
Ökosysteme wandern pro Jahr halben Kilometer
Die Wissenschaftler um Scott Loarie von der Carnegie Institution in Stanford (US-Bundesstaat Kalifornien) haben auch mehrere Karten zum Tempo der Änderung angefertigt.
Die entsprechende Studie "The velocity of climate change" ist am 24.12. in "Nature" erschienen.
Nach Norden und nach oben
Organismen sind mehr oder weniger an bestimmte Temperaturen und andere Klimaverhältnisse gebunden. Besonders Pflanzen und Tiere mit einem engen Toleranzspektrum zwingt der Klimawandel zu einem wahren Rennen. Wird es global wärmer, so verschieben sich so ganze Ökosysteme beispielsweise in Richtung der Pole oder auch in höher gelegene Regionen.
Laut den Berechnungen, ausgehend von derzeitigen Messungen und Prognosen, prognostizieren die Forscher eine durchschnittliche Geschwindigkeit der Verschiebung der Systeme um 0,42 Kilometer pro Jahr für das 21. Jahrhundert.
Dabei ist diese Geschwindigkeit in der Ebene höher - teilweise über einen Kilometer pro Jahr - und in Gebirgsregionen entsprechend geringer.

Die Forscher haben eine Weltkarte für die zu erwartenden Wanderungsbewegungen der Ökosysteme erstellt. Oben zu sehen ein Beispiel: der Blick auf die Bucht von San Francisco in Kalifornien Richtung Süden. Blaue Farben markieren geringere Geschwindigkeiten, rote höhere.
Pflanzen sind nicht so schnell
Insgesamt wird ein Drittel der Ökosysteme sich derart rasch verschieben, dass vor allem viele Pflanzen nicht mitkommen werden, ihre Migrationsgeschwindigkeiten sind geringer, so die Wissenschaftler. Dazu kommt, dass der Mensch durch seine Eingriffe gleichsam Barrieren errichtet hat.
Viele natürliche Systeme sind nur noch in abgegrenzten Reservaten erhalten, Verschiebungen sind so gut wie ausgeschlossen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass nur ein Zehntel dieser geschützten Areale in den nächsten 100 Jahren den Klimawandel in ihren Grenzen überstehen wird.
science.ORF.at/APA/dpa
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