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Lehrer schlecht auf Migrantenkinder vorbereitet

Wiener Volksschullehrer und -lehrerinnen sind für den Unterricht von Schülern mit Migrationshintergrund schlecht ausgebildet. Es sei "nachweislich zu wenig fundiertes Wissen für professionelles Unterrichten innerhalb der ersten vier Pflichtschuljahre vorhanden."

Bildung 09.02.2010

So lautet das Urteil einer Studie der Wiener Pädagogin Elisabeth Furch zum Thema "Migration und Schulrealität".

Verzerrtes Selbstbild

Das Gros (86,2 Prozent) der 315 befragten Volksschullehrerinnen - die Fragebögen wurden ausschließlich von Frauen ausgefüllt - hält eine Anpassung des Unterrichts an die Bedürfnisse von Migrantenkindern für notwendig. Die meisten glauben auch, über die im Schulunterrichtsgesetz vorgesehenen Integrations- und Fördermaßnahmen gut Bescheid zu wissen.

In der Praxis zeigt die Studie allerdings einen "geringen tatsächlichen Wissensstand" über Integrations- und Fördermaßnahmen, obwohl 43 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben eine Ausbildung im Bereich "Interkulturelles Lernen" absolviert haben.

Sprachbarrieren Im Unterricht

"Besonders gravierende Defizite bestehen bei der geringen Kenntnis fremdsprachiger Unterrichtsmaterialien und beim äußerst seltenen Einsatz solcher Unterlagen im Unterricht", so das Urteil der Studienautorin. 79 Prozent haben bisher "eher keine" oder "überhaupt keine" Erfahrung mit mehrsprachigen Unterrichtsmaterialien gemacht. Es herrsche wohl "unbewusst" die Meinung vor, dass Migrantenkinder möglichst schnell Deutsch lernen müssen und dass sie dabei durch Unterrichtsmaterialien in Deutsch besser unterstützt werden als durch muttersprachliches Material.

Die Bereitschaft eine Migrantensprache zu lernen, ist nur bei vier von zehn Lehrerinnen vorhanden. Aber auch jene, die dazu bereit wären, möchten von einem zeitweisen Unterricht in der jeweiligen Muttersprachen der Kinder absehen. Mehr als sechs von zehn Befragten geben an, dass Migrantensprachen bei ihnen "eher nicht" oder "gar nicht" im Unterricht vorkommen.

Interkulturalität bleibt ein Schlagwort

Im Schulunterrichtsgesetz ist das Unterrichtsprinzip "interkulturelles Lernen" festgeschrieben. Ziel ist es, die Sprachen, Werte und Kulturen von Migrantenkindern im Unterricht aufzugreifen und als Teil der Normalität anzuerkennen. Die meisten Befragten verbinden damit allerdings idealistische, von Stereotypen geprägte Vorstellungen.

Im Zentrum ihres Denkens steht der Unterschied zwischen regionalen Kulturen, Integration der Migrantenkinder inner- oder außerhalb des Schulalltags spielen kaum eine Rolle. Obwohl jüngere Lehrerinnen deutlich häufiger eine Ausbildung im "Interkulturellen Lernen" gemacht haben, sind sie weder engagierter bei der Umsetzung dieses Unterrichtsprinzips, noch setzen sie häufiger Unterrichtsmaterial in Migrantensprachen ein oder beschäftigen sich mit diesen Sprachen.

Diese Mängel im Unterricht könnten laut der Autorin auch einer der Gründe sein, warum Schüler mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Schülern mit österreichischen Wurzeln verhältnismäßig früh aus dem Bildungssystem ausscheiden.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • na super

    duesentrieb, vor 733 Tagen, 14 Stunden, 35 Minuten

    Wo endet es, daß Österreicher eine Migrationssprache lernen müssen. Habe wirklich ernsthaft bisher geglaubt, man spricht in Österreich deutsch. Nicht die Schule hat sich nach den Schülern zu richten, sondern die Schüler nach der Schule. Später im Beruf, gibt es das auch nicht.

    • bergbäuerin, vor 732 Tagen, 19 Stunden, 7 Minuten

      Wo endet es, wenn wir irgendetwas lernen müssen, was über das Stammtischniveau hinausreicht......

  • bergbäuerin, vor 734 Tagen, 5 Stunden, 27 Minuten

    Das Ziel, allen Kindern möglichst rasch Deutsch beizubringen, ist längst unrealistisch geworden, vor allem in Wien. Nur kann man von einer Lehrerin, in deren Klasse 7 Türken, 5 Serben, 3 Araber, 2 Inder, 1 Chinese, 2 Lateinamerikaner und 4 Österreicher sitzen, nicht verlangen, dass sie "die Muttersprache der Kinder" im Unterricht einsetzt! Da müsste man zuvor lassen mit einheitlicher Herkunft schaffen!

    • zlozale, vor 733 Tagen, 21 Stunden, 37 Minuten

      falsch, man muss dafür sorgen, dass ein kind egal welcher herkunft bei einschulung ausreichend deutsch kann. der weg mit laissez faire gegenüber den eltern hat seit 40 jahren udn mittlerweile in 3. generation nicht geklappt, der weg mit deutsch als zweitsprache klappt auch nicht, also ist der einzige gangbare weg jener, dass der staat sicher stellt, dass die kinder, egal welche sprache im elternhaus gesprochen wird, deutsch auf erstsprachniveau beherrscht: sprachfeststellung mit spätestens 3 und bei mangelnder deutschkompetenz verpflichtender ganztagskindergarten bis zur einschulung.

