Standort: science.ORF.at / Meldung: "Neue Methode für Qualitätstest bei Samen"

Rapsblüte im Gegenlicht

Neue Methode für Qualitätstest bei Samen

Eine neue Methode, die Keimfähigkeit von Saatgut zu bestimmen, haben Grazer Forscher gemeinsam mit britischen Kollegen entdeckt. Dabei kann mittels Infrarot-Temperaturmessung bereits innerhalb der ersten drei Stunden nach Zugabe von Wasser die Qualität des Samens bestimmt werden.

Botanik 26.01.2010

Schnellere Abkühlung bei toten Samen

Die Studie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences": "Noninvasive diagnosis of seed viability using infrared thermography" (sobald online) von Ilse Kranner et al.

Die Forschergruppe rund um Ilse Kranner von der Millennium Seed Bank in Kew und Gerald Kastberger vom Zoologie-Institut der Universität Graz
hat die Tests zur Keimfähigkeit zuerst an Erbsen (Pisum sativum) durchgeführt.

"Kommt ein Same mit Wasser in Kontakt, löst sich der in ihm enthaltene, schnell verfügbare Zucker. Innerhalb von 60 bis 100 Minuten sinkt die Temperatur der Lösung dann um bis zu drei Grad Celsius", berichten die Forscher von ihren Beobachtungen. Ob keimfähig, tot oder gealtert - bei allen Erbsensamen zeigte sich diese Abkühlung.

Bei abgestorbenen Samen fiel die Temperatur jedoch um zehn bis 15 Minuten früher als bei den keimfähigen, die gealterten brauchten am längsten, schildert Kastberger.

Nichtinvasive Qualitätsbestimmung

Nach dem ersten Temperatursturz halten lebende Samen ihre Temperaturen, weil ständig Stärke in Zucker umgewandelt wird. Bei toten Samen funktioniert dies nicht oder nur schlecht: Ihre Temperatur gleicht sich nach wenigen Stunden wieder an die Umgebungstemperatur an.

Man wisse zwar schon länger, dass Samen mit schlechter Keimfähigkeit ihre Reservestoffe schlechter abbauen, mit der neuen Methode konnte dieses Versagen allerdings erstmals nicht-invasiv diagnostizieren werden. "Die Entdeckung ist vor allem für Studien, in denen optimales Ausgangsmaterial an Samen eine Rolle spielt, von Vorteil", so Kastberger.

In Folge wurden auch Weizenkörner (Triticum aestivum) und Raps (Brassica napus) untersucht. Diese Tests bestätigten die neuen Erkenntnisse: "Die Temperaturabnahme ist zwar entsprechend dem geringeren Volumen der Weizen- und Rapssaat schwächer, der zeitliche Verlauf im Prinzip aber der gleiche", schildert Kastberger. Die Treffsicherheit bewege sich zurzeit bei 90 Prozent.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • so eine Zeitverschwendung...

    selbsteinwitz, vor 747 Tagen, 22 Stunden, 5 Minuten

    sollen sich besser mal darum kümmern, wie es denn
    mit uns bestellt ist, so mit der Keimfähigkeit, mit
    der gesunden Fortpflanzung. Und ob wir dazu das
    entsprechend gesunde Essen erhalten. Oder bestimmt
    das auch schon der Wahnwitz, der sich Monsanto
    nennt.

  • was für ein idiotischer Test...

    kaharatschonbonatschon, vor 748 Tagen, 1 Stunde, 26 Minuten

    wenn was aus der Saat wächst, dann wächst´s und wenn nichts wächst, dann wächst´s eben nicht.

    • taube Nüsse?

      ben68, vor 748 Tagen, 1 Stunde, 14 Minuten

      Wenn ich in meinem Gemüsegarten beispielsweise Erbsen anpflanzen will, möchte ich mein Geld aber nicht in "taube Nüsse" (sprich tote Samen) investieren. Auch wenn ich vielleicht mein Geld zurückbekomme, muss ich dann doch auf die nächste Saison warten, bis ich wieder einen Anbauversuch wagen kann.

      Noch viel mehr werden wohl Bauern daran interessiert sein, keimfähiges Saatgut zu kaufen, denn kaum jemand schmeißt gerne sein Geld zum Fenster hinaus.

    • keimfähiges Saatgut?

      kaharatschonbonatschon, vor 748 Tagen, 1 Stunde, 9 Minuten

      also keimfähig sind alle Körner. Kommt aber auch viel mehr auf den Boden und die Sonneneinstrahlung an. Glaub mir, ich habe mangels Geld für das teure Gemüse, immer selbst vom Paprika über die Gurken bis zum Schnittlauch immer alles auf Opas Acker angepflant (und auch ernten) - Hauptsache der hat gewusst, dass das jemand bewirtschaftet und pflegt. Oasch war´s halt nur mit dem bewässern - da hat man oft 2x am Tag mit dem Traktor anstatt mit Spritzmittel mit Wasser durchfahren müssen.

    • wer kann schon warten...

      selbsteinwitz, vor 747 Tagen, 21 Stunden, 10 Minuten

      und es gilt die Ausbeute, damit im Nachhinein
      verschwendet werden kann. So der Bauer einmal
      mit der Natur lebte, hat er das Vertrauen schon
      lange abgegeben, an die Großen delegiert, die
      ihm dann wiederum sagen was er zu tun habe.
      Er hat Buch zu führen die arme Tropf, der zu
      einem statistischen Wert verkümmert ist, und
      das Leben das er aufzieht kommt auf die Waage
      und dient der Hochleistung, dem Profit und dem
      achtlosen Verzehr.

    • Beschränkte Sichtweise?!

      fuchsrob, vor 747 Tagen, 9 Stunden, 18 Minuten

      Ich denke mir, der Test wird sicher nicht für jemanden relevant sein, der ein paar Pflanzerln im Blumenkisterl anbauen will.
      Aber für Gartenbaubetriebe oder Betriebe die sich auf den Vertrieb von Sämereien spezialisiert haben, ist die Methode natürlich genial und sehr gut geeignet.