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Ein Mensch auf einer Parkbank, alleine mir Regenschirm.

Einsamkeit kann ansteckend sein

Wenn Menschen einsam sind, können sie dieses Gefühl auf die letzten verbliebenen Bekannten übertragen. Dann reißen auch diese Kontakte ab, und die Einsamkeit breitet sich weiter aus. Das haben Psychologen festgestellt, die Freundschaften und soziale Beziehungen von mehr als 5.000 Menschen in 30 Jahren ausgewertet haben.

Psychologie 01.12.2009

Die ausfransenden Enden der Gesellschaft

Stresshormone nehmen zu, und das Risiko für Alzheimer steigt: Wer sich einsam fühlt, bekommt eine Reihe an gesundheitlichen Folgen zu spüren. Körperliche Schäden dürften aber nicht das einzige sein, was Einsamkeit und übertragbare Krankheiten gemeinsam haben.

Der Artikel "Alone in the Crowd: The Structure and Spread of Loneliness in a Large Social Network" ist in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Personality and Social Psychology" erschienen (Abstract, sobald online).

Einsamkeit sei ebenfalls ansteckend, behaupten Wissenschaftler um den Psychologen John Cacioppo von der Universität Chicago. Einsame Menschen würden ihre Gefühle des Alleinseins auf ihre letzten noch verbliebenen Freunde übertragen und diese würden dann ebenfalls einsam. Auf diese Weise würde die Gesellschaft um die einsamen Menschen ausfransen wie lose Fäden am Rande eines gehäkelten Pullovers.

Einsam unter Nachbarn

Wie das gehen kann, erklären die Forscher an einem Beispiel: Wenn etwa Nachbarn gut befreundet sind und einer anfängt sich zurückzuziehen, können auch die anderen einsam werden, sobald sich die Anwohner weniger oft sehen.

Die Forscher verwendeten Daten der Framingham Heart Study, einer Studie, die seit 1948 Herzkrankheiten und in letzter Zeit auch die Einsamkeit im gleichnamigen Ort in Massachusetts über mehrere Generationen hinweg untersucht. In der Studie kontaktierten Forscher die gleichen Menschen und ihre Freunde alle zwei bis vier Jahre und rekonstruierten so die Geschichte von Freundschaften. Für die Einsamkeitsstudie wurden Daten seit 1971 ausgewertet.

Der Einsame und die anderen

Menschen mit wenigen sozialen Kontakten treiben sich aber auch selbst immer weiter ins Alleinsein. Sie vertrauen anderen Menschen immer weniger. Das macht es schwierig, neue Freunde zu finden.

Aber auch die Gesellschaft tendiert dazu einsame Menschen weiter auszuschließen. Dieser Effekt konnte auch an Affen festgestellt werden, die Kollegen, die eine Zeit lang von der Gruppe entfernt wurden, nicht mehr in diese aufnehmen wollten.

Laut den Studienautoren sind besonders Frauen davon betroffen, Isolation von anderen zu übernehmen. Einsam werden Menschen vor allem, wenn sich ihre Beziehungen zu Freunden verändern, nicht so sehr, wenn es familiäre Bande betrifft.

science.ORF.at

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Forum

 
  • freiwelt, vor 1296 Tagen, 19 Stunden, 23 Minuten

    uns ist so fad
    wir sind so einsam
    und in der tat
    wir sinds gemeinsam

  • das beispiel

    neuezeit, vor 1297 Tagen, 3 Stunden, 7 Minuten

    mit dem nachbarn ist vielleicht nicht grad das beste.
    wenns bei mir allein nach den kontakten mit den nachbarn ginge wär ich so ziemlich der einsamste mensch der welt...

    • überdenkerin, vor 1297 Tagen, 2 Minuten

      Ich halte Einsamkeit primär für eine Entscheidungsfrage, sekundär für eine Komptenzfrage (Umgangsformen-je schlechter umso weniger willkommen, Fähigkeit verschiedene Register zu ziehen-je ausgebildeter desto weniger Berührungsängste, Mut die Unsicherheit in Kauf zu nehmen, sich auf Neues einzulassen-je bequemer desto einsamer). Die Entscheidung sich auf den Weg zu machen was zu verändern liegt immer beim Einzelnen.

    • bla

      sceptic, vor 1296 Tagen, 23 Stunden, 11 Minuten

      aber jede/r möge seine Meinung haben.
      Gerade Ungustln können jede Menge Bekannte haben, brauchen sie auch, da sie auf Dauer keiner aussteht.