    • solala, vor 733 Tagen, 20 Stunden, 2 Minuten

      Ich Wette das zu 99.9% das Problem nicht beiden Kindern liegt sondern beim Elternhaus.

      Kinder sind unheimlich wissbegier und lernfähig, auchder Reiz dadurch neues zu Erfahren ist gegeben, sie wollen ja ihre Welt und Umgebung kennenlernen.

      All diese Voraussetzungen helfen aber rein gar nix, wenn sie nicht nur nicht unterstütz werden sondern auch gebremst werden in ihrer Entwicklung.

      Und ein weiteres nicht genanntes Problem existiert, vor allem in der Elterngeneration die hier geboren ist und so sehr auf ihre Muttersprache bestehen, aufgrund der Isolation behrschen sie die nur mehr sehr Mangelhaft, der Wortschatz wird kontionierlich geringer was indirekt zur Folge hat, das auch das erlernen fremder Sprachen sehr erschwert wird!

      Dieser letzte Punkt wird leider in der ganzen Diskussion nie angeschnitten, was in meinen Augen ein sehr schweren fehler darstellt.

    • bergbäuerin, vor 732 Tagen, 19 Stunden, 3 Minuten

      Dass die Kinder und ihre Eltern oft nicht einmal die Herkunftssprache beherrschen und das den Sprachunterricht erschwert, stimmt.
      Wenn man aber verlangt, dass die Kinder im Kindergarten Deutsch lernen, verschiebt man das Problem nur nach vorne. Auch KIndergartenpädagogInnen können nicht 7 Sprachen beherrschen, um eine völlig heterogene Gruppe gemeinsam zum Deutschsprechen zu bewegen.
      Wenn dann kann man nur von den Einwanderern erwarten, dass sie Deutsch sprechen und das ihren Kindern auch vermitteln.

  • Aha.

    allthegoodnamesaregone, vor 734 Tagen, 13 Stunden, 59 Minuten

    Ich zitiere:
    "Es herrsche wohl "unbewusst" die Meinung vor, dass Migrantenkinder möglichst schnell Deutsch lernen müssen"

    Nein, nicht unbewusst. Und ja, ich weiß, der Satz geht noch weiter. Aber die - vielleicht nur unbewusst vertretene - Meinung, dass die Migrantenkinder nicht möglichst schnell Deutsch lernen müssen, ist abenteuerlich.

    • solala, vor 734 Tagen, 13 Stunden, 48 Minuten

      Dagegen steht aber jene Gruppe an Einwanderen die es mit Gewalt durch unkonvetionelle Eriheungsmethoden zu verhindern wissen das ihre eigenen Kinder Deutsch lernen auch in Hinblick auf Wahrung ihrere eigenen Kultur und Wertevorstellung.

      Das Problem dabei, die Gruppe ist relativ klein, da kann dann schon ein einziges Kind aber die ganze Klasse beeinflußen und störren.

    • slartibartfast, vor 734 Tagen, 8 Stunden, 14 Minuten

      Dem muss ich mich uneingeschraenkt anschliessen. Wuerde ich etwa nach Spanien auswandern, wuerde ich -ganz bewusst uebrigens- moeglichst schnell Spanisch lernen und das auch von meinem Nachwuchs fordern.

      Lernen sie eine Migrantensprache: bitte gern - Englisch, Spanisch und Preussendeutsch ;-)

    • @slartibartfast

      allthegoodnamesaregone, vor 733 Tagen, 18 Stunden, 6 Minuten

      Ich kann es auch nicht verstehen, wie man _nicht_ den Wunsch verspüren kann, möglichst rasch die Landessprache zu beherrschen (und seinen Kindern durch den Erwerb guter Sprachkenntnisse das Leben zu erleichtern).

      Ich habe schon im Ausland gelebt und war heilfroh, dass ich die Landessprache bereits bei der Ankunft ganz passabel beherrscht habe.

    • @allthegoodnamesaregone

      solala, vor 733 Tagen, 17 Stunden, 13 Minuten

      Ich verstehs schon, dabei denke ich, ich wäre in vielen Ländern wegen meines Umgangs mit Kulur, Kunst und Freiheit und den inneren persönlichen Werten schlicht nicht Lebensfähig.

  • solala, vor 734 Tagen, 14 Stunden, 2 Minuten

    Würde den Autoren Empfehlen an einer der Wiener Propbelmschulklassen an einer Woche Regelunterricht teilzunehmen!

    Hernach sieht der Beitrag wohl etwas anders aus, wenn der ORF es überhaupt noch veröffentlicht ganz sicher so das man zu diesem Ereignis nicht schreiben kann.

    Ich würde da gerne einen Beitrag sehen der reale Lösungen bringt die mit dem Österreichischen Recht und Norm in Einklang stehen, der Stein des Weisen ist aber bis heute nicht erfunden, leider!

  • Gutes Marketingbuch in eigener Sache,

    blackfox, vor 734 Tagen, 14 Stunden, 36 Minuten

    man könnte auch sagen, die Sache ist ein wenig abgehoben von der Realität, da merkt von der Erfahrung die die Autorin eigentlich haben müssste wenig.
    Aber "jeder Händler lobt sei War'".

  • zlozale, vor 734 Tagen, 14 Stunden, 41 Minuten

    falscher blickpunkt: nicht die lehrer haben sich auf migrantenkinder vorzubereiten, sondern die migrantenkinder auf den schulbesuch, und zwar indem sie die unterrichtssprache so lernen, dass sie dem unterricht folgen können, und indem sie so sozialisiert werden, dass ein unterricht (auch durch lehrer*innen*) möglich ist..

    • regow, vor 734 Tagen, 12 Stunden, 55 Minuten

      ...sollte man meinen.