
Weniger neue Infektionen und Tote
Das geht aus dem Welt-Aids-Bericht der Vereinten Nationen hervor, der am Dienstag in Schanghai im Vorlauf zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember vorgestellt wurde.
"Die gute Nachricht ist, dass der Rückgang, den wir sehen, zumindest teilweise auf Vorbeugung zurückgeht", sagte Michel Sdibé, Exekutivdirektor des UN-Aids-Programms UNAIDS. Doch gingen Vorsorgeprogramme häufig auch am Ziel vorbei und müssten wirksamer ausgerichtet werden.
Immer noch zwei Millionen Tote jährlich
In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Aids-Toten um mehr als zehn Prozent zurückgegangen, während immer mehr Menschen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten bekommen haben. Damit seien seit 1996 schätzungsweise 2,9 Millionen Menschenleben gerettet worden.
Internationale und nationale Investitionen in HIV- Behandlungen hätten sich ausgezahlt, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Doch im vergangenen Jahr - so die Zahlen - sind immer noch zwei Millionen Menschen an der Krankheit gestorben. Seit Beginn der Aids-Pandemie haben sich rund 60 Mio. Personen infiziert, 25 Millionen sind an der Immunschwäche gestorben.
Vorrangig Entwicklungsländer betroffen

Im vergangenen Jahr haben sich 2,7 Millionen Menschen neu mit dem Virus infiziert. In Afrika südlich der Sahara waren es allerdings 15 Prozent weniger im Vergleich zu 2001. In Ostasien gingen seitdem die neuen HIV-Infektionen um 25 Prozent und in Süd- und Südostasien um zehn Prozent zurück.
UNAIDS-Exekutivdirektor Sibidé erklärte, auf zwei neue Aids-Behandlungen kämen aber immer noch fünf neue Infektionen. 97 Prozent der neuen Ansteckungen erfolgten in Entwicklungsländern, wo es auch 98 Prozent der Aids-Toten gebe. Der Grund sei vor allem der mangelnde Zugang zu Gesundheitsdiensten.
Beispiel China
An vielen Orten verändere sich die Epidemie, so dass Vorsorgeprogramme sich nicht schnell genug anpassen könnten. Zum Beispiel seien die Infektionsursachen in China, wo Aids früher vor allem unter Drogenabhängigen vorgekommen ist, heute zu drei Viertel Sexualkontakte.
Es gebe einen überraschend starken Anstieg der Infektionen unter männlichen Homosexuellen, die heute 32 Prozent der neuen Fälle ausmachten. Infektionen durch heterosexuelle Kontakte machten inzwischen 40 Prozent aus. Nur eine von drei HIV-Infektionen wird in China aber auch diagnostiziert.
science.ORF.at/APA/dpa/Reuters
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