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Nervenzelle auf einem Chip mit Sensoren.

"Verschränkte" Gehirnzellen

Gruppen von Gehirnzellen verhalten sich ähnlich wie subatomare Teilchen in der Quantenphysik: Sie sind laut einer Studie räumlich voneinander entfernt und doch miteinander verschränkt. Diese Beobachtung könnte erklären, wie das Gehirn unterschiedliche Sinnesreize zusammenführt und integriert.

Denkmuster 13.01.2010

Welche Neuronen arbeiten zusammen?

Die Verschränkung ist ein Phänomen aus der Quantenphysik. Dabei sind zwei oder mehr voneinander entfernte Teilchen miteinander verbunden, das heißt, ihre Zustände sind voneinander abhängig. Man spricht daher auch von "spukhafter Fernwirkung".

Unser Denken und unser Verhalten basiert auf flüchtigen Verbindungen zwischen Neuronengruppen. Es ist aber relativ schwierig festzustellen, welche der vielen aktiven Nervenzellen gerade miteinander in Verbindung stehen.

Experimente konnten bereits zeigen, dass nicht direkt miteinander verbundene Gehirnzellen in unterschiedlichen Gehirnregionen sozusagen gemeinsam in der gleichen Frequenz schwingen können. Vermutlich ein Zeichen dafür, dass sie an derselben Aufgabe beteiligt sind.

Die Studie in "PLoS Biology": "Coherence Potentials: Loss-Less, All-or-None Network Events in the Cortex" von Tara C. Thiagarajan et al.

In ihrer aktuellen Studie wollten die Forscher um Tara C. Thiagarajan vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health nun untersuchen, ob auch ganze Neuronengruppen durch komplexe elektrische Muster gekoppelt sind. Dafür analysierten sie die neuronale Aktivität zweier Makaken mittels implantierter Elektroden und jene von in Kulturschalen gezüchteten Nervenzellen.

"Perfekte Klone"

Dabei stellten sie fest, dass die Spannung in bestimmten Neuronengruppen, die mitunter bis zu zehn Millimeter voneinander entfernt waren, manchmal in exakt denselben Rhythmus stieg und wieder fiel.

Dieses Aktivitätsmuster, das die Forscher - in Analogie zum Aktionspotenzial auf der Ebene einzelner Zellen - Kohärenzpotenzial genannt haben, begann meist in einer einzigen Gruppe von Nervenzellen. Wenige Millisekunden später wurde das Muster dann von anderen Bereichen übernommen. Das Muster war sowohl in der Amplitude als auch in der Frequenz identisch. Laut den Forschern waren sie "perfekte Klone".

Durch die komplexe Wellenform könnten diese Kohärenzpotenziale als vieldimensionale Parameter zur Informationskodierung dienen, im Gegensatz zu Aktionspotenzialen, die lediglich zur binären Kodierung imstande sind.

Schwellwert der Aktivierung

Die geklonten Signale tauchten laut den Wissenschaftlern allerdings immer erst dann auf, wenn die Ausgangsaktivität einen bestimmten Schwellenwert überschritten hatte. Die Forscher vergleichen das im "New Scientist" mit dem "Tipping Point" in menschlichen Gesellschaften. Er bezeichnet jenen Punkt, an dem ein Trend plötzlich von einer breiten Masse übernommen wird.

Die Schwelle sichere vermutlich, dass nicht alle Signale, sondern nur signifikante Reize wahrgenommen werden.

Laut den Forschern scheinen die Kohärenzpotenziale in ihrem Muster einzigartig zu sein. Jedes könnte einen bestimmten Gedanken oder eine Erinnerung repräsentieren. Möglicherweise sei es ihr Zweck, Aktivität in all jenen Bereichen des Gehirns auszulösen, die z. B. verschiedene Aspekte ein und derselben Erfahrung abdecken. Ein Geruchs- oder ein Geschmacksreiz könnte so zur entsprechenden Aktivierung im visuellen Zentrum führen.

science.ORF.at

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Forum

 
  • Meine Gehirnzellen

    inselderseligen, vor 760 Tagen, 7 Stunden, 4 Minuten

    Meine Gehirnzellen sind leider nicht verschränkt. Kommt mir vor.

  • solala, vor 760 Tagen, 12 Stunden, 43 Minuten

    Damit dürfte ja wohl auch die letzte Hoffnung dahin sein, das deer PC den Menschen ersetzten wird in absehbarer Zeit.

    • ...

      kommentar, vor 759 Tagen, 20 Stunden, 55 Minuten

      Hoffnung ???

