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Die Katze Irmi liegt auf einer Decke.

Die letzte Reise unserer liebsten Freunde

Es nicht nur schmerzhaft, einen geliebten Menschen zu verlieren. Viele Herrchen und Frauchen erschüttert auch der Tod ihres Haustiers grundlegend. Tierbegräbnisse und Rituale aller Art werden deshalb immer wichtiger - und sind mittlerweile auch zu einem Geschäft geworden.

Rex, Susi und Co 04.01.2010

Stilvoll, kitschig oder kurios: Je nach Geschmack und Einkommen kann man Rex, Susi und Co auf unterschiedlichste Art und Weise unter die Erde bringen. Die Katze hat Platz in einer Hutschachtel, Goldfische passen in eine Sardinendose und Schlangen in den alten Billardkoffer.

Der Ratgeber "Tote Lieblinge - Wie Sie Ihr Haustier stilvoll unter die Erde bringen" ist im Eichborn Verlag erschienen.

Für jedes Haustier gibt es den optimalen Sarg - so beschreiben es zumindest die britischen Autoren Andrew Kirk und Jane Mosley in einem kürzlich erschienenen Buch. Mit einer Portion schwarzem Humor will dieser Ratgeber Menschen zur Seite stehen, die ihren kleinen Freund gerade verloren haben.

Vor dem Tod

Bevor es überhaupt zu einer Tierbestattung kommt, können sich Hundebesitzer und Katzenfreunde überlegen, ihre tierischen Begleiter versichern zu lassen. In Österreich übernimmt das seit 1997 die Allianz und seit November können Tierbesitzer ihre Lieblinge auch beim Tierfutter- und Tierzubehörhändler "Fressnapf" für Krankheiten oder Unfälle versichern lassen.

Und für jene, die sich überhaupt nicht von seinem Haustier trennen können, haben die Buchautoren noch einen anderen, sehr kuriosen Tipp: "Klonen ist die neue Methode, Ihren Liebling für immer bei sich zu haben."

Ein Biotech-Unternehmen in Südkorea hat bereits im Vorjahr berichtet, in das Geschäft mit dem Klonen von Haustieren gestartet zu sein. Die Forscher haben fünf genetische Kopien eines gestorbenen Pitbull-Terriers hergestellt.

Selten, kostspielig, fragwürdig? Bis das Klonen Marktreife erlangt, können sich Tierbesitzer im Labor eine Zellprobe vom Tier entnehmen lassen und sie einfrieren, bis die Technik soweit ist. Nach Versicherung und Klonvorsorge gilt es, die geeignete Ruhestätte zu finden.

Tiermehl und Tierfett

In Österreich regeln die Länder, ob man Haustiere im eigenen Garten begraben darf oder nicht. Der übliche, letzte Weg führt die toten Haustiere vom Tierarzt in eine Tierkörperverwertungsanlage, wo sie zu Tiermehl und Tierfett verarbeitet werden.

"Das ist noch immer die gängigste Variante", erklärt Tierärztin Angelika Köppel aus Bruck an der Mur. Tierfriedhöfe und Tiereinäscherung seien vor allem eine Kostenfrage.

Mit Tierbestattungen Geld verdienen

Genau dafür ist Hubert Malissa, Leiter der Tierbestattungsfirma "Antares" zuständig. Sein Sortiment reicht von der Einäscherung über die Erdbestattung bis hin zu Urnen und Grabzubehör. Seit 2003 verdient er sein Geld mit Tierbestattungen. Er schätzt, dass etwa fünf bis zehn Prozent der Haustierbesitzer ihre Lieblinge bestatten lassen. Tendenz steigend.

"Es sind Menschen wie du und ich", erklärt Malissa bei der Frage nach seinen Kunden. Tendenziell seien es aber mehr Frauen als Männer, und was die Art der Bestattung betrifft, gäbe es mehr Verbrennungen als Beerdigungen. Letztere seien vielen zu teuer und zu pflegeintensiv.

Ungefähr 1.100 Bestattungen im Jahr übernimmt der "Antares"-Chef, etwa genauso viele Tiere werden jährlich in das Wiener Tierkrematorium gebracht. Ab etwa 60 Euro können Tierbesitzer Vögel oder Nagetiere einäschern, die Kremierung von mittelgroßen Hunden kostet zwischen 200 und 300 Euro.

Wer seine Lieblinge besonders exklusiv in Erinnerung behalten will, kann sich ab 2.000 Euro auch einen Diamant aus der Asche von Susi, Rex und Co. anfertigen lassen.

Stil muss man nicht kaufen

Die Buchautoren Andrew Kirk und Jane Mosley sind jedenfalls davon überzeugt, dass man auch mit weniger Aufwand seinem Haustier würdevoll die letzte Ehre erweisen kann: Zum Beispiel indem man selbst einen Blumenkranz bastelt, den Sarg bunt bemalt, Trauergäste einlädt und einen deftigen Leichenschmaus organisiert. Übrigens auch für die trauernden Tiere: Hundekuchen für die Hunde, Katzenminze und getrockneten Fisch für die Haustiger und Studentenfutter für die Nager.

