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Ein Paar, dass sich küsst

Der Sex der Sprachen

Französisch ist als Sexualpraktik weitgehend bekannt. Aber haben Sie es schon einmal albanisch oder indisch probiert? Sexualpraktiken, die mit Sprachnamen bezeichnet werden, hat eine Romanistin analysiert und verglichen.

Linguistik 04.12.2009

"Es gab bisher kaum eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zur Semantik dieser Begriffe", erklärt Marietta Calderón.

Bei einem Vortrag im Rahmen der Österreichischen Linguistiktagung am Wochenende wird sie diese Lücke füllen. Vorab hat die romanistische Sprachwissenschaftlerin von der Universität Salzburg mit science.ORF.at gesprochen.

Der Workshop "Sex & Sprache / Sex & Language" findet im Rahmen der Österreichischen Linguistiktagung 2009 vom 6.-7.12.2009 an der Universität Salzburg statt: Programm und Abstracts des Workshops.

"Ethnonymische Bezeichnungen"

Dass "französisch" für Oral- und "griechisch" für Analverkehr steht, ist durchschnittlichen Sexaktiven vermutlich bekannt. Dass es im Deutschen aber auch "albanisch" gibt, bei dem die Kniekehle eine Rolle spielt, "indisch" ("komplizierte Stellungen") und sogar "vatikanisch" ("gegen Bezahlung"), hat Marietta Calderón festgestellt.

Sie hat "ethnonymische" Bezeichnungen von Sexualpraktiken zusammengetragen, sprich: nach Völkern bzw. ihren Sprachen benannte Handlungen, die "subjektiv auf das primäre Erzielen sexueller Lust abzielen". Dazu hat sie Definitionen aus Wörterbüchern, Lexika, einschlägigen Ratgebern aus dem Internet analysiert, Informanten aus den jeweiligen Ländern befragt und dadurch unterschiedlichste Bedeutungen gefunden.

Die Etymologie der Wörter und ihre genaue historische und geographische Herkunft hat die Forscherin bisher nicht im Detail untersucht.

Deutsche machen's englisch, die Englischen deutsch

Ein Beispiel: Unter der Sexualpraktik "deutsch" lassen sich im deutschen Sprachraum zwei Dinge verstehen - der ganz normale Sex vulgo "Missionarsstellung", aber auch sadomasochistische Praktiken. Im englischen Sprachraum wird unter "German" nur die letztere Bedeutung verstanden. Umgekehrt bedeutet "englischer" Sex im Deutschen ebenfalls SM-Sex.

Üblicherweise gilt: In einer Sprache wird eine Sexualpraktik nicht nach der gleichnamigen Sprache benannt (Ausnahme die "deutsche" Missionarsstellung). Bei der Beschreibung des Geschlechtsverkehrs lässt man sich lieber jenseits der Grenzen inspirieren.

A la suisse

Einen Hinweis auf seine inhaltliche Herkunft gibt der Ausdruck "à la suisse", mit dem eine Kombination von französischem Oralverkehr und deutschem Normalsex gemeint ist. Dazu passt, dass in der Schweiz sowohl Deutsch als auch Französisch gesprochen wird.

"Diese Koinzidenz zwischen Semantik und möglicher Etymologie, die ich aber noch nicht überprüft habe, finde ich interessant", meint Marietta Calderón.

Nationale Unterschiede beim Busensex

Breite sprachliche Unterschiede gibt es beim Mammalverkehr ("Busensex"), der im Deutschen als "spanisch" bekannt ist. Penis zwischen den Brüsten heißt auf Spanisch "a la cubana".

Noch komplizierter wird es im Französischen, wo zwei Hyponyme - Unterbegriffe - existieren. Je nach Penisrichtung (Richtung Bauch oder Richtung Gesicht) wird zwischen "cravate de notaire" und "branlette espagnole" unterschieden.

Im Englischen wird die gleiche Sexualpraktik "french fuck" genannt, nicht zu verwechseln mit "french kiss", das bloß einen Zungenkuss meint.

Bukkake und russisch

Mitunter gibt es in der Sprache auch semantische Lücken: Wenn ein Begriff nicht vorhanden ist, kann diese Lücke gefüllt werden, z.B. durch ein Fremdwort. In die deutsche Sprache der Sexualität hätte Bukkake - japanisch für eine Gruppensexpraktik, bei der zumeist mehrere Männer auf eine Frau ejakulieren - als "japanisch" eingehen können. Ist es aber nicht. Auch Deutschsprachige sagen Bukkake dazu. "Wobei das manche gar nicht als Lücke empfinden, weil ihnen diese Sexpraktik überhaupt nicht abgeht", ergänzt Marietta Calderón.

Eine Besonderheit ist der Sprachwissenschaftlerin auch bei "russisch" aufgefallen. Dies kann im Deutschen zum einen das Reiben des Penis zwischen den Oberschenkeln bedeuten, zum anderen das Einölen und Massieren des Anus mit Öl ohne Einbeziehung eines Geschlechtsorgans.

"Antonyme - Bezeichnungen, deren Bedeutungen einander ausschließen -, sind selten. Bei 'russisch' ist dies aber der Fall."

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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Forum

 
  • Ihr geölten Lackaffen vom ORF

    sensortimecom, vor 1264 Tagen, 19 Stunden, 53 Minuten

    ..sollt lieber daran gehen, die gelöschten und vernichteten science-online-Kommentare aus den Jahren 2001 bis 2009 hervor zu suchen! Die hatten nämlich echten wissenschaftlichen Wert! Was man von euren Rotlicht-Ergüssen wenig behaupten kann!

