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Alligator von vorne

Alligatoren atmen wie Vögel

Alligatoren atmen nicht ein und aus, sondern ganz ähnlich wie Vögel: Die Luft durchströmt ihren Körper nur in einer Richtung, wie eine aktuelle Studie zeigt. Diese Atmung soll sich bereits bei den Vorfahren der Dinosaurier entwickelt haben.

Evolution 15.01.2010

Vorsprung durch Atemtechnik

Wenn Menschen und andere Säugetiere einatmen, wird die Luft über Luftröhre, Bronchien bis in die Lungenbläschen oder Alveolen transportiert. Von dort gelangt der Sauerstoff ins Blut. Die Bläschen nehmen wiederum Kohlenstoffdioxid aus den Kapillaren auf, welches beim Ausatmen entsorgt wird.

Vögel haben zwar auch Lungen, sie sind aber so konstruiert, dass die Luft ausschließlich in eine Richtung strömt. Sie bewegt sich sozusagen in einer Schleife: hinein in die Atemwege, durch den Körper und wieder hinaus. Dies ermöglicht ihnen eine effizientere Verwertung des Sauerstoffs: "Vögel können damit in Höhen fliegen, bei welchen Säugetiere längst kollabieren würden", so Collen Farmer von der University of Utah, Autorin der Alligator-Studie.

Laut Farmer wurden bisher die Luftsäcke der Vögel - das sind dünnwandige blasebalgartige Anhänge der Lunge - für deren spezielle Atemtechnik verantwortlich gemacht. Ihrer Meinung nach brauchen die Tiere diese jedoch in erster Linie, um ihr Gewicht während des Fluges optimal zu verteilen.

Luft durchströmt den Körper

Das Atmungssystem eines Alligator im Röntgen
Das Atmungssystem des Alligators

Die Studie in "Science": "Unidirectional Airflow in the Lungs of Alligators" von C.G. Farmer und Kent Sanders

Alligatoren hätten nämlich keine Luftsäcke, dennoch sei ihre Atmung ganz ähnlich. Das legen jedenfalls die Ergebnisse der aktuellen Studie nahe. Dafür haben Farmer und ihr Team drei verschiedene Experimente durchgeführt. Beim ersten pflanzten sie Messgeräte in die Lungen von betäubten Alligatoren, um die Geschwindigkeit und die Richtung der Luftströme zu messen.

junge Alligatoren im Wasser

Beim zweiten und dritten pumpten sie Luft bzw. Wasser in die Lungen von toten Alligatoren und zeichneten die dabei entstehenden Strömungen auf.

Alle Untersuchungen zeigten: Die Luft bzw. die Flüssigkeit strömte ausschließlich in eine Richtung. Möglich ist das laut den Forschern durch spezielle aerodynamische Ventile in den Lungen der Alligatoren, die den Atem weitertransportieren.

Besonders überlebensfähig

Wissenschaftler vermuten schon länger, dass auch Dinosaurier eine derartige "Ein-Weg"-Atmung besessen haben. Farmer und ihre Kollegen gehen in ihren Annahmen noch weiter: Die Technik hätte bereits den Vorfahren der Dinosaurier geholfen, die Erde nach dem großen Massensterben vor 251 Millionen Jahren zu dominieren.

Was das größte bekannte Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze verursachte, ist bis heute nicht geklärt: massiver Vulkanismus, ein Asteroid oder zuviel Methan? 70 Prozent aller Lebewesen an Land und 96 Prozent der Meeresbewohner verschwanden.

Davor waren die Synapsiden, reptilienhafte Vor-Vorfahren der Säugetiere, die größten Lebewesen an Land gewesen. In den 20 Millionen Jahren nach dem "Großen Sterben" wurden die Archosauria zu den dominantesten Landbewohnenr. Diese sind die Vorfahren von Krokodilen, Pterosauriern, Dinosauriern und Vögeln.

"Erfolgsgeheimnis"

Laut den Forschern ist es höchst wahrscheinlich, dass sich die spezielle Atemtechnik bereits bei den Archosauria entwickelt hat, nämlich vor mehr als 246 Millionen Jahren - das ist früher als bisher angenommen.

