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Rote Nelken

Nelken sind die schnellsten Artentwickler

Warme Erdregionen wie der Regenwald am Äquator gelten als "Hotspots" für die Vielfalt und Entstehung neuer Arten. Aber auch Europa ist nicht zu unterschätzen, berichten Botaniker: Die bei uns verbreiteten Nelken sind jene Pflanzen, die sich im weltweit größten Tempo in verschiedene Arten entwickelt haben.

Biodiversität 27.01.2010

Das berichten Luis Valente vom Königlichen Botanischen Garten in Madrid und britische Kollegen in einer Studie.

Die Studie "Unparalleled rates of species diversification in Europe" ist in den "Proceedings of the Royal Society: Biology Letters" erschienen (sobald online).

Hot Spots in den Tropen und auf Inseln

Artenvielfalt und Biodiversität haben sich in manchen Gebieten der Erde äußerst schnell entwickelt - zumindest, wenn man evolutionäre Zeiträume als Maßstab nimmt. Eine rasche Ausdifferenzierung von Arten ist bisher vor allem von zwei Regionen bekannt und dokumentiert: vom Äquator und von Insel-ähnlichen Umgebungen.

In den Tropen gehören etwa die Lupinen und Kranzenziane zu den Pflanzengattungen, die sich durch eine besonders große Artenvielfalt auszeichnen und diese auch in vergleichsweise kurzen Zeiträumen entwickelt haben. Auf Inseln zählen Heben und Natternköpfe dazu, am Kap von Südafrika Mittagsblumengewächse.

Tropen, Inseln und das südafrikanische Kap sind somit die "Hot Spots" - nicht nur - pflanzlicher Artenvielfalt. Aus diesem Grund haben sich Studien zur Rate der Artentstehung bisher auch eher auf diese Regionen spezialisiert, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Ausgerechnet Europa, der prinzipiell sowohl geologisch als auch botanisch bestuntersuchte Kontinent, sei dabei bisher ausgespart worden.

Nelken in Europa untersucht

Um das zu ändern, haben sich Valente und seine Kollegen der Nelke angenommen: Dianthus, wie sie mit ihrer Fachbezeichnung heißt, ist laut dem internationalen Gartenbauverband AIPH unter Blumen die zweitwichtigste Kulturpflanze überhaupt. Rund 300 Arten wurden in Eurasien und Afrika gezählt, etwa 100 innerhalb von Europa. In erster Linie kommen Nelken in gemäßigten Temperaturzonen vor, nur sechs Arten sind aus den Tropen bekannt.

Mit einer Reihe von phylogenetischen Methoden haben die Forscher nun die Abstammungsverhältnisse der Nelken in Europa untersucht. Es zeigte sich, dass die meisten von ihnen einer besonders artenreichen Linie angehören, die sich erst in den vergangenen ein bis zwei Millionen Jahren ausdifferenziert hat.

Nur Barsche waren noch schneller

Im Durchschnitt verlief die Artenentwicklung bei den Nelken "schneller" als bei den bisher bekannten Rekordhaltern, wie den Lupinen in den Tropen oder den Heben auf Inseln. Selbst gegenüber einer Brillenvogelgattung (Zosterops), der "schnellsten" bei der Artentfaltung unter Wirbeltieren, erwies sich die Nelke als überlegen. Nur im Vergleich mit bestimmten Barschen im afrikanischen Victoriasee war sie "langsamer".

Mit durchschnittlich 2,2 bis 7,6 neu entwickelter Arten pro Millionen Jahre sei ihre Gruppe jene mit der höchsten Diversifikationsrate aller bisher untersuchten Pflanzen und landbewohnenden Wirbeltiere, betonen die Forscher.

Europa als Zentrum für die Evolution neuer Arten sei bisher unterschätzt worden und in mancher Hinsicht mit tropischen Regenwäldern oder Inseln im Ozean durchaus vergleichbar.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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Forum

 
  • jöööö

    baierndry, vor 745 Tagen, 11 Stunden, 10 Minuten

    also 2 bis 7 arten sollen sich in ein paar millionen jahren entwickelt haben?

    ja so a schmäh.

    das kann ja niemand nachkontrollieren. also muß man es glauben, oder nicht.

    da glaub ich lieber der bibel, denn da ist jedes wort siebenfach geläutert.
    lt. schöpfungsbericht ist jedes nach seiner art gemacht.
    außerhalb von gattungsfamilien geht nichts mehr mit kreuzung.

  • und was

    mantispa, vor 746 Tagen, 8 Stunden, 27 Minuten

    ist mitm Hieracium ?

    • Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung,...

      neutrino, vor 744 Tagen, 22 Stunden, 50 Minuten

      der Gärtner,...;-)
      (Oskar Kokoschka)
      http://www.gartenspaziergang.de/pf_habicht.html
      .:.

  • Für Junggesellen,...

    neutrino, vor 746 Tagen, 21 Stunden, 26 Minuten

    empfehle ich trotzdem eher die Rose von Jericho, denn selbst wenn sie mal austrocknet kann sie mit etwas Wasser wieder begrünt werden, immer wieder und wieder, aber nur bei der echten Rose von Jericho die "Anastatica hierochuntica",...;-)
    http://farm3.static.flickr.com/2377/1725665741_12cee26a19_o.jpg
    .:.

    • http://tinyurl.com/y9zdc93

      neutrino, vor 746 Tagen, 21 Stunden, 19 Minuten

      .:.

  • ja,

    kaharatschonbonatschon, vor 747 Tagen, 5 Stunden, 12 Minuten

    nur solange man das Zeugs nicht fressen kann, wird´s nichts bringen.

  • ich frag mich grad

    blabussi, vor 747 Tagen, 6 Stunden, 32 Minuten

    ab wann eine Art tatsächlich als "neue Art" angesehen wird... sowas geht doch allmählich vor sich oder nicht? Wann gehört also ein Individuum (einer nelke) noch zu einer oder anderen Art? brauchts da eine bestimmte Prozentmenge an Verschiedenheit? Wenn ja, wer bestimmt, wieviel Prozent?

    • Einen Teil der Antworten

      scienceredaktion, vor 747 Tagen, 5 Stunden, 54 Minuten

      können Sie hier finden: http://science.orf.at/stories/1637095/

    • blabussi, vor 747 Tagen, 5 Stunden, 7 Minuten

      danke!

    • baierndry, vor 745 Tagen, 11 Stunden, 1 Minute

      "gendrift" und die geheimnisvollen vorgänge "in den vielen millionen jahren", die zu einer "neuen" art führen sollen.

      wieder nichts mit kontrolle. d.h.: glauben pur ist angesagt.
      wo bleiben dann die antworten, scienceredaktion?

  • Nicht umsonst schmückt sich die SPÖ mit Nelken...

    eudiktator, vor 747 Tagen, 8 Stunden, 4 Minuten

    ...denn keine andere Partei ist so flexibel was die Entwicklung anbelangt. So gibt es mittlerweile keine Position mehr, die die SPÖ noch nicht vertreten hat. Bezüglich Vielfalt kann sie also locker mit der Parteiblume mithalten oder sie sogar noch übertreffen.