Standort: science.ORF.at / Meldung: "Wiener Super-Computer auf Platz 156"

Wiener Super-Computer auf Platz 156

Auf Platz 156 der Top-500-Liste der schnellsten Rechner der Welt findet sich der in den vergangenen Monaten errichtete und heute in Wien präsentierte Supercomputer "Vienna Scientific Cluster" (VSC).

Weltrangliste 27.11.2009

Die zwei Millionen Euro für das schnellste Elektronengehirn Österreichs haben die Technische Universität (TU) Wien, die Universität Wien und die Universität für Bodenkultur (Boku) Wien gemeinsam aufgebracht. Standort der Maschine ist die TU Wien.

Wie 900 Hochleistungs-PCs

Mit gemessenen 35,48 Teraflops (Billionen Rechenschritte pro Sekunde) hätte der VSC die Top-500-Liste im Jahr 2004 noch angeführt, erklärte Ernst Haunschmid von der Abteilung Zentrale Services der TU Wien. Heute führt die Liste ein Rechner der Oak Ridge National Laboratories (USA) mit einer Leistung von 1.759 Teraflops an.

Der neue Wiener Rechner besitzt mehr als 4.000 parallel arbeitende Prozessorkerne. Gemeinsam erbringen sie eine Rechenleistung, die etwa 900 Hochleistungs-PC entsprecht. Dementsprechend hoch ist auch der Stromverbrauch des Rechners, etwa 180 Kilowatt verbraucht die Maschine maximal. Inklusive der nötigen Kühlung sind es 250 Kilowatt.

Großer Anwendungsbereich

Der Aufwand wird sich lohnen, sind die Wissenschaftler überzeugt. Modellrechnungen am Computer seien in praktisch allen wissenschaftlichen Bereichen stark zunehmend, erklärte Boku-Vizerektor Martin Gerzabek. Etwa in der Proteinmodellierung, der Umwelttoxikologie, der Klimaforschung, der Simulation von Luftqualität oder auch in der Hydrologie werde der Supercomputer von Boku-Seite auf jeden Fall eingesetzt.

Weiters wird der Computer etwa für Entwicklungen von Halbleitertechnik eingesetzt, aber auch Astronomie, Physik und Mathematik würden stark profitieren, so die Experten. Prinzipiell kann jeder Wissenschaftler an den drei Unis Anträge für Rechenzeiten einbringen, die Realisierbarkeit wird von den Systemadministratoren geprüft. Über den Uni-Campus Bohrgasse sollen auch die Medizinische Universität Wien (MUW) und Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingebunden werden.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) begrüßte vor allem die Universitäts-übergreifende Abwicklung. Die drei Unis hätten in kurzer Zeit "effektive Wege der Zusammenarbeit" gefunden. Dies könne als Beispiel für Kooperationen in "Österreich als Hochschulraum" dienen. Wie lange der VSC international wird mithalten können, wird die Entwicklung zeigen. Die TU Wien und Uni Wien haben vorsorglich für die kommenden drei Jahre jeweils 6 Millionen Euro über die Leistungsvereinbarungen für mögliche Nachfolgesysteme von VSC vorgesehen.

science.ORF.at/APA

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • Das klingt

    hosenbeisser, vor 904 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

    wie in den 1960er Jahren mit den Lochkarten am EDV-Z: "Prinzipiell kann jeder Wissenschaftler an den drei Unis Anträge für Rechenzeiten einbringen,"

    Da wiehert massiv der Amtsschimmel. Schneller ausgerechnet ist das wohl, wenn sich der Wissenschaftler beim EDV-Tandler um die Ecke einfach einen neuen PC mit Pentium/AMD 4-core oder 6-core kauft, Linux und Matlab/Mathematica drauf tut und selber los legt.

    Und den alten 80386 mit 33MHz dem EDV-Z dankend zurück gibt.