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Heckansicht des Space Shuttle Atlantis

Obama stutzt NASA die Flügel

Es steht zwar noch nicht fest, denn im Kongress bahnt sich heftiger Widerstand an - aber geht es nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama, wird der Mond 2020 keinen neuen US-Besuch von der Erde erhalten. Erst recht wird nichts aus einer Station auf dem Erdtrabanten, die als Sprungbrett für eine Reise zum Mars dienen sollte.

Raumfahrt 02.02.2010

Obama ist der Schlussfolgerung einer von ihm eingesetzten Kommission gefolgt, dass sich die NASA die Verwirklichung der Vision von neuen bemannten Missionen weit über den niedrigen Erd-Orbit hinaus derzeit einfach finanziell nicht leisten kann.

Privatfirmen sollen Raumfahrzeuge bauen

Aus ist der Traum, jedenfalls auf lange Sicht - das ist zweifellos ein Schlag für die NASA. Sie hatte sich von ihrem Constellation-Programm mit der Entwicklung einer neuen Rakete eine neue Bestätigung ihrer Führungsrolle im Weltraum-Design und bei der Eroberung des Alls versprochen.

Stattdessen sollen nun Privatfirmen mit finanzieller Unterstützung der NASA Raumfahrzeuge entwickeln, die dann erst einmal die dringendste Aufgabe zu erledigen haben: den sicheren Transport von Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS, damit die NASA nach der geplanten Stilllegung ihrer veralteten Shuttles möglichst rasch unabhängig wird vom Mitreisen an Bord von Sojus-Kapseln.

Das heißt, NASA-Astronauten werden künftig sozusagen nicht ins eigene Vehikel einsteigen, sondern ein Taxi nehmen müssen: Das ist in der Tat eine dramatische Abkehr von der Art und Weise, wie die NASA bisher operierte. Statt selbst zu entwickeln und zu bauen, praktisch über jede Schraube, jeden Bolzen zu entscheiden, gerät sie nun beinahe in eine Zuschauerrolle.

Kritik von NASA und Republikanern

So waren denn auch die ersten Reaktionen heftig, scharf und empört. Der frühere NASA-Chef Michael Griffin, der es sich nun erlauben kann, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, sprach vielen aus der Seele: "Die USA haben sich dafür entschieden, dass sie in der absehbaren Zukunft kein bedeutender Spieler auf dem Feld der Raumfahrt mehr sind."

Auch eine Reihe von Republikanern vor allem aus Wahlkreisen, denen das Constellation-Programm Jobs bescherte, kündigte Widerstand im Kongress an. Von einem kurzsichtigen Schritt sprachen sie, von einer düsteren Zukunft für die NASA, sollte Obama seinen Willen bekommen.

"Ich rufe den Präsidenten dringend dazu auf, den Versuch aufzugeben, die Rolle der bemannten Raumfahrt bei der NASA zu beschneiden", so der Abgeordnete Pete Olson aus Texas.

Vergisst Obama den Mythos des Weltalls?

Obama folgt mit seinem neuen Ansatz Grundkonzepten aus der Privatindustrie: Er verspricht sich Spitzenleistungen und Tempo durch finanzielle Anreize, Wettbewerb und internationale Zusammenarbeit. Das mag sinnvoll sein, aber gerade bei der Raumfahrt geht es immer auch noch um etwas anderes: um Visionen, das Wachhalten wissenschaftlicher Neugier, von Begeisterung und Pioniergeist.

Shuttle-Flüge zur ISS und Weltraumspaziergänge zur Montage neuer Teile und Ausrüstung können das nur begrenzt bewirken, die meisten Bürger nehmen sie mittlerweile nicht einmal mehr zur Kenntnis. Sie langweilen sich.

Als Präsident George W. Bush das Constellation-Programm aus der Taufe hob, ging es nicht nur um den nötigen Ersatz für die Shuttle: Es ging auch um eine neue Aufbruchsstimmung nach der Columbia-Katastrophe 2003 - ein Griff nach den Sternen als Rezept gegen die Niedergeschlagenheit, ein Kampfruf nach dem Motto: Wir sind immer noch wer.

