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Gerstenähren auf dem Feld

Der Europäer: Ein Bauer aus dem Nahen Osten

Eine Genanalyse zeigt, dass die meisten Männer in Europa von Bauern abstammen, die vor etwa 10.000 Jahren aus dem Nahen Osten kommend den Kontinent besiedelt haben. Ein Beleg dafür, dass ackerbauliches Wissen gemeinsam mit seinen Trägern zu uns gelangt ist.

Genanalyse 19.01.2010

Offenbar konnten sich die technologisch weiter fortgeschrittenen Männer gegen ihre steinzeitlichen Konkurrenten durchsetzen.

Eine neue Epoche

Das Auftauchen der Landwirtschaft in Form von Ackerbau, Viehzucht und Vorratshaltung gilt als eine der wichtigsten kulturellen Veränderungen in der gesamten Menschheitsgeschichte.

Die sogenannte Neolithische Revolution leitete eine völlig neue Epoche ein: Der Mensch wurde sesshaft, die Bevölkerung wuchs enorm und immer komplexere Gesellschaften entstanden.

Mensch oder Kultur?

Den Ursprung nahm die neue Wirtschafts- und Gesellschaftsform im "Fruchtbaren Halbmond", einer niederschlagsreichen Gegend zwischen dem östlichen Mittelmeer und dem persischen Golf, inklusive den fruchtbaren Tälern des Euphrat und des Tigris. Bereits vor dem 11. Jahrtausend v. Chr. sind dort Spuren von gezieltem Anbau nachzuweisen. Im Mitteleuropa finden sich die frühesten erst zwischen dem 5. Und 4. Jahrtausend.

Umstritten ist bis heute, auf welche Weise die Revolution Europa erfasste: Waren es die Immigranten selbst, die ihre neue Lebensform aus dem Nahen Osten mitbrachten oder haben die vormaligen europäischen Jäger und Sammler lediglich deren Ideen und Kulturtechniken übernommen?

Auf den genetischen Spuren der Abstammung

In jüngerer Vergangenheit wird diese Debatte vor allem auf Basis genetischer Analysen geführt. So möchte man feststellen, ob die heutigen Europäer näher mit den ursprünglichen Jägern und Sammlern oder mit den zugewanderten Bauern verwandt sind.

Die Studie in der "Public Library of Sciences Biology": "A Predominantely Neolithic Origin for European Paternal Lineages" von Patricia Balaresque et al.

Für ihre aktuelle Studie haben die Forscher rund um Patricia Balaresque von der britischen University of Leicester das väterlich vererbte Y-Chromosom näher untersucht, im Zentrum der Analyse stand die Haplogruppe R1b1b2, die häufigste europäische Abstammungslinie, die von etwa 110 Millionen Männern im gesamten Kontinent getragen wird. Die Häufigkeit nimmt von Ost nach West zu, in Irland erreicht sie sogar fast 100 Prozent.

Frühere Studien vermuteten einen paleolithischen, innereuropäischen Ursprung der Linie. Laut den Forschern legen die geographische Verteilung, die innere Vielfalt, das Alter sowie der Vergleich mit dem Ursprung weiterer Haplogruppen einen anderen Schluss nahe: Die meisten europäischen Y-Chromosomen, nämlich mehr als 80 Prozent, stammen von Bauern aus dem Nahen Osten, die über Anatolien im Neolithikum nach Europa gekommen sind, offenbar gemeinsam mit ihren kulturellen und technologischen Neuerungen.

"Sexy Bauern"

Zusätzlich haben die Wissenschaftler noch die mütterlich vererbte mitochondriale DNA untersucht. Interessanterweise zeichnet diese Analyse ein völlig anderes Bild: Alles deutet darauf hin, dass diese genetische Linie sehr wohl auf die ursprünglich ansässigen Jäger und Sammler zurückgeht.

Die Erklärung der Forscher für diese auffällige Divergenz zwischen männlichen und weiblichen Erbmaterial: "Offenbar hatten die 'modernen' Bauern in dieser Übergangsperiode gegenüber den frühzeitlichen Eingeborenen eine reproduktiven Vorteil. Vielleicht war es damals einfach sexier, Bauer zu sein", so Balaresque.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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Forum

 
  • Verdammt!

    lastone, vor 851 Tagen, 19 Stunden, 55 Minuten

    Dann sind wir ja alle Ausländer! Der St.Rache wird uns alle...rauswerfen! Oder ist der vielleicht auch?

  • also ich stamm gleich

    mantispa, vor 851 Tagen, 22 Stunden, 10 Minuten

    garantierd ned von ostischen oder gar mediterranen rundköpfen, sondern nur von nordiden langköpfen ab - hab zumindest mal versucht, den index herauszufinden, ist nicht ganz zufriedenstellend gelungen, wegen der (damals) vielen haare, war aber hoffentlich unter 80. später gab es unter meinen vorfahren mal bauern (pächter), mal jäger und förster bei nem grafen ... was will man mehr.

