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Rauchender Mann mit Schnurrbart

Ärmere rauchen eher und sind dicker

Dass Lebensstil etwas mit dem sozioökonomischen Hintergrund zu tun hat, ist seit längerem bekannt. Ein deutscher Forscher hat den Zusammenhang nun quantifiziert: Bei Personen mit niedrigem Sozialstatus raucht über die Hälfte, bei Personen mit höherem Status ist es nur ein Drittel.

Medizin 18.01.2010

Die Studie "Smoking, Physical Inactivity, and Obesity" ist im "Deutschen Ärzteblatt" erschienen.

Ähnliche Zusammenhänge gibt es auch bei den Variablen Dickleibigkeit und sportliche Betätigung, schreibt Thomas Lampert vom Robert Koch Institut in Berlin in einer Studie.

Dafür hat er Daten aus einer Telefonumfrage unter 8.300 Deutschen aus dem Jahr 2003 ausgewertet. Unter Berücksichtigung von Einkommen, Ausbildung und Beschäftigung bildete er drei Gruppen von Sozialschichten: eine mit niedrigem, eine mit mittlerem und eine mit hohem Sozialstatus. Je nach Altersgruppe zeigten sich dabei unterschiedlich starke Differenzen.

"Unterschichten" rauchen deutlich mehr

Bei den 18- bis 39-Jährigen rauchten über 53 Prozent der Männer mit niedrigem oder mittlerem Sozialstatus, die Werte der Frauen lagen knapp darunter. Männer mit hohem sozioökonomischem Hintergrund rauchten nur zu 37 Prozent, bei Frauen waren es sogar nur 27 Prozent.

Der Trend setzt sich in der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren fort, erst ab 60 Jahren schrumpft die Zahl der Raucher in allen Sozialgruppen merklich.

Aber auch hier lagen die Männer der niedrigen Sozialschichten mit einer Raucherquote von 31 Prozent "vorne", gefolgt von der mittleren (17 Prozent) und der hohen (14 Prozent). Bei den Frauen ebneten sich die Unterschiede im Alter eher ein, hier lagen die Quoten zwischen sechs und zwölf Prozent.

Betrifft auch Aktivität und Dickleibigkeit

Ähnliche Bilder zeigten sich bei der Dickleibigkeit. Am stärksten verbreitet ist sie bei Männern in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen. Während knapp ein Drittel dieses Alters im niedrigen Sozialbereich dickleibig ist, sind es im oberen Bereich nur 15 Prozent. Bei Frauen ist der Unterschied noch größer: Knapp 40 Prozent der Unterschichten sind übergewichtig, bei den oberen Schichten sind es nur zehn Prozent.

Und das korrespondiert auch mit den Selbsteinschätzungen, was die körperliche Aktivität betrifft. Als "inaktiv" bezeichnete Lampert in seiner Studie das Faktum, in den vergangenen drei Monaten keinen Sport betrieben zu haben.

Unter 40 Jahren gibt es dabei wenig Unterschiede, in allen Sozialgruppen hält sich hier rund ein Viertel selbst für körperlich inaktiv. Bei den 40- bis 59-Jährigen gibt es aber wieder große Differenzen: Hier sind knapp 60 Prozent der Männer im niedrigen Sozialbereich inaktiv, im oberen Bereich sind es nur 28 Prozent. Ähnliches zeigte sich auch bei den Frauen.

science.ORF.at

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Forum

 
  • unbedarfter journalismus:

    iggi, vor 756 Tagen, 4 Stunden, 28 Minuten

    "Ein deutscher Forscher hat den Zusammenhang nun quantifiziert"

    das ganze ist ein alter hut mit jeder menge studien. das 'www' vor 'orf.at' verpflichtet, und wenn man sich einer aussage nicht sicher ist, formuliere man es vorsichtig.

  • ok, das sind die statistischen Feststellungen

    bitteichweißwas, vor 756 Tagen, 8 Stunden, 9 Minuten

    und weiß man auch WARUM, hat man die Zusammenhänge erhoben?

  • solala, vor 756 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

    Das Problem ist nur eines, das betrifft die geistige Elite von heute, nur diese sogeannte nichtrauchende Elite von heute ist ein geistiges Wrack, nicht zu vergleichen mit jenener Elite aus vergangere Zeiten, und in dieser Gesesellschaftschicht war es selbstverständlich tu rauchen.

    Und was haben wird davon, wir sind dabei die letzten Fische aus den Meeren zu holen, übrig bleibt ein stinkender Sumpf, das Erdöl ist großteils schon verblasen in der Luft, das Wirtschaftssystem hat den größtenkratzer seit Jahrzenten bekommen, Fabrikhalen wurden zu Museen, die einstigen Arbeiter sind dauerbeschäftigte bei den Arbeitsämtern.

    Sollte die politische Entwiklung tatsächlich einen Zusammenhang mit Nikotin haben, dann gute Nacht lieber Erde.