    • einbeinigegöttin, vor 1264 Tagen, 19 Stunden, 10 Minuten

      8 jahre voller unnötiger kommentare wie deinem??
      nein danke.

    • Es bleibt dir jederzeit unbenommen

      sensortimecom, vor 1264 Tagen, 18 Stunden, 53 Minuten

      .. in einem Sex-Forum bessere wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.

  • also 2 Dinge hab ich

    slimboy, vor 1264 Tagen, 21 Stunden, 53 Minuten

    nicht verstanden: welches Öl nimmt man bei "russisch"? Erdöl aus der Pipeline?
    und ist "vatikanisch (gegen Bezahlung)" dass man gratis will? Ist doch normal oder etwa nicht? Aber sonst ist Alles klar.Übrigens ich warte schon länger auf so einen Forschungsauftrag!!

    • "Vatikanisch"

      clonelinesk8er, vor 1264 Tagen, 20 Stunden, 29 Minuten

      kurz erklärt: Ein Partner ist gegen Bazahlung zu haben, der andere Partner ist gegen Bezahlung. :-) Mir persönlich sind Linguistinnen am liebsten...

    • danke für die

      slimboy, vor 1264 Tagen, 10 Stunden, 4 Minuten

      aufklärung, hab mir fast so was gedacht.Wie wird wohl der Vatikan dazu stehen? Persönlich pflichte ich dir 100%ig bei, LG an Cunny...

  • das ist ja wie beim ungeziefer.

    mantispa, vor 1264 Tagen, 22 Stunden, 47 Minuten

    wir nannten die schaben russen (wie auch die sauren heringe), sie aber nemecki od. so ähnlich halt.

  • frohsinn, vor 1265 Tagen, 11 Stunden, 53 Minuten

    Ich finde unsere Kultur-Beiträge aus GIS-Geld, mit dem dieser Artikel erstellt wurde, sind wirklich gut angelegt!

    • christoffel, vor 1264 Tagen, 14 Stunden, 51 Minuten

      ganz zu schweigen von den steuergeldern, die für diese "forschung" verschwendet wurden.

  • Ich kenne auch zwei Praktiken:

    krügerbei, vor 1265 Tagen, 12 Stunden, 25 Minuten

    Altfranzösisch: französisch ohne Zähne;
    Russisch: französisch gleich nach griechisch.

  • Science?!?

    klausi025, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 1 Minute

    Also ist "Praline" künftig ein Wissenschaftsmagazin?!?

  • STOP!

    evro, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

    • SCHILD!

      evro, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

    • also wirklich.

      evro, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

    • sowas

      evro, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

  • Hoffentlich nicht

    flascheleer, vor 1265 Tagen, 14 Stunden, 19 Minuten

    mit Steuergeld gefördert. Worin besteht der Nutzen der Studie für diejenigen die das bezahlen?

    Bei Förderung zu Photovoltaik/Windenergie/Solarenergie wären die Ressourcen imho besser aufgehoben.

    • christoffel, vor 1264 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten

      selbstverständlich ist das aus steuergeldern finanziert. wer sollte sonst für derart unnötige "forschung" aufkommen?

  • wissenschaft?

    christoffel, vor 1265 Tagen, 15 Stunden, 14 Minuten

    na bin ich froh, dass das jetzt auch mal wissenschaftlich untersucht wurde. haben die damen und herren sprachwissenschaftler eigentlich nix besseres zu tun mit ihrer zeit?

    • na eine gewissen nutzen hats

      neuezeit, vor 1265 Tagen, 14 Stunden, 2 Minuten

      aber schon. jetzt weis ich wenigstens dass ich deutschland nie deutschen sex haben will, in england deutscher sex aber durchaus reizvoll sein kann...

    • Na bin ich froh,

      meronymy, vor 1265 Tagen, 13 Stunden, 14 Minuten

      dass es dich aber scheinbar so interessiert hat, dass du hier hergekommen bist und es gelesen hast, und dich sogar dazu aufgerufen gefühlt hast, etwas zu posten. Sollten WissenschaftlerInnen nicht Dinge erforschen, die Menschen interessieren, weil sie irgendwie Einsichten in das Menschsein erlauben? Und irgendwie scheint das hier ja geschehen zu sein.

      Außerdem - das ist ja science-to-public, also ist es sowohl von der Wissenschaftlerin als auch vom Autor so aufbereitet worden, dass es ein bisschen catchier ist als die Forschung, die wahrscheinlich dahinter steckt.

    • christoffel, vor 1265 Tagen, 11 Stunden, 56 Minuten

      ja, das thema ist ganz nett für einen entspannenden artikel zum zwischendurch lesen. aber das macht das ganze noch lange nicht zur wissenschaft.

    • Ob es Wissenschaft ist..

      wilf123, vor 1264 Tagen, 9 Stunden, 4 Minuten

      entscheidet nicht das Thema sondern wie es bearbeitet wird.

  • Ungarisch

    csab, vor 1265 Tagen, 15 Stunden, 21 Minuten

    gibt's auch. Mehr verrate ich aber nicht!

    • mit

      d3sign, vor 1264 Tagen, 22 Stunden, 4 Minuten

      paprika?