Das Ökosystem nach der Massenauslöschung sei sehr warm und trocken gewesen, mit nicht mehr als zwölf Prozent Sauerstoffgehalt. Ihre Atmung könnte der entscheidende Grund gewesen sein, warum die Reptilien in der unwirtlichen Welt überlebt haben und sich durchsetzten. "Der Aufbau ihrer Lunge könnte das Geheimnis ihres Erfolges gewesen sein", so Farmer.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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Forum

 
  • wuerde dennoch gerne wissen:

    slartibartfast, vor 758 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

    wo sitzt das auslassventil?

    • oije oije

      mantispa, vor 757 Tagen, 18 Stunden, 46 Minuten

      (ist bei mir ausdruck von kummer, hat nix mit "feixen" zu tun.) um aber jetz nicht überheblich zu klingen: das kroko atmet wie wir ein und zieht die o2-reiche luft durch die alveolen. okay. dann aber fließt die luft nicht wie bei uns den selben weg zurück wie sie gekommen ist, sondern dank sinnvoll angeordneter (rückschlag)ventile fließt sie nun durch eigene (randständige?) röhrln biz zur luftröhre noch immer "vorwärts". dazu muss man allerdings, denke ich, eine welle der kontraktion im lungenraum annehmen (oder genügen dazu allein die "überaus sinnvoll angeordneten" ventile?), die aber durchaus plausibel ist. dank dieser "genialen" konstruktion fließt durchs (öffenporige) lungen-schaumgewebe ein (vielleicht nicht stetiger, aber ständiger) luftstrom in richtung "auslassventile", gegen den das blut aus der lungenarterie anströmt. (bei denen krokos sind ja körper- und lungen-kreislauf "schon" fast völlig getrennt [glaub ich mich zu erinnern] - und warum nicht auch bei gewissen dinos.)

  • WIE sich das

    baierndry, vor 759 Tagen, 11 Stunden, 38 Minuten

    "entwickelt" haben soll, ist und bleibt ein paradestück der verdrängungs-mentalität der evolutionsgläubigen.

    • mantispa, vor 759 Tagen, 9 Stunden, 47 Minuten

      oje oje.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 8 Stunden, 47 Minuten

      :-D

    • aasgeier, vor 759 Tagen, 7 Stunden, 34 Minuten

      @baiern3: da Herr und Dame Vorposter eh schon am Feixen sind, werde ich als Biolaie mal die Hosen runterlassen: mein erster Gedanke galt den Fischen mit ihrer Kiemendurchspülung . Muss natürlich absoluter Quatsch sein, sonst hätten unsere Experten das schon vorsorglich ausgeräumt, aber da kommt außer ojoijoijoi:-D ojeoje eh nix.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 6 Stunden, 40 Minuten

      Was soll sonst kommen? Man kann nur lachen über die Wortprägung "evolutionsgläubig" (obwohl oder weil es "Evolutionsgläubige" auch gibt).
      Gedanken können alles mögliche sein, zum Beispiel Start - Punkte, im Fall der Kiemen hier gilt das altbekannte "es gibt keine dummen Fragen ..." Nur hättest du dir was Angenehmeres ausdenken können als die abgedroschene Hosenmetapher (benehmen Sie Ihnen gfälligst).
      Früher wollte ich dich schon loswerden, zum Beispiel an EdE, halte dich in Zukunft an den, zu dem passt du besser.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 6 Stunden, 13 Minuten

      mensch ist das peinlich.
      Genau wie "Handy" an der Supermarktkasse! "EdE" geht nicht mehr, das hat er gelöscht :o) Also hole dir dein Weltbild bei Hoimar von Dithfurt, der erklärt dir genau, wie alles ist, wie alles war, wie alles sein wird. So, das wäre erledigt, und ich habe frei.

