
Das Periodensystem ist 140 Jahre alt
Sortiertes Wissen
„Bevor das Jahr zu Ende geht, wollen wir doch ein Glas auf den großen russischen Chemiker Dmitri Mendelejew erheben.“ Diesen Trinkspruch auf den Erfinder des Periodensystems sprach kürzlich der russische Forscher Renad I. Zhdanov aus - und zwar in einem Brief an die Fachzeitschrift „Nature“.
Mendelejew hat vor 140 Jahren das erste Periodensystem erstellt und hätte heuer zudem seinen 175. Geburtstag gefeiert. Laut Zhdanov hat Russland zum Doppeljubiläum eine Briefmarke und eine Zwei-Rubel-Münze herausgebracht. In westlichen Ländern indes blieb der (nicht ganze runde) Jahrestag von Mendelejews Pioniertat weitgehend unkommentiert.
Mendelejew fasste das Wissen seiner Zeit um die Elemente zusammen und organisierte es in einer einzigen Tabelle. Er ließ jedoch Plätze im Periodensystem für noch nicht entdeckte Elemente frei und konnte deren chemische Eigenschaften bereits vorhersagen.
Wenig Ruhm zu Lebzeiten
Mendelejew ordnete die chemischen Elemente nach Atommassen so, dass Elemente mit ähnlichen Eigenschaften nebeneinander stehen. Heute sind die Elemente nach steigender Kernladungs- bzw. Ordnungszahl, der Anzahl der Protonen im Atomkern, geordnet.
Ein Element wurde nach dem Erfinder des Periodensystems benannt: das Mendelevium (Md) mit der Ordnungszahl 101.
Zhdanov kritisiert, dass Mendelejew zu Lebzeiten nur wenig Ruhm zu Teil geworden sei, zum Beispiel habe der Chemiker nicht den Nobelpreis erhalten. Sogar Zar Alexander der Dritte habe sich dagegen gewehrt, dass Mendelejew als volles Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen werde. Immerhin habe die Amerikanische Chemische Gesellschaft eine jährliche Veranstaltung, die National Chemistry Week 2009, dem Erfinder des Periodensystems gewidmet.
Das Periodensystem solle in Zukunft „Mendelejew-Periodensystem“ heißen, schlägt Zhdanov vor – damit die Verbindung ebenso in die Köpfe dringt, wie jene zwischen Newton und Mechanik, Darwin und Evolution, Mendel und Genetik sowie Watson und Crick und der DNA.
science.ORF.at