Ein Denkmal setzen können Tierliebhaber ihren Begleitern nicht nur mit einem selbst gebasteltem Holzkreuz sondern auch im Internet: Viele Gedenkseiten verschaffen dem Haustier Öffentlichkeit (z.B.hier oder hier) – und sorgen dafür, dass der kleine Liebling nie vergessen wird.

Christine Baumgartner, science.ORF.at

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Forum

 
  • Darf man zu diesem extrem wichtigen Thema heute noch dazu posten?

    sensortimecom, vor 769 Tagen, 12 Stunden, 8 Minuten

    wow...
    Den ganzen Tag?
    Is es erlaubt morgen auch noch? Ei? Nicht mehr?

    Dem großzügigen ORF sei Lob und Dank. Von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

    • Sei ja froh!

      regow, vor 769 Tagen, 10 Stunden, 18 Minuten

      @sensor, zu den Beiträgen "Evolution ohne DNA" und "Vermessung des Glücks" kann/darf man gar nicht posten.

    • scienceredaktion, vor 769 Tagen, 9 Stunden, 6 Minuten

      @ regow: Das stimmt. Dabei handelt es sich aber um ein kleines technisches Problem, für das wir uns entschuldigen. Bei allen anderen Geschichten kann wie seit der Umstellung der science-Seiten im September 72 Stunden lang ab Online-Publikation kommentiert werden.

    • ich hab mich eh auch

      mantispa, vor 769 Tagen, 7 Stunden, 13 Minuten

      schon bei der red. beschwert. die sache mit der prionen-evo ist totaler schwachsinn, und da nutzts auch nix, dass us-"science" ihn kritiklos angenommen hat. traurig.

    • "kleines technisches Problem"

      sensortimecom, vor 769 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

      Sicher war auch die Löschung von tausenden Threads und zehntausenden wichtigen Postings zwischen 2001 und 2009 nur auf ein kleines technisches Problem zurückzuführen. Ich bin überzeugt ihr schafft es noch die Daten zu retten und euch bei den Postern zu entschuldigen.
      Meine Güte. Was wäre Österreich ohne den ORF.
      Eine internationale Null-Nummer.

    • wieviel Vorkenntnis

      allgeier, vor 769 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

      braucht es, um bei dem kritisierten Artikel "Prionen - Evolution" als ärgerlich schwache Formulierung zu erkennen? Ich meine diese Frage ganz normal als Frage.
      Es hat "ein Vergleich" sein sollen, ist aber als solcher nicht einmal zum Hinken fähig. Es ist eine Art Unfall im Vorstellungsvermögen, so etwas kommt relativ häufig vor.

    • allgeier, vor 769 Tagen, 5 Stunden, 15 Minuten

      PS.: ich rechne damit, zum Beispiel bei Nachrichten aus speziellen Bereichen der Astronomie, meinerseits auf verunglückte "Vergleiche" hereinfallen zu können. Halb so schlimm, denn die kürzen sich, wenns normal läuft, aus dem Diskussionsprozess wieder heraus. Aber dass es in science langsam zu dichterischen Freiheiten kommt, ist enttäuschend.

  • verdrängen des gedankens

    mantispa, vor 769 Tagen, 14 Stunden, 10 Minuten

    der (eigenen) sterblichkeit: wenn man sei tier klonen lässt (sofern das geht und man das geld dazu hat). wenn man sich mal erst selbst klonen lassen kann, wird man ja draufkommen, dass man trotzdem sterben muss.

    • solala, vor 769 Tagen, 13 Stunden, 44 Minuten

      Klon ist ein biologische Kopie in denen die Geschichte des Wesen fehlt.

      Selbst der Klon von Stalin würde daraus nicht wieder eine der Zweifhalftesten Figren der Menschheit machen, paßt die Geschichte und Entwicklung wäre der Klon entwicklungsmässig in der Lage sogar Papst zu werden, oder eben Nobelpreisträger, umgekehrt könnte man den Klon von einem Papst sehr wohl zu einem Massenmörder erziehen!

      Daehr ist auch der Klon von sich selbst keine Kopie von sich selbst, weil eben ohne Entwicklung udn diese kann niemals kopiert oder geklonnt werden.

      Derartiges würde sogar gegen die Prinzipien der elemtaren Physik verstossen.

      Selbst als 1:1 total Kopie ist man in einem anderen Jahrhundert oder Jahrtausend ein anderes Wesen, von dem abgeshen, was fängt diese Geration mit dem Müll von heute an, und mehr wird keiner sein, als eben solcher Müll und Schrott!