Standort: science.ORF.at / Meldung: "Wirksamkeit von Tamiflu fraglich"

Wirksamkeit von Tamiflu fraglich

Angesichts drohender Grippeepidemien haben Regierungen weltweit für Milliardenbeträge Vorräte des Grippemittels Tamiflu angelegt. Nach einer Auswertung der Studien zu dessen Wirkstoff Oseltamivir halten Experten den Nutzen aber für fraglich.

Grippe 11.12.2009

Das Mittel könne die Symptome einer Influenza nur um etwa einen Tag verkürzen, stellt eine neue Studie fest. Auch sei nicht belegt, dass das Medikament Grippepatienten vor Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung schütze.

Mangelhaftes und intransparentes Zulassungssystem

Daher solle das Mittel nicht routinemäßig zur Kontrolle der saisonalen Grippe verwendet werden, betonen die Mediziner um Chris Del Mar von der australischen Bond-Universität. Die Forscher werteten insgesamt 20 Studien aus und kritisieren den Mangel an guten Daten. Acht Untersuchungen wurden von der Analyse ausgeschlossen, weil die darin enthaltenen Daten nicht unabhängig überprüft werden konnten.

Tamiflu-Hersteller Roche betont dagegen, er glaube fest an die Zuverlässigkeit der publizierten Resultate, die den Zulassungsbehörden vorlägen. Roche schätzt den Umsatz mit Tamiflu allein im Jahr 2009 auf rund 1,8 Milliarden Euro.

Mike Clarke vom britischen Cochrane-Zentrum betont, die Studie ziehe nicht nur die Effektivität von Oseltamivir in Frage sondern auch das gesamte Zulassungssystem von Medikamenten. Die Herausgeber des "British Medical Journal" fordern eine Verpflichtung für die Hersteller, die Daten von Studien öffentlich zugänglich zu machen. "Weltweit haben Regierungen Milliarden für ein Medikament ausgegeben, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft nun nicht beurteilen kann", betont die Chefredakteurin des Journal, Fiona Godlee.

science.ORF.at/APA/AP

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Forum

 
  • na ja - wahrscheinlich ein paar verschwörungstheoretiker

    omnibus7, vor 890 Tagen, 17 Stunden, 33 Minuten

    die noch keinen forschungsauftrag von roche bekamen. einen tag weniger lang die grippe zu haben, das ist doch schon was. allerdings muss man dazu aber die daten auch entsprechend interpretieren. und das machen die leute von roche sicher gut. also denen glaube ich doch alles -auch wenn sie ihre daten geheimhalten. - es gibt übrigens noch einige kronenzeitungs-leser, die glauben, wenn man sich gegen grippe impfen lässt, dann bekommt man keine...

    • Nicht einmal

      kiwi100, vor 890 Tagen, 23 Minuten

      MedizinerInnen beantworten diese Frage korrekt. Es gibt auch nicht viel Fakten dazu, unter www.emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/celvapan/spc/emea-spc-h982pu06de.pdf können es sich alle Interessierten das Beste was die Wissenschaft dazu hat anschauen.
      Getestet bei Erwachsenen im Alter von 18- 59 Jahren (N=312) und bei Probanden im Alter von 60 Jahren und älter (N=272).
      Nach der Erstimpfung sind demnach 4 von 10 gesunden Erwachsenen und 2 von 10 über 60-jährigen geschützt.

  • sleepyhead, vor 891 Tagen, 18 Stunden, 56 Minuten

    "Tamiflu-Hersteller Roche betont dagegen, er glaube fest an die Zuverlässigkeit der publizierten Resultate"

    na wenn der hersteller soooooooo fest dran glaub, muss das ja einfach alle wahr sein! vll glaubt er auch nur an die 1.8 milliarden euro umsatz :)