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mürrissche Jugendliche

Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte

Deutsche Wissenschaftler haben gezeigt, dass wir einen Gesichtsausdruck live oder in einem Film viel besser erkennen können als auf einem "eingefrorenen" Foto.

Wahrnehmung 21.12.2009

Mimik fördert Verständnis

Auch in der digitalisierten Welt findet ein Großteil der Kommunikation im direkten Austausch mit unserem Gegenüber statt.

Damit uns ein anderer versteht, setzen wir nicht nur unsere Stimme, sondern zusätzlich ein vielfältiges Repertoire an Gestik und Mimik ein. Auch wenn letzteres meist mehr oder weniger unbewusst geschieht, ist es essentiell, damit sich unser Gesprächspartner in uns hinein versetzen kann.

Die Abwesenheit von Mimik gefährdet das Verständnis und den Gesprächsfluss. Denn ein Gesichtsausdruck kann viel aussagen: Ein Nicken bedeutet Zustimmung, ein Stirnrunzeln sagt: "Bitte erklären Sie mir das noch mal".

Vergleich von bewegter und starrer Mimik

Die Studie im "Journal of Vision": "Dynamic information for the recognition of conversational expressions"von D.W. Cunningham und C. Wallraven!"

Um zu untersuchen, in wie weit man die Stimmungen eines Gesprächspartners an Hand der Mimik erkennen kann, zeigten die Forscher vom Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik Testpersonen Bilder von Menschen mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, darunter einfache emotionale Ausdrücke wie glücklich und traurig, aber auch komplexere wie Zustimmung, Verwirrung oder Überraschung, die der Betonung von Worten in der Unterhaltung dienen.

Um zu vergleichen, ob bewegte oder statische Bilder besser erkannt werden, wurde den Testpersonen sowohl eine kurze Videosequenz der Mimik vorgespielt als auch ein Bild derselben gezeigt. Die Testpersonen mussten dann jeweils eine Emotion dem Bild oder der Videosequenz zuordnen.

Zeitliche Abfolge muss stimmen

In weiteren Versuchsreihen wurde ihnen eine Bilderreihe einer Mimik gezeigt. Obwohl die Testpersonen diesmal nicht nur ein Bild, sondern den ganzen Verlauf als Fotocollage sehen konnten, erkannten die Probanden die Gestik auf der Filmsequenz besser.

Um heraus zu finden, inwiefern das Erkennen der Mimik von der Bewegung abhängig ist, zeigte man den Probanden diesmal wieder eine Videosequenz. Diese bestanden aus 25 Bildern pro Sekunde, womit der Eindruck einer fließenden Bewegung vermittelt wurde. In dieser Versuchsreihe jedoch wurden die einzelnen Bilder durcheinander gewürfelt und erneut abgespielt.

Auch diesmal erkannten die Testpersonen die Mimik in den Originalvideosequenzen besser. Dies zeigt, dass weder mehrere Bilder noch die Bewegung allein von Bedeutung sind, sondern die Kombination der richtigen Reihenfolge und der dynamische Ablauf der Gesichtsbewegungen. Auch die zeitliche Richtung muss stimmen. Spielt man die Filmsequenzen rückwärts ab, erkannten die Probanden die Stimmungen deutlich schlechter.

Wahrnehmung braucht Zeit

Die Forscher haben außerdem festgestellt, dass wir erst nach 100 Millisekunden die Stimmung unseres Gegenübers gut erkennen. Ist die Aufnahme kürzer, ist unser Gehirn nicht in der Lage, den Ausdruck des anderen zuverlässig zu deuten.

