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Ein Laufkäfer.

Verborgene Vielfalt

Bei Biodiversität denkt man rasch an Pandas, Wale, Tiger und Greifvögel. Viele gefährdete und durchaus nützliche Arten sind jedoch deutlich unauffälliger, wie sich in der Welt der Muscheln, Käfer, Pilze und Bakterien zeigt.

Biodiversität 08.02.2010

Perlen aus dem Bach nebenan

Wenn Europas Handwerker und Goldschmiede vor einigen Jahrhunderten edle Kirchengewänder und Kaiserkronen mit Perlen verzierten, mussten sie diese nicht erst aus Meeresgebieten importieren. Den Schmuck lieferte die in europäischen Bächen lebende Flussperlmuschel.

Noch vor hundert Jahren wurde die Muschel geerntet, und im Wald- und Mühlviertel hatten sich Perlmuttfabriken darauf spezialisiert, ihre Schalen zu verarbeiten. Mittlerweile ist die Muschel jedoch zu selten, um diese Industrie zu tragen. Österreichs letzte Perlmuttdrechslerei in Felling in der Nähe des Nationalparks Thayatal bezieht ihre Rohstoffe heute aus Übersee.

Saubere Flüsse, falsche Forellen

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Radio Österreich 1 und science.ORF.at begleiten es mit Schwerpunkten.

Lebensministerium und Umweltbundesamt haben eine Informationsplattform zum Thema Biodiversität eingerichtet.

In den Roten Listen der Weltnaturschutzunion wird die Muschel als gefährdet geführt. Sie brauchte saubere Bäche und Sedimente. Solche würden durch eingeschwemmte Nährstoffe aus der Landwirtschaft jedoch immer seltener, sagte Bernhard Kohler vom WWF.

Dass die Flussperlmuschel so selten geworden ist, hat noch einen zweiten Grund: Die Fischerei hat hierzulande Regenbogenbogenforellen ausgesetzt, die heimische Bachforelle wurde immer seltener. Genau diese braucht aber die Flussperlmuschel: Ihre Larven setzen sich für einige Zeit in den Flossen der Bachforelle fest, fallen - ohne den Fischen zu schaden - wieder heraus und entwickeln sich im Sediment weiter. Das funktioniert bei der Regenbogenforelle nicht.

Laut Kohler gibt es nur noch wenige Flüsse, in denen die Flussperlmuschel vorkommt. Ob die Bestände dort überlebensfähig sind und die Muscheln noch ihr theoretisches Alter von bis zu 100 Jahren erreichen, sei nicht sicher.

Der Wert des toten Holzes

In den Jahren 2009 und 2010 läuft die Kampagne "vielfaltleben" von WWF, Naturschutzbund, BirdLife und Lebensministerium. Die Kampagne will Bewusstsein für biologische Vielfalt schaffen und mehr als 100 Arten durch Projekte schützen. 21 bedrohte Tiere und Pflanzen wurden als Leitarten ausgewählt und stehen jeweils für bestimmte Lebensräume oder Naturschutzthemen.

Die Flussperlmuschel ist eine der 21 Leitarten der Kampagne "vielfaltleben", die den Artenschutz in Österreich fördert. Eine zweite ist der Alpenbock. Er lebt in naturnahen Buchenwäldern und ist deshalb selten geworden, weil ihm durch die Forstwirtschaft totes Holz abhandenkommt, in dem die Weibchen ihre Eier ablegen.

Fehlen abgestorbene Baumstämme, nutzen die Käfer dafür auch gelagerte Baumstämme der Forstwirte. Wird das Holz abtransportiert, verlieren die Tiere ihre Nachkommen. Um die Art zu schützen, müssten Totholzreservate eingerichtet werden, in denen der Wald weniger intensiv genutzt wird.

Nützliche Jäger

Bei vielen Wirbellosen wie den Insekten wüssten die Wissenschaftler oft noch gar nicht, ob die Art nützlich oder schädlich sein kann, sagte der Innsbrucker Ökologe Michael Traugott. Er untersucht Nahrungsnetze, Nützlinge und Schädlinge in der Landwirtschaft. Manches vielleicht abstoßend erscheinende Tier ist für diese oft hilfreich. Gerade Spinnen und räuberische Laufkäfer halten Traugott zufolge landwirtschaftliche Schädlinge im Zaum.

