG2002 besser funktionieren, außer denen, die staatlich geblieben sind: Die Gebäude, Stichwort: Mangel und Zustand.
    ...nichts desto weniger fordere auch ich viel mehr Geld für die Unis, sonst werden wir in Relation zu anderen Ländern stark an Niveau verlieren. Und in ca. 50 Jahren werden wir das Billiglohnland sein, weil wir nichts mehr können. Und China wird dann...

    • christoph82, vor 811 Tagen, 15 Stunden, 3 Minuten

      ...die primitive Arbeit an uns vergeben (Schuhfabrik und so).

    • @christoph82

      aw70, vor 811 Tagen, 14 Stunden, 28 Minuten

      Dir ist aber schon klar, dass die *durchschnittliche* US-Uni ein nicht wirklich berauschendes Niveau hat? Und das keine Rede davon sein kann, dass das US-Bildungssystem insgesamt besser oder nachhaltiger arbeiten würde, als die diversen europäischen Ansätze?

      In manchen Bereichen - so wie z.B. in der Informatik - sind beispielsweise in den USA so um die 75% der Dissertanten Ausländer.

      Lass Dir das mal auf der Zunge zergehen. 75%. Drei Viertel der Dissertanten sind *nicht* Produkt dieses Uni-Systems. Die scheinbare Brillianz der US-Unis kommt eben auch daher, dass aus der ganzen Welt die besten Leute abgesaugt werden. Es wäre ein fataler Trugschluss, die dort stattfindende gute Forschung alleine auf die nationalen Strukturen zurückzuführen, und diese deswegen blind zu kopieren.

      Sehr viel kommt auch daher, dass dort einfach mehr Geld vorhanden ist - Forscher gehen dorthin, wo sie gut leben können. Und wenn man sich den gigantischen Schuldenberg der US-Volkswirtschaft ansieht, können einem berechtigte Zweifel kommen, wie viel Geld dort mittel- und langfristig wirklich da ist...

    • die qualitaet us-amerikanischer hochschulabgaenger ist eine sehr unterschiedliche -

      kotzenstoaner, vor 811 Tagen, 14 Stunden, 13 Minuten

      ein paar eliteunis liefern zum teil grossartige absolventen, auf grund eigener erfahrung wuerde ich die grosse masse der hochschulabgaenger als unter dem normal ueblichen niveau in europa liegend sehen ....

      den suendenfall bei uns sehe ich in dieser ungluecklichen vermischung von uni und fh - dazu kommt, dass ein guter uni-betrieb auf massenunis nicht moeglich ist - diesen sollte man den fhs mit ihren auf die anforderungen der wirtschaft angepassten profilen ueberlassen. wissenschaftliche ausbildung versus streamlined nachschub fuer die wirtschaft - beides ist notwendig, vermische ich es, werde ich beide ziele nicht erreichen koennen .....

  • endlich spricht einmal eine aus, was alle so ehrgeizig verfolgen:

    frizzdog, vor 811 Tagen, 15 Stunden, 29 Minuten

    den niedergang der wahrheit zum käuflichen event.

  • Frau Haß hat sich in ihrem Universitätsverständnis seit dem 18.Jhdt......

    grazerbert, vor 811 Tagen, 16 Stunden, 55 Minuten

    ...noch nicht sehr weiterentwickelt. Die "Einheit von Forschung und Lehre" ist doch - zumindest in den Massenstudien - längst Schimäre. Manche "(forschende)Lehrende" betrachten Studenten - nicht nur der "Studentenmassen" wegen - hauptsächlich als Störenfriede, die man möglichst nicht an sich herankommen lassen sollte. Große Teile der Universitätsstudien dienen inzwischen doch nicht irgendeinem abgehobenen "Erkenntnisgewinn", sondern fast ausschliesslich der Berufsvorbereitung (zB. die meisten technischen Studien, BoKu, Jus, Betriebs- und Volkswirtschaft, sämtliche Lehramtssstudien etc etc). Der Bologna - Prozess sollte ja in erster Linie eine Vergleichbarkeit der Studien in den unterschiedlichen Ländern schaffen, was leider vollkommen in die Hose gegangen ist, ausser auf den meisten FH's! Und da ist eine solche "wissenschaftliche ??" Aussage - da ausschließlich in die Vergangenheit gerichtet - nicht besonders hilfreich.

    • @grazerbert

      aw70, vor 811 Tagen, 16 Stunden, 40 Minuten

      Du hast irgendwo recht - aber sie auch.

      Aber nur weil die heutige Uni-Realität so aussieht, dass die Einheit von Forschung und Lehre in vielen Fällen verloren gegangen ist, heisst das noch lange nicht, dass das nicht erstrebenswert wäre. Und vor allem nicht, dass es auch heute nicht machbar wäre.

      Diese Probleme sind vielfach Uni-intern entstanden. Die Professorenschaft besteht heutzutage in hohem Mass aus Leuten, die ihre gesamte Arbeit an irgendwelche Unterlinge delegieren, und sich selber lieber irgendwelchen einträglichen Nebentätigkeiten widmen. Der TU-Professor, der sich bei vollen Bezügen vor allem um seine Firma kümmert, und die Assistenten die Lehre machen lässt, ist leider gar nicht so selten. Selber hält man halt ein, zwei Feigenblatt-Vorlesungen auf Anfängerniveau (mit den Folien von vor 10 Jahren), aber die anspruchsvollen Sachen... das machen dann die Assis.

