
Viel zu tun für die neue Wissenschaftsministerin
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Die Aufgaben reichen dabei von der im Regierungsprogramm festgeschriebenen Neuordnung der Hochschullandschaft bis zur Regelung des Unizugangs. Daneben sollte sich die neue Ministerin auch noch Zeit für gemeinsame Themen mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) nehmen - etwa für die auch ins Wissenschaftsressort fallende neue Lehrerausbildung oder einfach nur als Mediatorin für Konflikte Schmieds mit der ÖVP.
Abschluss des Bologna-Prozesses
Gleich am Beginn ihrer Amtszeit muss sich Karl am internationalen Parkett bewähren und wird gleichzeitig mit der Studentenprotest-Bewegung Bekanntschaft machen: Anfang März veranstaltet Österreich gemeinsam mit Ungarn die sogenannte Bologna-Konferenz, zu der die Wissenschafts- bzw. Bildungsminister der 46 teilnehmenden Länder erwartet werden.
Damit wird praktisch der Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums bis 2010 abgeschlossen. Unter dem Motto "Versauen wir den Scheiß-Bolognagipfel" sind dafür bereits Protestveranstaltungen von Studenten aus zahlreichen Staaten angekündigt - nicht zuletzt könnte es auch wieder zu Hörsaal-Besetzungen kommen.
Umstrittener Uni-Zugang
Unter das Thema Uni-Zugang fällt etwa die Anwendung des "Notfallsparagrafen" im Universitätsgesetz (UG). Dieser sieht vor, dass im Falle von "unvertretbaren Studienbedingungen" in Fächern, für die in Deutschland der Numerus clausus gilt, auf Antrag der betroffenen Unis Zugangsbeschränkungen eingeführt werden können.
Gleichzeitig fordern die Rektoren immer wieder die Neuregelung des Zugangs samt Einführung einer Studienplatzbewirtschaftung. Schließlich drängt auch die Zeit aufgrund des 2012 auslaufenden Moratoriums der EU-Kommission für die Quotenregelung im Medizin-Studium, wonach 75 Prozent der Plätze für Österreicher reserviert sind.
Neuordnung der Hochschullandschaft und E-Voting
Zur Neuordnung der Hochschullandschaft startete Hahn den Dialog Hochschulpartnerschaft - dabei sollen die Angebote im tertiären Sektor besser aufeinander abgestimmt werden. Derzeit gibt es 21 Universitäten, 19 Fachhochschulen (FH), zwölf Privatunis, 14 Pädagogische Hochschulen (PH) und andere hochschulische Einrichtungen mit über 300.000 Studenten. Allein an Unis und FH werden 300 Bachelor- und 400 Masterstudiengänge angeboten.
Auch mit den eigentlich bereits abgeschlossenen Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) vom vergangenen Jahr muss sich die Hahn-Nachfolgerin auseinandersetzen. Einige Fraktionen haben bereits Einsprüche gegen die in den vergangenen Wochen getroffenen Entscheidungen der Bundeswahlkommission angekündigt - vor allem das von Hahn eingeführte E-Voting ist ihnen ein Dorn im Auge. Nächste Instanz: Die neue Ministerin.
science.ORF.at/APA