    • cyana, vor 851 Tagen, 21 Stunden, 34 Minuten

      Die mitochondrale DNA lässt sich auf 6 verschiedene Stammmütter zurückführen, d.h. alle lebenden Menschen stammen von einer dieser 6 Frauen ab.

      Europa wurde in mehreren Wellen besiedelt, die ursprünglichste europäische Bevölkerung sind die Basken. Die Welle, um die es im Artikel geht, ist die jüngste Besiedelungswelle, die schon auf mehrere Generationen von europäischen Einwanderern traf.

    • cyana, vor 851 Tagen, 21 Stunden, 33 Minuten

      oops, hätte eins weiter nach unten gehört. Es wäre hilfreich, wenn der Antwort-Knopf endlich einmal einheitlich platziert würde ...

    • solidstate, vor 851 Tagen, 18 Stunden, 56 Minuten

      Diese Ergebnisse beruhen meines Wissens vor allem auf Sprachuntersuchungen. Sprache und Bevölkerung müssen aber nicht übereinstimmen, denn sonst sprächen viele Deutsche slawische Sprachen, viele Franzosen germanische Sprachen und Kärntner fast nur Slowenisch.

    • ja - aber jetz kommts zur entmischung!

      mantispa, vor 851 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

      die slovenen wählen wie vor jahren strachisch (fpk), die ehem. bajuwarenminderheit wählt fpök, und bucher, hujac und petzner wähnen weiterhin haiders bzö, zumindet solange ihnen kein noch extravaganterer "verrat" einfällt.

  • solidstate, vor 852 Tagen, 43 Minuten

    Irgendwie ist der ganze Artikel Schwachsinn!
    Wie können die Männer von Bauern aus dem Nahen Osten abstammen und die Frauen von Jägern und Sammlern aus Europa - 2 homosexuelle Bevölkerungsgruppen die sich eingeschlechtlich über 10000 Jahre vermehrt haben???????

    • solidstate, vor 852 Tagen, 37 Minuten

      Wenn, dann stammen beide Geschlechter im gleichen Verhältnis von beiden Ursprüngen ab. Der Unterschied liegt nur im Ursprung von Merkmalen am Y-Chromosom bzw. an der mitochondrialen DNA. Das Y-Chromosom kann man nur an Söhne weitervererben, trotzdem stammen die Töchter genau so von Vätern aus dem Nahen Osten ab. Die mitochondriale DNA haben Männer auch, nur vererben sie sie nicht weiter.
      Die Untersuchung scheint okay zu sein. Nur die Interpretation (von einem Journalisten?) ist blanker Unsinn!

    • danke

      mantispa, vor 852 Tagen, 4 Minuten

      für eine vernünftige erklärung.

    • solidstate, vor 851 Tagen, 21 Stunden, 49 Minuten

      Bemerkung:
      Damit es zu dieser Verteilung genetischer Merkmale kommt, muss es nicht einmal so sein, dass unsere Vorfahren vor allem Männer aus dem Nahen Osten und Frauen aus Europa waren. Es reicht wenn, durch welchen Grund auch immer, Männer aus dem Nahen Osten mehr Söhne, und Männer aus Europa mehr Töchter bekamen.
      Dann braucht es kaum eine Bevölkerungsbewegung und schon bilden sich die festgestellten Merkmale heraus.

    • Ausrottung der angetroffenen Männer kann auch eine Rolle spielen.

      alfredsinnegger, vor 851 Tagen, 15 Stunden, 33 Minuten

      Nur als Beispiel: Während die Römer das Land an der Drau und Salzach ihrem Reich eingliederten, widersetzte sich niemand, außer den Ambisontiern, den an beiden Seiten (ambo) der Isonta (Salzach) im Pinzgau und Pongau wohnenden Kelten.. Diese Ambisontier kämpften vergeblich gegen die anstürmenden Römer im Jahre 15 v. Chr., die Männer (auch Kinder) wurden von den Römern alle getötet. Dies scheint auf dem römischen Siegerdenkmal von La Turbie bei Monaco auf.
      Würde auch zu erkennen sein, wenn bestimmte Erbmerkmale die nur mit doppeltem X-Chromosom sichtbar werden, sehr häufig innerhalb einer örtlichen Population, nur bei Frauen anzutreffen sind (bestimmte Haarfarbe z. Bsp.)

  • eine alte Weisheit..

    fprint, vor 852 Tagen, 8 Stunden, 35 Minuten

    liegt der Jäger auf der Lauer, treibt sei Frau es mit dem Bauern..

  • Bauer suchte Frau

    soalustigerbua, vor 852 Tagen, 10 Stunden, 36 Minuten

    oder suchte Frau Bauern?

    Oder sind wir alle Cobanoglus (TR Bauernsöhne)

  • Tja ich sehe da Parallelen uzr Gegenwart

    seeigel, vor 852 Tagen, 11 Stunden, 32 Minuten

    Wenn man sich den hohen Frauenanteil bei den Immigrationshelfern ansieht.......