    • aasgeier, vor 759 Tagen, 5 Stunden, 44 Minuten

      Immer wenn's eng wird drückt sich die selbsternannte Expertin und weicht auf ihre Nick-Probleme aus.
      Jetzt sollten aber alle, die von deinen fachlichen Erläuterungen hier einen Nutzen gezogen haben (oder es annehmen, um das überstrapazierte "glauben" mal zu ersetzen), sich dankbar erweisen und dir kräftig in die Seite treten (die solala-sprech, damit auch er was davon hat).

      "mein erster Gedanke" gilt auch als so eine Kommunikationsfloskel die (fast) jeder richtig versteht; ist kritisierbar, denn "Gedanke" könnte man fraglos auch durch "Gedankenlosigkeit" ersetzen, wenn man den Nachweis auslässt, dass man sich weitere Gedanken gemacht hat.

    • allgeier, vor 758 Tagen, 18 Stunden, 5 Minuten

      Sag mal, warum rotierst du im Sechseck vor Grant. Du hättest, wenn schon, auf meine VK schreiben können. Eines verspreche ich, vor allem den Anderen (!), hier antworte ich aasi zum letzten Mal.
      Die Emailfunktion per Nick ist schon lange abgeschafft, und ausdiskutiert war alles, also was solls noch. Das ist kein "Problem", genauso wenig wie dein Klon von Nicks, die mir nach dem ersten aha eben wurschtegal geworden sind.
      Manche hier fänden es inzwischen besser, wenn man sich nur mit einem Nick anmelden könnte. Verständlich. Oder ist es, weil ich HvD nicht mochte? Ist doch auch egal.
      Über die Vogellunge findest gerade du garantiert alles im Internet.
      Und letztens, Evolution ist Fakt (sichtbar), und dabei, wie manche Fakten, kniffelig zu erforschen und nicht leichthin zu erklären - jedenfalls geht es mir so.
      So, nun machs gut.

  • "Beim ersten pflanzten sie..."

    skorp, vor 759 Tagen, 12 Stunden, 47 Minuten

    ... Messgeräte in die Lungen von betäubten Alligatoren, um die Geschwindigkeit und die Richtung der Luftströme zu messen."

    Die armen Krokos! Die sind ja nur betäubt! Das tut doch weh! Wie unmenschlich! Wo sind jetzt alle, die im "Schweineversuch" gegen die Wissenschaft wettern? :)

    • calypso, vor 759 Tagen, 11 Stunden, 44 Minuten

      du scheinst jedenfalls zu wenig zu atmen.

  • @scienceredaktion

    bravenewone, vor 759 Tagen, 15 Stunden, 12 Minuten

    "Farmer und ihre Kollegen gehen in ihren Annahmen noch weiter: Die Technik hätte bereits den Vorfahren der Dinosaurier geholfen, die Erde nach dem ersten großen Massensterben vor 251 Millionen Jahren zu dominieren."

    Das war nicht das erste große Massensterben an der Perm/Trias Grenze vor ~251 Mio Jahren.
    Davor war noch das Massensterben im oberen Devon (vor 367 Mio a), das Massensterben am Ende des Ordoviziums (vor ~438 Mio a) und das Massensterben am Ende des Kambriums (vor ~500 Mio Jahren).

    Und manchmal wird das Verschwinden der Ediacarafauna vor 540 Mio Jahren ebenfalls als Massensterben bezeichnet.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 14 Stunden, 50 Minuten

      .... außerdem, wenn man in paläontologische Diskussionen geht, sind Archosauria und "Reptilien" zwei Paar Stiefel.

    • scienceredaktion, vor 759 Tagen, 14 Stunden, 24 Minuten

      wir haben das "erste" gestrichen, danke für den Hinweis

    • aasgeier, vor 759 Tagen, 5 Stunden, 17 Minuten

      Die vornehme Zurückhaltung der scienceredaktion im Fall allgeier wird anerkennend zur Kenntnis genommen. Trotzdem sei erwähnt, dass die Redaktion (oder eins ihrer Mitglieder) nie behauptet hat, dass Archosauria und "Reptilien" EIN Paar Stiefel seien. Der Vergleich mit Stiefeln kommt im ganzen Artikel nicht vor, und als Vorfahren von Reptilien, wie es im Artikel steht, werden sie auch andernorts benannt.

