IPCC: Forscher antworten Kritikern
Spätfolgen des CRU-Hacks
Phil Jones, der zwischenzeitlich zurückgetretene Direktor des britischen Climate Research Unit, gab kürzlich der Zeitschrift "Nature" ein Interview ("'Climate Gate' scientist speaks out"). Jones ist spätestens seit November letzten Jahres der breiten Öffentlichkeit ein Begriff, als Tausende Emails und Dokumente seines Forschungsinstituts von bislang unbekannten Hackern gestohlen und ins Internet gestellt wurden. Die Emails zeigten, dass manche IPCC-Autoren versucht haben, Kritiker aus dem IPCC-Prozess auszuschließen.
Jones ist nun im Tonfall milder geworden und gibt einige Fehler zu - etwa bei der Sammlung von Temperaturdaten in China. In Bezug auf den berühmten "Hockeystick" (der globale Temperaturverlauf der letzten 1.000 Jahre) und die Frage einer möglichen mittelalterlichen Warmperiode rückt Jones zwar nicht von seinem Standpunkt ab ("rapide Temperaturzunahme in den letzten Jahrzehnten", "Mittelalterliche Erwärmung war bestenfalls ein lokales Phänomen"), apodiktisch vertritt er ihn allerdings nicht mehr.
Rückhalt für Pachauri
Unter dem Titel "Setting the climate record straight" ist in "Nature" auch ein Interview mit Martin Parry erschienen. Der Klimaforscher vom Imperial College London war einer der Vorsitzenden der IPCC-Arbeitsgruppe 2. Auf deren Konto geht eine besonders dramatische Prognose zum Rückgang der Himalaya-Gletscher im letzten Sachstandbericht, die sich im Nachhinein als komplett falsch herausgestellt hat.
Parry nimmt in dieser Hinsicht Schuld auf sich, sieht aber viele andere Vorwürfe als falsch an: "Ich glaube, dass viele Kritiken der Medien unbegründet waren. Eigentlich waren alle bis auf eine unbegründet." Dem in letzter Zeit massiv kritisierten IPCC-Chef Rajendra Pachauri hält Parry die Stange.
science.ORF.at
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