  • dieguteruth, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 13 Minuten

    dass rauchen ein unterschichtphänomen ist, das ist jetzt ja wahrlich nix neues.
    gut, aber er hat es zumindest quantifiziert, nehme alle kritik zurück :-)

    • also

      mantispa, vor 755 Tagen, 17 Stunden, 59 Minuten

      anfänglich war rauchen eher ein oberschichts-problem. nur wusste man es nicht.- was ich bei all den süchten nicht verstehe, ist, wo die bettelarmen unterschichtsbewohner (wie zb. die chinesen des opiumkrieges, die briten der hogarthzeit, die typen vom wiener karlsplatz) immer das viele geld hernehmen, um ihren süchten zu frönen. die schnapsbrenner, die alqeeda usw. verdien(t)en ja da stets so gut dran, dass sie diese süchte nach kräften förderten, bei uns zb. das rauchen der staat mit der "regie".

  • die eigentlichen Loser

    cyana, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 6 Minuten

    fahren Turbodiesel mit Dachreling und Anhängerkupplung. Das ist der verlässlichste Indikator.
    Es mag schon sein, dass das Gesundheitsbewusstsein mit dem sozialen Status steigt, allerdings ist mir die Studie zu biased.

    • Da hat gar nix einen Bias

      chaucer, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 54 Minuten

      Ähnliche Resultate wirst du in allen Studien aus westlichen Ländern (=solchen mit starker sozialer Ausdifferenzierung nach kapitalistischem/marktwirtschaftlichem Muster) finden. In den USA ist es ähnlich, nur dass dort die Übergewichtsquote bei unteren Einkommensschichten noch größer ist.

    • Es geht um Trends

      carullus, vor 756 Tagen, 11 Stunden, 55 Minuten

      Nicht jeder der raucht gehört einer gewissen Schicht an, genausowenig wie alle Angehörigen dieser Schicht (nicht) rauchen. Es geht darum dass *tendentiell* in der einen Schicht mehr geraucht wird, als in anderen.

      Wie schon gesagt wurde, ist das nun aber wirklich nichts radikal Neues.

  • blöd durch's Rauchen?

    lascivo, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 18 Minuten

    Es gibt ja auch Lungenfachärzte, die rauchen! Das wäre dann sozusagen die höchstgebildete, aber geistig degenerierte Oberschicht, oder wie ;) ?!

    Auffällig ist lediglich, dass die Leute, die permanent jammern woher sie ihr Geld bekommen sollen, rauchen wie die Schlote.
    Ich kann nicht auf der einen Seite raunzen ich bin finanziell benachteiligt & auf der anderen Seite mein Geld verheizen!
    Schau mal vor eine Berufsschule - dort rauchen ca. 90%. Hat schon eine Aussagekraft...

    Aber jetzt einmal ehrlich - Schicht hin, Schicht her: Wer bei der heutigen Aufklärung über's Rauchen noch immer einen Stängel in den Mund nimmt, bei dem dürft's generell nicht weit her sein mit der Hirnmasse! Der einfachste Intelligenztest: Die Frage:"Rauchst Du?"

    • Ein noch einfacherer Test

      wizweitra, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 10 Minuten

      Saufst Du ?

    • Mag schon sein.

      allthegoodnamesaregone, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 35 Minuten

      Aber die Antwort auf "Verallgemeinerst du?" ist in Wahrheit immer noch die, die am meisten aussagt.

    • Es wird ja rundherum Alles verallgemeinert - je nachdem wie...

      wizweitra, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 18 Minuten

      ...und für wen es beliebt

  • hmmm

    nightmaretom, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 26 Minuten

    also ich habe auch gute 15 kg zu viel obwohl ich erfolgreicher unternehmer bin,ich esse halt gerne!da ich auch genügend zeit in der firma verbringe und das bischen freizeit was mir bleibt mit meinen 2 kinder verbringe,achte ich nicht so auf meine ernährung weil ich auch irgendwann unter tags was in mich rein stopfe!andere unternehmer die ich kenne die haben auch nicht viel zeit,statt essen rauchen sie aber dafür viel!und telefon umfrage zu diesen thema finde ich sher unseriös

    • Es ist nachgewiesen

      chaucer, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 7 Minuten

      dass die unteren sozialen Schichten zehnmal (!) häufiger von der sog. Managerkrankheit betroffen sind, also den gesundheitlichen Langzeitfolgen von Stress, als Manager. Das hat auch damit zu tun, dass Gutverdienende wesentlich zufriedener mit ihrer Arbeit sind, was den Stress häufig ganz gut kompensiert. Dem Stressfaktor Armut entkommen man hingegen nur sehr schwer...

  • Was eindeutig eine alte These von mir belegt

    chaucer, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 34 Minuten

    Die Anti-Raucherkampagne ist nix anderes als der Versuch, die Lebensvorstellungen besser Verdienender und ihre sozialen Vorurteile schlechter Verdienenden aufzuzwängen. Wenn man so will bürgerliche Moral, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgezwungen wird. Der Satte richtet über den Hungrigen und damit's besser funktioniert, wählt er den Umweg der Gesundheit. Weit haben wir's gebracht.