    • darüber sollten wir nachdenken...

      selbsteinwitz, vor 759 Tagen, 20 Stunden, 33 Minuten

      und gerade darum, weil uns die Festplatte
      bei weitem überdauern wird, und vieles
      andere auch. Also ist die Hoffnung berechtigt.

  • Reaktion auf den Science Blogs...

    pumpedüse13, vor 760 Tagen, 13 Stunden, 50 Minuten

    es gibt schon eine reaktion auf die dämliche Behauptung dieses Phänomen mit Quantenphänomenen zu "verschränken". Also liebe New Ageler, lasst den Champagner schön im Kühlrschrank... das ist ne Ente.

    http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/01/scienceorfat-leidet-an-frobosesyndrom.php

    • zur Klarstellung

      scienceredaktion, vor 760 Tagen, 15 Minuten

      eigentlich sollte es bei der Verwendung von Anführungszeichen und Formulierungen wie "ähnlich wie.." klar sein, dass es sich bei der "Verschränkung" hier um eine journalistische Metapher und nicht um eine wissenschaftliche Gleichsetzung handelt!

    • "journalistische Metapher"

      pumpedüse13, vor 759 Tagen, 21 Stunden, 37 Minuten

      Das merkt man ja deutlich, dass dies klar so verstanden wurde, wenn man sich manche Kommentare hier durchliest...

      Und wie soll bitte der/die wissenschaftlich nicht hochgebildete Leser/in zwischen solch einer "journalistischen Metapher" und einer "wissenschaftlichen Gleichsetzung" unterscheiden, wenn zudem eine Erklärungsbox zur quantenmechanischen Verschränkung dargestellt wird?

  • Frage mich sowieso warum die Erkenntnisse der Quantenmechanik ...

    dilletant, vor 760 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

    ... nicht viel mehr Resonanz in unserem täglichen Leben finden!

    Denn die eigentlichen Erkenntnisse aus all diesen seltsamen Phänomenen wie Spukhafte Fernwirkung, Verschränkung, Teilchen-Wellen Phänomen usw. sind ja nicht physikalische sondern ganz einfach menschliche, kommunikative, gesellschaftlich relevante Erkenntnisse.

    Menschen sind quantenmechanische Zustände bzw. Ansammlungen von Zuständen, bzw. Ansammlungen von vrschränkten Nervenzellen, bzw. Ansammlungen von verschränkten Verschränkungen ... usw. usw.

    Soll heissen: Die seltsame Paradoxie des Lebens, die Frage nach Gut und Böse, nach Sein oder Nicht-Sein ... all dies gehörte - auch - aus quantenmechanischer Sicht diskutiert!

    Psychologie der Quanten! Quantenmechanische Phänomene im zwischenmenschlichen Kontakt usw.

    Das Phänomen der "Verschränkung" ist für mich inzwischen so alltäglich wie die banale bose-einsteinsche Quantensuppe ... auf der wir alle lernen sollten zu schwimmen! ;-)



    Ach ja! - Musik ... "das" quantenmechanische Phänomen schlechthin ... ;-)))

    • Diese Phänomene...

      sensortimecom, vor 760 Tagen, 14 Stunden, 19 Minuten

      .. haben nix mit Quantenmechanik per se zu tun. Physikalische Quantenphänomene treten innerhalb eines Gehirns (abgeschlossenes System, wo Superpositionen sofort dekohärieren!) nicht auf. Wohl aber könnte es denkbar sein, dass das Phänomen des "Bewußtseins" irgendwann mal auf quantenmechanischer Basis erklärbar wäre. Auch Telepathie etc.

      Bei der "Verschränkung" die der Schreiber meint, geht es um eine Art "Bingo"-Effekt in einem Erkennungsprozess. Der funktioniert ähnlich einer Web-Suchmaschine. Wenn z.B. viele Teilnehmer fast gleichzeitig dieselbe Adresse googeln, erhält man denselben Output an verschiedenen Orten ebenso gleichzeitig. Da spricht auch keiner von "Verschränkung.

  • das gottesteilchen hams vergessen zu erwähnen!

    fusswaermer, vor 760 Tagen, 16 Stunden, 1 Minute

    schläfenlappenepi? ;-)

  • Die meisten ....

    lukian, vor 760 Tagen, 17 Stunden, 3 Minuten

    .... funtionieren "beschränkt".

  • na sowas...

    xy13, vor 760 Tagen, 17 Stunden, 15 Minuten

    so singer, roth, metzinger und konsorten, wo ist jetzt die determination...

    (die übrigen wissen schon seit über hundert jahren, dass das konzept 'determination' eine ähnlich metaphysische theorie wie der glaube an gott ist...)