Standort: science.ORF.at / Meldung: "Bakterien produzieren Biosprit"

Bakterien produzieren Biosprit

US-Forscher haben Biosprit mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien hergestellt. Das Verfahren könnte auch für die kommerzielle Produktion interessant werden: Als Ausgangsmaterial benötigen diese lediglich Traubenzucker oder den pflanzlichen Gerüstbaustoff Xylan.

Bioenergie 27.01.2010

Die Ausbeute sei zufriedenstellend, berichten die Wissenschaftler vom kalifornischen Joint Bioenergy Institute.

Kostengünstiger Biodiesel

Eric Steen, Yisheng Kang und ihre Kollegen veränderten den Stoffwechsel des Darmbakteriums Escherichia coli mehrfach gentechnisch. Fette, die das Bakterium normalerweise speichert, wurden daraufhin mit selbst hergestelltem Alkohol zu Fettsäuremethylester, also Biodiesel, verknüpft.

Mit Traubenzucker als Bakterienfutter funktionierte das Verfahren besonders gut. Die gentechnisch veränderten Mikroorganismen konnten aber auch den pflanzlichen Baustoff Xylan, der aus vielen Zuckerteilchen aufgebaut ist; zu einzelnen Zuckermolekülen spalten und diesen im Stoffwechsel verwerten. Das ermögliche eine besonders kostengünstige Produktion von Biodiesel aus pflanzlicher Biomasse, schreiben die Wissenschaftler.

Biodiesel wird bisher aus Pflanzenölen wie Rapsöl hergestellt. Der Anbau dieser Pflanzen verbraucht allerdings Ackerfläche. Dieser Sprit steht daher bisher in direkter Konkurrenz zu Lebensmittelpflanzen wie Getreide. Die Forscher sehen in dem neuen Verfahren deshalb eine gute Alternative.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zum Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • solala, vor 843 Tagen, 20 Stunden, 37 Minuten

    Den Nachteil aber auch beim Namen nennen, der heißt Patent, Produkt und Urheberrechtsschutz, mit jedem Liter Biodiesel verdienen die Erfinder.

    Und wann man sich die bieshrigen Methoden zur Durchsetzung der Rechte ansiseht, ist nicht die Frage ob Mord und Todschlag gibt, sondern nur mehr wieviele Totengräber für Erfindung notwendig werden.

    • jim99, vor 841 Tagen, 19 Stunden, 20 Minuten

      Es ist kein Nachteil, wenn jemand an etwas verdient. Das ist ja gerade der Witz an einer Innovation, daß sie genug Mehrwert abwirft, daß daran verdient werden kann.