
Ärmere rauchen eher und sind dicker
Die Studie "Smoking, Physical Inactivity, and Obesity" ist im "Deutschen Ärzteblatt" erschienen.
Ähnliche Zusammenhänge gibt es auch bei den Variablen Dickleibigkeit und sportliche Betätigung, schreibt Thomas Lampert vom Robert Koch Institut in Berlin in einer Studie.
Dafür hat er Daten aus einer Telefonumfrage unter 8.300 Deutschen aus dem Jahr 2003 ausgewertet. Unter Berücksichtigung von Einkommen, Ausbildung und Beschäftigung bildete er drei Gruppen von Sozialschichten: eine mit niedrigem, eine mit mittlerem und eine mit hohem Sozialstatus. Je nach Altersgruppe zeigten sich dabei unterschiedlich starke Differenzen.
"Unterschichten" rauchen deutlich mehr
Bei den 18- bis 39-Jährigen rauchten über 53 Prozent der Männer mit niedrigem oder mittlerem Sozialstatus, die Werte der Frauen lagen knapp darunter. Männer mit hohem sozioökonomischem Hintergrund rauchten nur zu 37 Prozent, bei Frauen waren es sogar nur 27 Prozent.
Der Trend setzt sich in der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren fort, erst ab 60 Jahren schrumpft die Zahl der Raucher in allen Sozialgruppen merklich.
Aber auch hier lagen die Männer der niedrigen Sozialschichten mit einer Raucherquote von 31 Prozent "vorne", gefolgt von der mittleren (17 Prozent) und der hohen (14 Prozent). Bei den Frauen ebneten sich die Unterschiede im Alter eher ein, hier lagen die Quoten zwischen sechs und zwölf Prozent.
Betrifft auch Aktivität und Dickleibigkeit
Ähnliche Bilder zeigten sich bei der Dickleibigkeit. Am stärksten verbreitet ist sie bei Männern in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen. Während knapp ein Drittel dieses Alters im niedrigen Sozialbereich dickleibig ist, sind es im oberen Bereich nur 15 Prozent. Bei Frauen ist der Unterschied noch größer: Knapp 40 Prozent der Unterschichten sind übergewichtig, bei den oberen Schichten sind es nur zehn Prozent.
Und das korrespondiert auch mit den Selbsteinschätzungen, was die körperliche Aktivität betrifft. Als "inaktiv" bezeichnete Lampert in seiner Studie das Faktum, in den vergangenen drei Monaten keinen Sport betrieben zu haben.
Unter 40 Jahren gibt es dabei wenig Unterschiede, in allen Sozialgruppen hält sich hier rund ein Viertel selbst für körperlich inaktiv. Bei den 40- bis 59-Jährigen gibt es aber wieder große Differenzen: Hier sind knapp 60 Prozent der Männer im niedrigen Sozialbereich inaktiv, im oberen Bereich sind es nur 28 Prozent. Ähnliches zeigte sich auch bei den Frauen.
science.ORF.at
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