Bereits neun Milliarden Dollar ausgegeben

Nun bremst Obama all das, wenn er auch selbst ein erklärter Anhänger der Weltraumforschung ist, sucht er pragmatischere Ansätze. Allerdings hat die NASA bereits neun Milliarden Dollar für das Constellation-Programm ausgegeben, der erste Testflug einer Ares-Rakete kürzlich verlief erfolgreich.

Das wird ihm das Durchfechten seines Plans nicht erleichtern. Und jenseits aller Sparzwänge und parteipolitischer Differenzen sind sich die Kongressmitglieder immer noch am ehesten einig, wenn es um den nationalen Stolz geht. Wer der NASA die Flügel stutzt, rührt an einer Institution.

Gabriele Chwallek, dpa

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Forum

 
  • Sputnik-Schock

    karl273, vor 740 Tagen, 23 Stunden, 34 Minuten

    Sobald die Chinesen auf dem Mond landen, gibt es einen zweiten Sputnik-Schock.

    • solala, vor 740 Tagen, 20 Stunden, 34 Minuten

      Sind die Europäer mit den Rußen nicht ganz Dumm könnten die das Rennen machen.

      Möglich das China das rennen machen, ob sie auch in der Qualität mithalten können mehr als fraglich, es sei den Japan macht mit, was aber wieder die USA maßiv verärgern würde.

      Für Europa hätte es einige Vorteile, der Zusammenhalt würde gefördert werden zusammen mit einer Imageverbesserung der EU Polik, dazu kommt noch das die Wirtsaft einiges an Aufschwung bekommt.

  • solala, vor 741 Tagen, 10 Stunden, 30 Minuten

    Damit gibt eine einst so stolze Nation einen weiteren Punkt auf, für mich ist es jener Punkt der auch den Untergang dieses Landes einleutet.

    Und da gehts um Geld, umgerechnet wohl nur wenige Kiregsstunden mit denen man das NASA Programm voll finanzieren könnte.

    Das Problem in dem Land, die Jubelmeldungen und Freudenausbrüche in der Glotze über die Zerbombten Dörfer, zerfetzten Kinder, Väter und Mütter, sind Grenzenlos, und damit gewinnt man Wahlen.

    Naja umsonnst hat ja auch der Präsident des Landes sicher nicht den Nobelpreis bekommen, eben für diesen Glnazleistung!

  • unseriöser Bericht mit falscher Überschrift!

    cyberpunk, vor 741 Tagen, 12 Stunden, 51 Minuten

    siehe (Radio)Beitrag auf Ö1 -
    "NASA: Besinnung auf wissenschaftlichen Kernbereich"
    http://oe1.orf.at/inforadio/118546.html
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    der übernommene dpa-Arikel zeugt von keiner objektiven Berichterstattung! Der Ö1 Beitrag widerspricht der science.orf.at Überschrift. Die Überschrift "Obama stutzt NASA die Flügel" ist schlicht falsch! Laut CNN will der US Präsident den NASA Etat in den nächsten 5 Jahren gar um 6 Mrd. Dollar erhöhen. Die NASA würde von Obama also um 1/3 mehr Geld als bisher erhalten! Einzig was die bemannte Raumfahrt betrifft, so sieht es etwas trist aus. Aber in der bemannten Raumfahrt geht es ohnehin mehr ums nationale Prestige als um Wissenschaft, wie die Kommentare von republikanischer Seite bezeugen bzw. sich selbst entlarven.

  • Bitter für die Wissenschaft und für die NASA

    cyana, vor 741 Tagen, 14 Stunden, 34 Minuten

    ähnlich kurzsichtig und dumm wie Hähnchens Kündigung bei CERN.

    Es wäre jetzt die Chance für Europa, die Raumfahrt voranzutreiben.

  • pendler, vor 741 Tagen, 16 Stunden, 43 Minuten

    wir bremsen unsere Entwicklung ja selber ein. Ist echt traurig.

  • Sie langweilen sich.

    fenris79, vor 741 Tagen, 17 Stunden, 19 Minuten

    das Volk will unterhalten werden.