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Auge einer Frau.

Sehen heißt sich erinnern

Die visuelle Wahrnehmung wird nicht nur vom betrachteten Objekt bestimmt - sondern auch davon, was unmittelbar davor gesehen wurde. Das Auge blickt daher stets durch einen Filter des Vergangenen, berichtet ein Team um Wolfgang Maass von der TU Graz.

Neurowissenschaft 22.12.2009

Nervenzellen belauscht

Die Studie "Distributed Fading Memory for Stimulus Properties in the Primary Visual Cortex" is im Open-Access-Journal "PLoS Biology" (Bd. 7, e1000260) erschienen.

Im Rahmen ihres Experiments zapften Maass und Kollegen 100 Nervenzellen des Sehzentrums im Gehirn an und werteten die ankommenden Reize per Computer aus. Erfasst wurden die sogenannten Spikes, also die kurzfristigen Veränderungen des elektrischen Potenzials der Nervenzellen. Insgesamt ergibt sich aus den 100 Nervenzellen ein räumlich-zeitliches Muster der Aktivitäten, quasi als "live recording". Das Muster enthält sowohl die Zahl der Spikes als auch deren zeitliche Abfolge.

Bisher ging man davon aus, dass die Reaktion der Nervenzellen auf einen Sinnesreiz nur Informationen über genau diesen Reiz enthält. Die Auswertungen der Versuche zeigen allerdings, dass jede Wahrnehmung gleichsam einen Nachhall erzeugt, erklärt Wolfgang Maass. Jedes wahrgenommene Bild werde von den unmittelbar zuvor gesehenen Eindrücken beeinflusst und enthält auch Informationen dieser Vergangenheit.

Liquide Datenverarbeitung

Die Auswertung der Daten zeige auch, dass "dass die Nervenreaktion schon in der ersten Verarbeitungsstufe im Gehirn mehrere 100 Millisekunden andauern", so Maass. Das sei vor dem Hintergrund der Geschwindigkeit von physiologischen Vorgängen in Nervenzellen "ausgesprochen lang".

Die Untersuchungen liefern einen ersten experimentellen Beweis für das von Maass gemeinsam mit Hirnforschern erarbeitete neue Modell für Rechenvorgänge im Gehirn, dem "liquid computing model". Dieses geht im Gegensatz zu bisher vorherrschenden theoretischen Modellen davon aus, dass biologische Computer nicht jede Information für sich in einem festen Zeittakt bearbeiten, also wie an einem Fließband, sondern in kleinen Paketen. Diese bestehen aus ineinander fließenden und sich überlagernden Informationen aus verschiedenen Zeitabschnitten.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • "Jedes wahrgenommene Bild werde von den unmittelbar zuvor gesehenen Eindrücken...

    sensortimecom, vor 782 Tagen, 7 Stunden, 1 Minute

    ...beeinflusst ...

    ... und enthält auch Informationen dieser Vergangenheit".

    Auch diese "neue Entdeckung" wurde von mir schon in US6172941 "Methode zur Generierung selbstorganisierender Prozesse für autonome Mechanismen und Organismen" siehe:
    http://www.sensortime.com/time-de.html
    ..ausführlich beschrieben.

    Wolfgang Maass` Forschungsergebnisse an Nervenzellen am lebenden Objekt BEWEISEN meine Erkenntnisse, die in der genannten Patentschrift postuliert wurden. Sie BEWEISEN auch meinen sog. "Autoadaptions-Satz" (10) am Schluss dieser Schrift, wonach es in biologischen Strukturen - aber auch in redundanzfrei arbeitenden autonomen mechanistischen Systemen - für jede aktuell (d.h. momentan) rezeptorisch/sensorisch abgeleitete Verstreichzeit-Reihe TW(1,2,3 ..n) eine frühere Verstreichzeit-Reihe TW`(1,2,3..n)geben muss, die der aktuellen als Vergleich dient - ohne diese GIBT ES KEINE !

    Für das AUGE bedeutet das: Es gibt kein Sehen ohne vorheriges Vergleichsbild! Jeder Sehvorgang ist demnach als eine Art
    "synergetischer Prozess" aufzufassen, wie das Hermann HAKEN mal formuliert hat (in anderem Zusammenhang). Sehen muss genau so wie Hören, Tasten, Riechen etc. erst "erlernt" werden. Es gibt keinen Ad-Hoc-Erkennungs-Prozess im Gehirn! Das gilt übrigens für ALLE Lebensvorgänge.

