
Auch Lehrende mussten draußen bleiben
"Ich habe von einigen Kollegen gehört, dass sie nicht in die Uni hineingekommen sind", berichtete Thomas Schmidinger, Lektor am Institut für Politikwissenschaft und Vorsitzender der IG Externe LektorInnen. Schmidinger selbst war am Montag nicht an der Universität, weil er zu Hause arbeitete.
Audimax Montagfrüh geräumt
Die rund zweimonatige Besetzung des größten Hörsaals Österreichs, des Audimax der Uni Wien, ist Montagfrüh beendet worden. Nachdem das Rektorat am Wochenende erneut "Sorgen um die Sicherheit" geäußert hatte, wurde um 6.30 Uhr die Polizei mit der Räumung beauftragt. Die Besetzer und die in der Universität befindlichen Obdachlosen verließen daraufhin das Gebäude ohne Widerstand.
Identitätsnachweis notwendig
Für das Betreten der Gebäude ist derzeit laut Universität Wien ein Identitätsnachweis erforderlich, und zwar entweder ein "MitarbeiterInnenausweis oder ein Personalausweis", wie es auf der Homepage heißt.
Da externe Lektoren keinen Mitarbeiterausweis haben und in Österreich keine allgemeine Ausweispflicht besteht, standen einige Montagvormittag vor verschlossenen Türen - oder genauer gesagt: Sie wurden vom privaten Wachpersonal abgewiesen.
Uni bedauert Unannehmlichkeiten
Mit der gegenwärtigen Situation nicht glücklich zeigte sich Cornelia Blum, die Sprecherin von Unirektor Georg Winckler. "Heute war ein Ausnahmetag, den wir alle nicht haben wollten. Aufgrund der verschärften Sicherheitslage der vergangenen Tage musste die Uni aber reagieren", meinte Blum gegenüber science.ORF.at.
Berichte, wonach auch Lehrende nicht in die Hochschule gekommen seien, seien auch ihr zu Ohren gekommen: "Diese Unannehmlichkeiten tun uns leid. Wir arbeiten aber daran, dass sie sich nicht wiederholen. Zahlreiche Mitarbeiter stehen an den Eingängen, geben Betroffenen Erklärungen und lassen die Lehrenden auch hinein", versprach Blum.
Neue Proteste im neuen Jahr?
Die Räumung des Audimax zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält IG-Externe-LektorInnen-Vorsitzender Schmidinger "gelinde gesagt für dumm". Denn die Studierenden seien knapp davor gestanden, ohnehin freiwillig zu gehen. "Wie an vielen anderen Unis in Österreich zuvor hätte es auch in Wien zu einer friedlichen Einigung kommen können", so Schmidinger.
"Damit hat Rektor Winckler jene Strömung, die auf Verhandlungen gesetzt hat, geschwächt. Im Gegensatz dazu wurden die Hardliner unter den Protestierenden gestärkt." Das könnte sich spätestens bei der Wiedereröffnung der Universität am 7. Jänner auswirken.
"Es geht auf jeden Fall weiter", sagte auch eine Besetzerin nach der Räumung. Ein neues Motto der Besetzer lautet: "Das Audimax Wien ist überall."
Lukas Wieselberg, science.ORF.at
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