      Wieso ist das möglich? Weil an den Unis selber ein Klima herrscht, wo derlei nicht hinterfragt wird. Die Professoren sind heutzutage vermutlich manchmal noch weit abgehobener, als sie es vor 1968 je waren. Aber sie fühlen sich sehr oft nicht mehr der Uni verpflichtet (so wie die alten Ordinarii, trotz ihrer Abgehobenheit), sondern vor allem nur mehr ihrem persönlichen Vorteil.

      Solange da...

    • Teil 2

      aw70, vor 811 Tagen, 16 Stunden, 38 Minuten

      ...Uni-intern nicht gegengesteuert wird, kann die Politik auch nicht viel ausrichten.

      Denk mal an die Proteste jetzt: hat man da auch nur einen Prof auf der Strasse gesehen? Nein, wozu auch.

      Aber ich wette mit Dir: wenn ein Gesetz käme, das rigoros Nebentätigkeiten der Uni-Professoren einschränken würde, und sie dazu zwingen würde, selber Hand anzulegen... den Aufschrei würde man bis nach Afrika hören!

  • Der war gut:

    omen, vor 811 Tagen, 17 Stunden, 55 Minuten

    "Theaterwissenschaft" :)))

  • man kann (und soll) die zukunft

    neuezeit, vor 811 Tagen, 19 Stunden, 8 Minuten

    ja nicht aufhalten. bologna ist mal ein kleiner schritt, aber grade in österreich sind da noch viele weitere nötig.
    im skandinavischen raum ist man da schon viel weiter, allein schon durch größtenteils englische vorlesungen im masterabschnitt ists dort ein kinderspiel von land zu land zu wechseln, von den vorteilen im berufsleben durch perfekte englischkentnisse ganz zu schweigen.
    bei uns ists ja schon ein albtraum wenn man von graz nach wien wechseln will...

    • Brave new world

      chrilly, vor 811 Tagen, 17 Stunden, 56 Minuten

      Ich habe ein paar Jahre beim European Space Technology Centre (ESTEC) in Holland gearbeitet. Es ist kein Englisch, dass da gesprochen wird. Sondern ein Pidgin. Typischer kann man sich auch mit allen prima unterhalten, nur nicht mit Engländern. Die stören das Pidgin.
      Die prima Unterhaltung funktioniert allerdings nur für den unmittelbaren Alltag. Wenn man etwas komplexeres/subtileres ausdrücken will, ist man mit dem Pidgin am Ende. Z.B. kann man in Pidgin nicht Schmäh führen. Wobei das nicht nur an der Sprache, sondern auch am fehlenden gemeinsamen Kontext liegt.
      Es ist schon interessant, wenn manche eine komplexe Kultursprache durch Pidgin ersetzen wollen. Ich habe jedenfall das ESTEC-Pidgin auf Dauer sehr deprimierend gefunden.
      Um so gut Pidgin wie Franzosen zu reden, braucht man es auch nicht an der Uni lernen.
      Es wäre viel besser, wenn man mehrere Sprachen zumindest passiv kennt.

    • Zugegebner Weise

      omen, vor 811 Tagen, 17 Stunden, 49 Minuten

      ist die Englische Sprache auch nicht das Blaue wom Himmel, oder ? Im vergleich mit Deutsch finde ich sie ziemlich blöd, dabei sind beide (+ Russisch) für mich Fremdsprachen ...

    • @chrilly

      aw70, vor 811 Tagen, 17 Stunden, 27 Minuten

      Ich weiss leider nicht von wem das Zitat ist, aber es bringt das auch schön zum Ausdruck:

      "Actually, the language of international science isn't really English as such. Rather, the language of science is *really bad* English!"

      Manchmal macht so ein Kauderwelsch ja Sinn - im englischen Flugfunk wird ja beispielsweise für die ganzen Routinemeldungen ganz bewusst ein Vokabular von insgesamt nur ca. 200 Wörtern (oder so was in der Grössenordnung) verwendet. Aber es ist halt was anderes, wenn man täglich denselben Approach auf einen Flughafen fliegt, oder wenn man wissenschaftliche Fakten kommunizieren will.

      Wobei mir im internationalen Vergleich schon auffällt, dass vor allem die älteren Kollegen in Wien fast schon stolz darauf sind, grässliches Englisch zu sprechen. Das ist in anderen Ländern eher weniger so.

  • 'lustig' wie in Mitteleurostan

    iggi, vor 811 Tagen, 22 Stunden, 7 Minuten

    angelsaechsischer pragmatismus auf teutsches gelehrtenthume prallt. was allerdings das bolognasystem mit dem zitierten zerfall von familien und problemen der jugendbeschaeftigung zu tun hat, das weiss nur der kompetente...theaterwissenschaftler.

    anderswo bringen (voll kostenpflichtigen) theaterstudien welle um welle international erfolgreicher und hochkreativer abgaenger hervor, denen es nicht im traume einfallen wuerde, derart sinnlos an system und gesellschaft herumzugranteln.

    • djfamc, vor 811 Tagen, 16 Stunden, 54 Minuten

      Schon peinlich, wenn man mal was nicht versteht und das gleich als Unsinn abtun muss, um den eigenen Kopf nicht anstrengen zu müssen.

    • braucht dir nicht peinlich sein

      iggi, vor 810 Tagen, 22 Stunden, 20 Minuten

      ich erklaere es dir gerne nochmal.

  • Die Methode der Transcendenz,...

    neutrino, vor 812 Tagen, 28 Minuten

    http://www.transcend.at/

    ...eine Möglichkeit für eine gemeinsame Lösung,...;-)
    .:.