Dabei muss die Rolle der nützlichen Arten über das Jahr und über mehrere Lebensräume hinweg beurteilt werden. Zum Beispiel sitzen schädliche Blattläuse nicht nur im Sommer am Getreide, sondern auch im Frühjahr in den Hecken. Ein die Blattläuse bekämpfendes räuberisches Insekt muss also nicht unbedingt im Acker wohnen, um für die Landwirtschaft nützlich zu sein.

Unerforschte Pilze

Von totem Holz in Wäldern profitieren aber nicht nur Insekten wie der Alpenbock. Auch Pilze sind oft auf die alten Baumstämme angewiesen. Wie gefährdet Pilze sind, lässt sich Kohler zufolge jedoch nur schwer beurteilen. Was wir als Schwammerl kennen, ist nur der Fruchtkörper der Pilze. Die meiste Zeit leben sie verborgen im Boden. Viele Arten bilden nur alle paar Jahre einen Fruchtkörper. Dementsprechend schwierig ist es, das Vorkommen und damit die Gefährdung der Pilze zu erfassen - erst recht bei Arten, die nur in mikroskopischen Dimension vorkommen.

Wer mehr über das Vorkommen von Pilzen in Österreich wissen will, kann in der Pilzdatenbank der Mykologischen Gesellschaft stöbern.

Bedroht sind Pilze etwa durch Autoabgase, die in den Boden gelangen, und durch schwere Geräte, mit denen Forstwirte durch den Wald fahren. Mehr als 7.000 Pilzarten gibt es in Österreich, mehr als ein Viertel davon sei gefährdet, sagte Irmgard Greilhuber-Krisai von der Forschungsgruppe für Mykologie am Zentrum für Biodiversität der Universität Wien. Die Mykologin erstellt derzeit eine Rote Liste für Österreichs Pilze. Die letzte ist bereits elf Jahre alt. Laut Greilhuber-Krisai werden solche Roten Listen nur auf eigene Initiative der jeweiligen Experten für bestimmte Artengruppen erstellt.

Pilze sind nicht nur ein Vergnügen für Sammler, sie sind auch für viele Bäume wichtig. Manche Pilze leben in den Wurzeln der Bäume und versorgen sie mit Nährstoffen. Fehlen die Pilze, wachsen diese Bäume schlechter.

Wanderdünen im Marchfeld

Selten ist auch so manches unscheinbare Pflänzchen - ebenso wie der Lebensraum, in dem es vorkommt. Nach der letzten Eiszeit lagerte die March Sand im Marchfeld ab. Daraus bildeten sich Dünen. Noch im Mittelalter soll es regelrechte Wanderdünen gegeben haben. Einer der Gründe dafür waren Schafe, die die Vegetation abgrasten.

Als jedoch die Schafzucht zurückging und Maria Theresia das Gebiet aufforsten ließ, wurden die Dünen immer seltener. Heute existieren in Österreich nur noch Überreste davon; größere Sandflächen blieben in der Slowakei auf einem grenznahen Truppenübungsplatz erhalten. Mit den Dünen verschwinden auch ihre Bewohner - darunter etwa das Silbergras, eine Pflanze, die Temperaturen von bis zu 60 Grad Celsius aushält und ebenfalls eine der Leitarten der Kampagne "vielfaltleben" ist.

"Wie wenn man Wirbeltiere entdeckt"

Aber wie steht es eigentlich um die Vielfalt der kleinsten Lebewesen, der Bakterien und Archaeen? Sie bilden neben Organismen mit Zellkern, zu denen Tiere, Pilze und Pflanzen gehören, die beiden anderen Domänen der Biologie. Laut Michael Wagner von der Abteilung für mikrobielle Ökologie der Uni Wien sind Bakterien die am wenigsten erforschte Gruppe der Lebewesen. Rund 7.000 Arten hat man bisher beschrieben, mehrere Millionen dürfte es weltweit jedoch geben. "In jedem Blumentopf ist mehr Biodiversität zu finden als bei jeder Urwaldexpedition", sagte Wagner. Der potenzielle Nutzen für Medikamente und industriell einzusetzende Enzyme sei riesig.

Der gängigste Artbegriff der Biologie, wonach Individuen derselben Art und ihre Nachkommen sich erfolgreich fortpflanzen können, lässt sich bei den sich asexuell durch Teilung vermehrenden Bakterien nicht anwenden. Hier werden Arten durch physiologische Merkmale oder genetische Ähnlichkeit definiert. Ein Artikel in der Fachzeitschrift "Nature Reviews Microbiology" aus dem Jahr 2008 bietet einen Überblick über Artenkonzepte und Biodiversität bei Bakterien (Abstract).