"Gesichtsausdrücke sind ein dynamisches Phänomen und müssen, genauso wie Körperbewegungen oder Gesten, mit Hilfe von Videos untersucht werden, um ein genaues Bild von der Verarbeitung dieser wichtigen kommunikativen Signale erstellen zu können", so Christian Wallraven, Leiter der Studie. "Unsere Ergebnisse haben auch für die Computeranimation eine große Bedeutung, da es deren Ziel ist, künstliche Avatare und Gesichtsanimationen zu schaffen, die vollkommen realistisch und glaubwürdig kommunizieren können", so der Physiker und Wahrnehmungswissenschaftler.

science.ORF.at/idw

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Forum

 
  • "Auch die zeitliche Richtung muss stimmen.."

    sensortimecom, vor 784 Tagen, 5 Stunden, 11 Minuten

    Nach meiner langen Absenz zu diesem Thema sei gesagt:

    Das Gehirn arbeitet völlig anders als die Welt in unserer Vorstellung, die wir uns aus den Tagen Platos angeeignet haben. Egal wie wir handeln oder denken, so vermeinen wir dies in Zeitpunkt für Zeitpunkt und Messung zu Zeitpunkt t1 für Messung zu Zeitpunkt t2 usw. zu tun. Auch unsere Computer, Roboter, Digitalisierungs-Methoden, Datenlogger, Auswerteverfahren usw. arbeiten nach diesem "korrelationistischen" Prinzip.

    Dennoch funktioniert unser Gehirn völlig anders! Es kennt keine "Zeitpunkte" zu denen ein Messwert "verarbeitet" wird. Hingegen werden auschließlich Verstreich-zeiten aus Phasentransitionen erfasst und miteinander verglichen, und zwar nicht zu irgendwelchen Zeitpunkten t1,2,.. sondern kontinuierlich und fließend. Wir können das Wesen des LEBENS an sich und die Funktionsweise unseres "neuronalen Codes" NUR DANN jemals verstehen und nachvollziehen, wenn wir von dem althergebrachten Denkschema abgehen!

    Warum erkennt das Gehirn eine Filmsequenz leichter als ein (statisches) Einzelbild? Ja eben genau deshalb: das visuelle neuronale System muss erst das (statische) Bild durch Bewegung der Augen in zeitlich-sequenzierte Reihen umwandeln um diese dann als "Verstreichzeit-Folgen" synaptisch analysieren zu können! Hingegen funktioniert die synaptische Auswertung eines dynamischen visuellen Ablaufes praktisch in "Echtzeit" und daher wesentlich rascher (Anmerkg:...

    • -> weiter

      sensortimecom, vor 784 Tagen, 5 Stunden, 10 Minuten

      Hingegen funktioniert die synaptische Auswertung eines dynamischen visuellen Ablaufes praktisch in "Echtzeit" und daher wesentlich rascher (Anmerkg: hier als Metapher zu verstehen, denn im eigentlichen Sinne arbeitet das Gehirn immer in Echtzeit; auch bei der Erkennung eines statischen Bildes werden die durch Augenbewegungen hergeleiteten Verstreichzeiten in ECHTZEIT mit gespeicherten ähnlichen Sequenzen aus früheren Bildbetrachtungen verglichen. Nur dauert dieser Prozess länger). Dass das verkehrte Abspielen eines Films für das Gehirn noch komplizierter ist und noch viel längere Erkennungsprozesse erfordert, ist ohnehin klar...
      siehe
      http://www.sensortime.com/time-de.html
      http://www.sensortime.com/brain-de.html
      http://www.sensortime.com/autoadapt_vs_korr.html

    • antispam, vor 784 Tagen, 4 Stunden, 21 Minuten

      Manchem wird das hier schon zu kompliziert sein, aber Mimik ist ja unbeschreiblich komplex. Da können einige Gesichtsmuskeln auf dem ersten Bild schon aktiv sein und andere Gesichtspartien noch passiv "mitverformt" werden, bis auch in diesem Bereich fallweise Aktivität einsetzt.

      Aufsehen erregte wohl schon vor der Verfilmung die Szene aus "Bladerunner", wo von der Irissteuerung der Replikanten ein "unnatürlicher" zeitlicher Abstand zur eigentlichen Mimik erwartet wurde.
      Wurde die Erwartung erfüllt, dann galt die Entlarvung als perfekt und die sofortige Execution war die Folge.