  • Generelles Rauchverbot

    pflanze, vor 756 Tagen, 14 Stunden, 5 Minuten

    Erschreckende Zahlen, die nicht überraschen! Rauchen ist nun einmal ein soziales Phänomen!

    Jedoch wird einmal mehr klar, dass es keine Alternative zu einem generellen Rauchverbot gibt!

    Die Regierung muss endlich handeln!

    Wer endlich auch in Österreich Gesundheitsschutz auf europäischem Niveu wünscht, der kann seine Unterstützung auf "Rauchverbot in Lokalen - 100000 Mitglieder/Unterschriften für Volksbegehren" kundtun!

    http://www.facebook.com/group.php?v=info&ref=mf&gid=207474724730

    • Tippfehler!

      pflanze, vor 756 Tagen, 14 Stunden, 3 Minuten

      Soll natürlich Niveau heiße - sorry!

    • und den Gaststätten würde es auch...

      bazino, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 36 Minuten

      ...10% Plus bescheren. Das besagen Studien aus Irland, Italien und New York City.

    • cyana, vor 756 Tagen, 13 Stunden, 1 Minute

      Das soziale Phänomen ist wohl eher das missionarische Eifertum und die Lust am Vernadern, die Dank der neuen Rauchergesetze hemmungslos ausgelebt werden kann *ggg*

    • bazino

      chaucer, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 46 Minuten

      Das mögen Studien besagen. Die Realität besagt was anderes: 2.000 Pubs weniger in Irland, mehr als 7.000 weniger in Großbritannien. Vorwiegend in Arbeitergegenden...

    • "...dass es keine Alternative zu einem generellen Rauchverbot gibt!..." ???

      nordlicht911, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 23 Minuten

      Natürlich gibt es die - die Alternative heißt "Selbstbestimmung". Wie kommst Du dazu, einem Raucher vorschreiben zu wollen, was er zu lassen hat ? Ist das nicht ein wenig ... nun ja, überheblich tirfft´s ganz gut.

    • @nordlicht

      dieguteruth, vor 756 Tagen, 12 Stunden, 8 Minuten

      selbstbestimmung kann immer nur soweit gehen wie kein dritter geschädigt wird. kann ja auch niemanden niederschlagen oder vergewaltigen und dann auch selbstbestimmung pochen.

      somit ist ein generelles rauchverbot eigentlich eine selbstverständlichkeit, nur halt aufgrund der historischen entwicklung und der österreichischen rückschrittlichkeit noch nicht umgesetzt.

    • calypso, vor 756 Tagen, 10 Stunden, 51 Minuten

      also wäre es klar: damit die wirte weiter geld verdienen wird weiter geraucht. money rulez ;)

      die leut kaufen weniger autos. anstatt diesen trend zu gehen und die autoindustrie sich selbst verschlanken zu lassen subventioniert man wie verrückt. beim rauchen ähnlich, wenn man das argument gastgewerbe heranzieht.

      wenn die leut nimmer essen gehen wollen, dann ist es halt so, dann geben sie ihr geld wo anders aus und schaffen dort neue jobs. wenn sie nicht mehr rauchen wollen gehn auch genug leute der tabakindustrie in die arbeitslose.. da hör ich niemanden jammern. zählen die weniger?

    • @dieguteruth

      easy, vor 756 Tagen, 10 Stunden, 44 Minuten

      zur "österreichischen Rückschrittlichkeit", wie Sie es nennen:
      Im Vergleich zu Ö ist es zum Beispiel in Spanien und Griechenland für Raucher sehr viel gemütlicher. In Spanien sind die Lokale ganz klar an der Tür als "Raucher" oder "Nichtraucher" gekennzeichnet und in Griechenland wird sowieso in allen Gaststätten geraucht (zumindest auf den Inseln kenn ich keine Nichtraucherlokale). Die Südländer haben es aber auch leichter, weil sich das Leben viel mehr draußen abspielt als bei uns. Insgesamt stimmt es aber einfach nicht, Ö immer als DAS europäische Raucherparadies hinzustellen.

    • @easy

      dieguteruth, vor 756 Tagen, 7 Stunden, 59 Minuten

      spanien und griechenland, die beide wirtschaftlich komplett am boden liegen (am rande des staatsbankrott), das sind ja tolle vorbilder.
      dass in 2 ländern die gesetzgebung noch schlechter ist als bei uns, was soll uns das sagen? sollen wir auch die scharia einführen weil die in ein paar ländern der welt gilt?

    • na ja,

      mantispa, vor 754 Tagen, 18 Stunden, 14 Minuten

      zumindest spanien war noch vor kurzem ein eu-vorzeigeland, das arbeitskräfte von überallher anzog, und da wurde auch schon geraucht wie "ein schlot".

  • Mag schon zum Teil stimmen, aber....

    wizweitra, vor 756 Tagen, 14 Stunden, 8 Minuten

    Beim höheren Sozialstatus wird halt dafür eher gekifft, geschnupft oder sonstwas geraucht,was nicht unter übliche Zigaretten fällt bzw. was sich der niedere Sozialstatus einfach nicht leisten kann.