Die Vielfalt der Bakterien beginnt man laut Wagner derzeit erst zu ergründen. "Während manche Zoologen und Botaniker mit speziellen Organismengruppen vielleicht schon fertig sind, fangen wir erst an", sagte Wagner. Immer wieder finde man derzeit neue "Linien" unter den Mikroorganismen, darunter Spezialisten, die nur in heißen Obsidianquellen oder im Darm von Termiten vorkommen. "Solche Linien zu finden ist so, wie wenn ein Zoologe die Gruppe der Wirbeltiere oder der Vögel entdeckt. Aber Bakterien werden halt nicht nach bunten Federn, nach Farben und Formenvielfalt, sondern nach genetischer Vielfalt eingeteilt", sagte Wagner.

Yellowstone auf dem Hausdach

Da man nur einen keinen Teil der existierenden Bakterien kennt, lässt sich Wagner zufolge auch schwer sagen, wie viele Bakterien bedroht sind. Eine mögliche Gefahr für die Kleinstlebewesen sieht der Mikrobiologe dann, wenn sie sich auf bestimmte Wirte spezialisiert haben. So würden viele Bakterien spezifisch vor allem in manchen Insekten leben. Stirbt das Insekt aus, könnte dieses Schicksal auch das Bakterium treffen.

Generell gibt es laut Wagner zwei Sichtweisen zum Vorkommen der Bakterien: Die eine geht davon aus, dass alle Bakterien überall auf der Welt vorkommen. Welche es in einem bestimmten Gebiet tatsächlich sind, werde durch die Umgebung bestimmt. "In einem heißen Becken am Dach könnten demnach die gleichen Bakterien leben wie im Yellowstone-Nationalpark", sagte Wagner. Eine Bakteriengruppe könne demnach nur dann aussterben, wenn ein bestimmter Lebensraum gänzlich von der Erde verschwindet, was relativ unwahrscheinlich ist.

Nach der zweiten Sichtweise gibt es auch bei Bakterien Endemiten, also Arten, die nur in begrenzten geografischen Gebieten vorkommen. In diesem Sinne könnten wesentlich mehr Bakterien vom Aussterben betroffen sein.

Mark Hammer, science.ORF.at

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Forum

 
  • Endlich einmal ein formal UND inhaltlich passabler Bericht!

    ohodombo, vor 735 Tagen, 14 Stunden, 1 Minute

    Gratulation an den Autor!

  • verwirrt2, vor 735 Tagen, 14 Stunden, 54 Minuten

    wenn die vielfalt im verborgenen liegt dann mach ich mir keine sorgen mehr.

  • Ob die Art nützlich oder schädlich ist.....

    fuchsrob, vor 735 Tagen, 15 Stunden, 55 Minuten

    ...wer hat das Recht, das festzulegen???
    Meiner Meinung nach ist Homo sapiens garantiert schädlich für die Umwelt!

    • slartibartfast, vor 735 Tagen, 12 Stunden, 19 Minuten

      und wer hat, deiner meinung nach, das recht, festzulegen, ob homo sapiens garantiert schaedlich fuer die umwelt ist?

    • @fuchsrob

      xy13, vor 735 Tagen, 11 Stunden, 49 Minuten

      ad 1) natürlich der mensch, das einzige lebewesen das (bewußte) interessen hat!

      ad 2) diese aussage ist ohne sinn, siehe ad 1). ohne mensch keine umwelt (diese ist nur vom menschen für den menschen definiert)

      es gibt keinen nutzen, keinen schaden und auch keine moral ohne den menschen.

      daher ist die aussage: der mensch ist schädlich nicht adäquat, da der mensch überhaupt erst die möglichkeit der schädlichkeit in die welt gebracht hat...

      in der natur gibt es keinen schaden - nicht mal wenn ein komet das ganz leben auslöschte, könnte man von schaden sprechen - weil wer definiert den nutzen der welt (z.b. leben) - ein klassischer naturalistischer fehlschluss

    • @Slarti

      fuchsrob, vor 735 Tagen, 10 Stunden, 55 Minuten

      ein Beispiel dazu: Wir verteufeln den Borkenkäfer, dass er die Wälder auffrisst.
      Die Menschheit nimmt sich das Recht heraus den halben Amazonas-Regenwald abzuholzen. ;-)

    • @xy

      fuchsrob, vor 735 Tagen, 10 Stunden, 43 Minuten

      ad1) Ich würde sagen, der Mensch hat sich dieses Recht einfach angemaßt!

      ad2) So philosophisch würde ich das gar nicht betrachten wollen. Der Mensch hat sich quasi die ganze Erde untertan gemacht. So ist unsere Umwelt gleichzusetzen mit der Erde. Wir teilen unsere Umwelt auch mit anderen Lebewesen, deren Existenz wir teilweise stark gefährden durch (für andere Lebewesen und auch teilweise für uns selbst) schädliche Veränderungen der Umwelt, z.B. durch Rodung der Regenwälder.