    • tauceti, vor 852 Tagen, 10 Stunden, 5 Minuten

      ja, so wie bei den Russen mit Schnelleinbürgerung ;-)

      http://orf.at/100119-47066/index.html
      Vorsicht, Haider ;-)

  • Soso - sexier waren sie also ...

    rossini, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 16 Minuten

    Plausiblere Interpretation - immerhin ist die Rede von Menschen:
    Anlass ist irgendein kleiner Ressourcenkonflikt. Die Bauern haben eine höhere Bevölkerungsdichte und wohl auch einen höheren Organisationsgrad, sind also zahlenmäßig überlegen. Die Bauern gewinnen den Kampf, die Jäger werden getötet oder versklavt, die Sammlerinnen stehen den Siegern zur Verfügung.

    • Also, kleinerer Ressourcenkonflikt ...

      wabisabi, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten

      ... würde ich die Entwicklung zur Sesshaftigkeit und zum Besitzdenken nicht bezeichnen. Letztendlich haben sie aber auf Grund des höheren Organisationsgrads, da stimme ich Ihnen zu, sozusagen gewonnen. Es entstehen Städte, Militär, und nicht nur die Sammlerinnen haben ein schweres Leben. (Der Kodex Hamurabi als Beispiel sagt viel aus über die rechtliche Situation, und war doch schon recht entwickelt.)

    • @wabisabi

      fettinger, vor 852 Tagen, 7 Stunden, 16 Minuten

      ja ja die Bauern sind gekommen um Städte zu bauen. Supereinfach sowas. Also keinerlei Ahnung von Geschichte und Vorgeschichte . In der Schule nix gelernt setzen 5.

  • Ja, genau!

    seestern, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 26 Minuten

    Sehr seriöse wissenschaftliche Analysen!
    Soll hier vielleicht die Aufnahme der Türkei und Israel in die EU vorbereitet werden? Anders kann ich mir dieses Ergebnis nicht erklären!

    • bravenewone, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 21 Minuten

      hahaha - hör auf Seesternen Schande zu machen.

      Indogermanisch wird dir wohl sehr wenig sagen oder?
      Und während der Esizeit wahr übrigens schlecht leben in Europa....

    • Ja, Seesternchen,

      wabisabi, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 21 Minuten

      die Welt ist klein ...
      Aber Spaß beiseite: Dass die Auswandererwellen aus Afrika, wo ja bekanntlicherweise der Homo sapiens sapiens seinen Ursprung hat, keine Auswirkungen gehabt haben sollen, wäre unlogisch. Die Leut' haben sich halt zu allen Zeiten anscheinend weniger rassisch orientiert als es Manche heute gerne hätten ;-)

  • "Frühere Studien vermuteten..."

    benaja, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 57 Minuten

    Und jetzt halt wieder andere Vermutungen Vermutungen Vermutungen Vermutungen Vermutungen Vermutungen Vermutungen ...

    Peinlichst!
    Mit seriöser Wissenschaft hat das NICHTS zu tun.
    Schon gar nicht die "Jahreszahlen".

    • Die früheren Studien ...

      wabisabi, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 27 Minuten

      ... konnten sich aber nicht an Genanalysen orientieren. Das finde ich schon sehr interessant, und gar nicht unwissenschaftlich.

    • @benaja

      patriotoesterreichs, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 20 Minuten

      Ich weiß nicht ob Sie eine Ahnung von Wissenschaft haben ... aber 100%ige Gewissheit ist in den meisten Fällen absolut unmöglich, das mit STATISTISCHEN ANALYSEN gearbeitet wird.

      Bevor man herumschimpft sollte man doch selbst auch etwas Ahnung haben ...

    • bravenewone, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 19 Minuten

      benaja versteht nicht einmal das Prinzip der Wissenschaft.

      Wie sollte er auch, als Kreationist der meint die Erde sei erst wenige tausend Jahre alt (das glaubt er wirklich).

    • Patriot,

      wabisabi, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 17 Minuten

      bitte wie? Wer schimpft herum? Keine Ahnung, was Sie meinen.

    • bravenewone, vor 852 Tagen, 12 Stunden, 17 Minuten

      Und seiner Ansicht nach gibt es keine Naturwissenschaftler sonder lediglich eine Natturalistische Weltverschwörung seit etwa Darwin...

    • tauceti, vor 852 Tagen, 10 Stunden, 47 Minuten

      sind Kreationisten eigentlich rechtsradikal? Siehe oben - die sind ja gleicher Meinung ;-)

    • tauceti, vor 852 Tagen, 10 Stunden, 7 Minuten

      Aber gegen Russen gibt's natürlich nichts einzuwenden?
      http://orf.at/100119-47066/index.html

  • ramboiv, vor 852 Tagen, 13 Stunden, 6 Minuten

    Seeehr moderne Bauern !