Neues Edith-Stein-Archiv in Köln eröffnet
Stein war ursprünglich Jüdin, trat später zum Katholizismus über und wurde Nonne. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1998 heilig.
"Raum für intellektuellen Austausch"
Der Nachlass Edith Steins gelangte in den 90er Jahren auf Umwegen zurück nach Köln, wo sie in einem Kloster gelebt hatte. Die Schriften waren stark beschädigt. Daraufhin wurden alle 25.000 Blätter digitalisiert, die Erhaltung der Originale bleibt eine schwierige Aufgabe.
Um eine sachgemäße Lagerung zu gewährleisten, hat die Nordrhein-Westfalen-Stiftung das Edith-Stein-Archiv in Köln nun um ein Handschriftenmagazin, einen Lesesaal und ein kleines Museum erweitert.
Die Leiterin des Archivs, Maria Antonia Sondermann, sagte zur Einweihung, der Bau solle nicht nur ein Ort der Forschung werden, "sondern vor allem ein Raum, der lebendigen, intellektuellen Austausch ermöglicht".
1942 nach Auschwitz
Edith Stein war auch eine Wortführerin der Emanzipation und setzte sich für die Berufstätigkeit der Frau und die Sexualerziehung von Mädchen ein. Nach der Machtübernahme der Nazis zog sie sich als gebürtige Jüdin zunächst in die Abgeschiedenheit des Kölner Klosters zurück.
Um ihre Mitschwestern nicht zu gefährden, wich sie 1938 in das niederländische Kloster Echt aus. Doch 1940 wurden die Niederlande von den Deutschen besetzt. Als die katholische Bischofskonferenz in den Niederlanden die Judenverfolgung 1942 offen anprangerte, ließ Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart Edith Stein sofort von der Gestapo abholen und ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppen.
science.ORF.at/APA/dpa