    • @fuchsrob

      xy13, vor 735 Tagen, 10 Stunden, 13 Minuten

      zitat: "deren Existenz wir teilweise stark gefährden durch (für andere Lebewesen und auch teilweise für uns selbst) schädliche Veränderungen der Umwelt"

      tritt mal zwei schritte zurück:
      ca. 4 mrd jahre erde, noch ca 4 mrd (bis die sonne zu heiß wird) vor uns: in dieser zeit gab es >1e30 individuelle lebewesen und >1e14 arten, davon sagen wir mal 1e6 jahre den menschen mit 1e12 individuen. zu dieser zeit hat der mensch 1e15 individuelle lebewesen (0.00000000000001% aller individuen) und 1e6 arten ausgerottet (0.0000001% der arten) - und das nur auf diesem einem von 1e23 planeten. lass mal 0.00000001 promille belebt sein: = 1e14 mal die rechnung von oben.

      alle zahlen sind nur größenordnungen und können auch bis zu 1e6 nach oben oder unten abweichen.

      so what ?

      also sag mir was es bedeutet, dass wir die existenz von ein paar lebewesen gefährden.
      ein kleiner komet schafft in einer minute mehr...

    • @xy

      fuchsrob, vor 735 Tagen, 10 Stunden, 9 Minuten

      Schöne Rechenaufgabe!
      Aber gibt uns das jetzt die Legitimation andere Arten auszurotten, weil wir eh erst
      0.00000000000001% aller individuen ausgerottet haben?!

    • wenn wir sie uns nehmen: ja, natürlich!

      xy13, vor 735 Tagen, 9 Stunden, 55 Minuten

      WIR sind die einzigen geschädigten, wenn wir arten ausrotten.

      ein menschlicher egoismus (so zu leben, dass wir andere lebewesen töten oder arten ausrotten) steht gegen einen anderen menschlichen egoimsus (die arten zu bewahren, damit WIR sie weiter sehen und nützen können - und NUR dies) - eine reine wertungssache, welcher mehr wiegt.

      es gibt KEINEN wert einer art, außer den, den wir den arten aus purem eigeninteresse geben.

    • @xy

      fuchsrob, vor 735 Tagen, 9 Stunden, 47 Minuten

      Deine Feststellung "es gibt KEINEN wert einer art, außer den, den wir den arten aus purem eigeninteresse geben." beantwortet perfekt die Fragestelllung meines ursprünglichen Postings! Danke!

    • ?

      xy13, vor 735 Tagen, 9 Stunden, 33 Minuten

      ist mir nicht klar...

    • @xy

      fuchsrob, vor 735 Tagen, 9 Stunden, 28 Minuten

      Wir nehmen uns aus purem Eigeninteresse das Recht um zu definieren, ob eine Art für uns schädlich (niedriger Wert), oder nützlich (hoher Wert=schützenswert) ist.

    • aber so wie du das schreibst,

      xy13, vor 735 Tagen, 8 Stunden, 53 Minuten

      implizierst du ja eine moralische verwerflichkeit damit. so als ob es einen wert (für was auch immer) an sich gäbe.

      und das wollte ich eben erklären, dass es dafür keine ethische grundlage gibt.

      aber ich glaube du verstehst nicht ganz...

  • immer katastrophenstimmung, egal um was es geht...

    xy13, vor 735 Tagen, 17 Stunden, 40 Minuten

    1) richtig: 'archaeen' (von archaea) nicht archaen (wenn sogar richtig verlinkt)
    2) wie will man bitte feststellen ob ein pilz ausgestorben ist: man gräbt an zwei stellen, wo früher einer wahr und findet keinen? - hysterie pur!
    3) zitat: "In diesem Sinne könnten wesentlich mehr Bakterien vom Aussterben betroffen sein."
    wohl wären bakterienstämme gemeint, aber hier ist es noch augenscheinlicher: man weiß nicht mal ob bakterien endemisch oder ubiquitär sind, aber hauptsache vom aussterben bedroht. und natürlich sind sie (auch) endemisch... niemand weiß auch nur ungefähr wieviele stämme es überhaupt gibt (>10mio?), aber hauptsache alle schon vom aussterben bedroht.

    diese form von journalismus ist einfach nur zum k.... (ja lieber orf, von qualität ist hier schon lange keine rede mehr - und dass mit meinen gebühren!)
    wenn dann mal wirklich ein problem bestünde wird's keinen mehr interessieren, weil alle schon so abgestumpft sind (waldsterben, ozonloch, klimawandel, und jetzt eben artensterben)...