    Die Praxis beweist das: Ein Blinder der durch eine Operation im medizinischen Sinn "sehend" geworden ist, "sieht" in Wahrheit gar nicht sofort. Er muss erst lernen unscharfe Eindrücke zu ordnen und zusammen zu setzen: Dann gehts...

    • aasgeier, vor 782 Tagen, 3 Stunden, 48 Minuten

      Wenn er nicht blind geboren war und wie jeder andere Mensch Traum- und Erinnerungsbilder nach dem "Kopf oben und Füße unten - Prinzip" gespeichert hat, dann muss er obendrein erst noch wieder lernen, die Leute auf die Füße zu stellen.

      Auf der Netzhaut steht schließlich alles auf dem Kopf.

      Am Neujahrsmorgen wirst Du auch unter Normalsichtigen (Alkoholabusern) Einsichtige finden ;-)! (leicht erkennbar am Wobinichblick)

  • derhausverstand, vor 783 Tagen, 34 Minuten

    WOW, welche Erkenntnis!

    Das Auge kann nur einen kleinen Teil des Blickfeldes klar und schadrf abbilden. NONONED setzt sich somit ein Bild aus mehreren solcher kleiner Ausschnitte zusammen...

    • Ich glaub dir ja gerne...

      antispam, vor 782 Tagen, 15 Stunden, 50 Minuten

      ...dass dein Blickfeld schon vom Wörtlein "scharf" überfordert ist, aber zwischen Vermutung und Forschungsergebnis gibt es einen Spielraum, den die wenigsten menschen überblicken.
      Was in obigem Artikel fehlt ist der Hinweis (vom Link halt abgesehen), dass es sich um Tierversuche handelt.
      "We used silicon-based multielectrodes (Michigan probes, see Materials and Methods) to obtain highly parallel recordings from up to 124 randomly selected neurons in the primary visual cortex (area 17) of lightly anesthetized cats."

      Ich bin geneigt zu sagen, dass es "dankenswerterweise" nicht erwähnt wurde.

    • antispam, vor 782 Tagen, 15 Stunden, 48 Minuten

      hab nicht nur kleine hausverstandmenschen gemeint, sondern schon Menschen ;-)!

  • Diese bestehen aus ineinander fließenden und sich überlagernden Informationen aus...

    sensortimecom, vor 783 Tagen, 2 Stunden, 6 Minuten

    ...verschiedenen ...

    ..Zeitabschnitten".

    So - und jetzt braucht ihr bloß noch sagen, WELCHER ART diese Informationen sind - nämlich, ob es fix gemessene Größen ("Messwerte") sind, oder ob sie rein zeitlicher Natur sind d.h. ausschließlich Zeitintervalle bzw. Verstreichzeiten aus Phasentransitionen..
    so, wie es seit 1999 in meinem Werk:
    "Methode zur Generierung selbst-organisierender Prozesse für autonome Mechanismen und Organismen" - US 6172941 drinnen steht, siehe hier:
    http://www.sensortime.com/time-de.html
    http://www.sensortime.com/brain-de.html

    Ich warte drauf....

    • Wolfgang Maass & Co.: Merkt euch eines..

      sensortimecom, vor 783 Tagen, 1 Stunde, 53 Minuten

      Egal, ob ihr euch jetzt diese "neuen Erkenntnisse" auf eure eigenen Fahnen heftet und für eure Dissertationen beansprucht, oder ob ihr meine Arbeiten eines Blickes würdigt oder nicht; ES BLEIBT EINERLEI...

      Die bloße Postulierung in irgendeiner Veröffentlichung, dass euer "gemeinsam mit Hirnforschern" entdecktes Gehirnmodell im Widerspruch zu bisher vorherrschenden theoretischen Modellen steht, die behaupteten, dass biologische Computer jede Information für sich in einem festen Zeittakt bearbeiten -> allein das SCHMEISST JEDES BISHER BEKANNTE WELTBILD UM UND ENTHEBT EUCH NICHT VON DEN DAMIT VERBUNDENEN KONSEQUENZEN, egal ob ihr dafür den Nobelpreis kriegt oder nicht....!!!

      Ihr werdet bald sehen !