    • allgeier, vor 758 Tagen, 17 Stunden, 46 Minuten

      Falls die echten Zusammenhänge jemanden interessieren sollten: Unproblematisch, bei Wikipedia steht alles über die monophyletische Gruppe Archosauria. Dort wird auch gezeigt, warum das Wort "Reptilien" nicht mehr brauchbar ist, nur speziell in der Paläontologie. Als Sammelbegriff für heutige wechselwarme Nicht-Amphibien (mit den Archosauria nicht näher verwandt) braucht man die Bezeichnung.

  • solala, vor 759 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

    Und wie ist des mit dem Tschicken?

  • fenris79, vor 759 Tagen, 16 Stunden, 40 Minuten

    durch welches Loch kommt die Luft wieder raus?

  • wer bitte hat denn den ersten

    two1zero, vor 759 Tagen, 18 Stunden, 26 Minuten

    absatz geschrieben. ich kann mich immer noch nicht so ganz entscheiden ob ich drüber lachen soll, oder obs nicht doch eher zum weinen ist.
    obwohl luftballon-krokodile die durch ihre hintere körperöffnung ausatmen ja durchaus nett wären.
    offensichtlich ist ein volksschulabschluss keine voraussetzung mehr um beim orf zu arbeiten...

    • allgeier, vor 759 Tagen, 18 Stunden, 5 Minuten

      das "eine Richtung" bezieht sich auf das Lungensystem, wie im Text versucht wird zu erklären. Der Überschriftverfasser rechnete mit einem Moment Zeit zum Weiterlesen ;-)

    • ich hab auch

      two1zero, vor 759 Tagen, 17 Stunden, 54 Minuten

      den ganzen artikel gelesen, aber trotzdem kann man ja nicht so eine überschrift schreiben.
      da ist ja die krone oder bild sogar noch um welten besser.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 17 Stunden, 46 Minuten

      siehs ihnen nochmal nach, wenn es geht ;-) Es sollte bildlich formuliert sein ... und welche Gefahr in diesem Bestreben liegt, ist hier wieder mal deutlich.

  • Wie kommt die Luft dann wieder heraus?

    regow, vor 759 Tagen, 18 Stunden, 52 Minuten

    • allgeier, vor 759 Tagen, 18 Stunden, 15 Minuten

      das habe ich als nicht ganz einfach in Erinnerung. Dazu gehört, sowohl das Einatmen als auch das Ausatmen muss bei Vögeln aktiv vonstatten gehen, die Vögel müssen zum Ausatmen das Brustbein aktiv zurückziehen. (Bei uns zieht sich der Brustkasten elastisch automatisch wieder zusammen - es sei denn, man will absichtilch die Luft anhalten.)

    • na ja -

      mantispa, vor 759 Tagen, 16 Stunden, 10 Minuten

      (ob der brustkorb automatisch zusammenschnurrt, weiß ich nicht), aber bei diesen sauropsiden da sind rachen und luftröhre schon keine einbahn, nur innerhalb der lunge gibz offenbar "kurzschlüsse" zur trachea, so dass die luft in der lunge im gegenstromprinzip dahinziehen kann - immer in eine richtung.

    • allgeier, vor 759 Tagen, 14 Stunden, 38 Minuten

      "Gegenstromprinzip", so kann man es nennen, danke.

  • das

    mantispa, vor 759 Tagen, 19 Stunden, 3 Minuten

    weiß ich seit jahren von denen krokos, weils nichts neu (erforscht)es ist.

    • Aber du verlangst nicht,

      allgeier, vor 759 Tagen, 18 Stunden, 31 Minuten

      dass hier nur Brandneues gebracht wird? Beiträge wie dieser sind gut.
      Wer kann von Neuem immer sofort wissen, ob über Windeier gegackert wird :o)

    • nee - eh ned.

      mantispa, vor 759 Tagen, 16 Stunden, 20 Minuten

      is eh okay.