    • -h

      xy13, vor 735 Tagen, 17 Stunden, 39 Minuten

      wohl getrieben vom wunsch wieder mal was waHres lesen zu dürfen...

    • ad 1)

      scienceredaktion, vor 735 Tagen, 16 Stunden, 45 Minuten

      Danke für den Hinweis auf den Tippfehler, wurde korrigiert.

    • die ausagen. lieber xy,

      mantispa, vor 735 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

      wurden aber vom biologen (wagner) getroffen und nicht vom journalisten. sensationismus sicherlich, aber nicht völlig aus der luft gegriffener. ob sensationismus letztlich "hift", bleibe dahingestellt. wir haben vermulich nichts besseres.

    • Also ich finde die Artikel von Mark Hammer

      jeanjuliet, vor 735 Tagen, 14 Stunden, 40 Minuten

      ziemlich gut. Wissenschaftsjournalisten müssen ein breites Spektrum abdecken, und sind kein Forscher per se (auch wenn sie vom Fach kommen).
      Grundsätzlich ist es für Journalisten sicherlich mühsamer als früher, da online-Artikel kommentiert werden (dürfen), und mind. 50% der anonymisierten, und somit versteckten, Kommentare persönliche Frontalangriffe auf die Artikelverfasser sind.
      Der orf und seine Science-Redaktion werden ja seit Jahr und Tag massiv attaktiert. Aber nicht nur die kriegen ihr Fett weg. Man denke an Thomas Kramars Artikel über CERN (die.presse), und die extremen Kommentare darauf.

      Wäre ich Journalist, würde ich die Kommentare zu meinen Artikeln eigentlich gar nicht lesen; wie käme ich dazu, den Generalgrant hunderter Stiefelwichser ausbaden zu müssen?

    • aber es darf wohl nicht sein, dass an der kritik...

      xy13, vor 735 Tagen, 13 Stunden, 48 Minuten

      ...auch was

      wahres dran ist...

      meine kritik geht nie ad hominem, sondern gilt der institution...
      wenn sich der orf statt dem ..... ....... ...... heinzl (adjektive, auch nichtjugendfreie, darf jeder selbst einfügen) ein paar gute wissenschaftsjournalisten halten würde, und die führungsebenen vom orf nicht ganz so auf niveau der kronenzeitung wären, dann, ja dann...

      und ich habe keinen generalgrant. wenn du meine postings verfolgen würdest, könntest du sehen, dass sie durchaus auch konstruktiv ist, meine kritik. nur irgendwann gibt man auf.

      inhaltliche fehler erwähne ich nur - wenn überhaupt - aber taktisches und strategisches kritisiere ich nun mal. und die strategie wissenschaft immer mit entweder einem problem (dann gleich hysterisch) oder mit heilserwartungen zu versehen geht mir auf den nerv. besonders den stark vertretenen biologismus und die immer wiederkehrende leier vom weltuntergang (klima, artensterben, ...) - aber hier ist nicht der platz (besoders auch von der leserschaft) differenzierter über dieses problem zu diskutieren, aber leider hat diese seite eine rel. große reichweite.

    • vleider hat diese seite eine rel. große reichweite.

      albundyfan, vor 735 Tagen, 13 Stunden, 11 Minuten

      und siehst du - genau darum geht es.

      auch wenn dir viele artikel nicht zusagen, der orf ist daran intressiert seinem stammpublikum kurzweil durch einfache wissenschaftlich angehauchte artikel zu bringen sodaß diese immer wieder, aus interesse, auf diese seite zurückkehren.

      und das wird anscheinend sehr gut geschafft.

    • @al_fan: der orf ist daran intressiert seinem stammpublikum

      xy13, vor 735 Tagen, 12 Stunden, 55 Minuten

      der orf hat primär einen bildungsauftrag, und ICH zahle ihn...

      ps: dein nick sagt eh schon alles...