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Delfinmutter und Baby

Delfin fast so intelligent wie Mensch

Dass Delfine intelligent sind, ist seit "Flipper" und durch die Liveshows in Tierparks weithin bekannt. Dass ihr Hirn dem des Menschen vergleichbar oder sogar ebenbürtig ist, geben Studien aber erst jetzt preis.

Tierintelligenz 23.02.2010

Die US-Forscherin Lori Marino von der Emory Universität in Atlanta analysierte die graue Masse von drei Großen Tümmlern (Tursiops truncatus).

Hirn stärker gefaltet

Gemessen an ihrer Größe haben Delfine etwas weniger Hirnmasse als der Mensch. Dafür ist ihr Hirn stärker gefaltet und hat eine größere Oberfläche, eine Eigenschaft, die die fehlende Masse wettmachen könnte. Die Faltung betrifft vor allem die Neocortex, eine Hirnstruktur, die komplizierte Denkvorgänge und das Selbstbewusstsein steuert.

Keine andere Art der Welt hat ein so gewundenes Gehirn wie Delfine, berichtete Marino auf der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in San Diego, die gestern endete.

Affen abgeschlagen auf Platz drei

Bleibt das Wettrennen zwischen Mensch und Delfin um die höchste Intelligenz zunächst noch unentschieden, steht doch zumindest ein Verlierer schon fest. Menschenaffen wie Schimpansen und Gorillas fallen im Vergleich zu Tümmlern und anderen Delfinen deutlich zurück. Das Affenhirn ist nur doppelt so groß, wie das durchschnittliche Hirn von anderen Tieren dieser Größe.

Das Hirn der Delfine ist dagegen fünfmal größer, als bei ihrem Körper zu erwarten wäre. Der Mensch besitzt im Vergleich zu Tieren ähnlichen Gewichts sogar die siebenfache Hirngröße. Auch in Bezug auf die Struktur und andere Merkmale des Hirns bleibt den Menschenaffen nach den jüngsten Erkenntnissen vom Delfin nur ein weit abgeschlagener Platz drei.

Schwimmende Individuen

"Was heißt das?", fragte der Ethik-Professor Thomas White von der Loyola Marymount Universität in Los Angeles auf dem Kongress der weltgrößten Forscherorganisation. Anhand einer Liste von Kriterien wies White nach, dass Delfine alle Voraussetzungen erfüllen, um als Individuum definiert zu werden.

Sie hätten positive und negative Empfindungen, Emotionen, Selbstbewusstsein und seien in der Lage, ihr Verhalten zu steuern. Delfine erkennen einander und begegnen sich mit Respekt, meist sogar mit offener Zuneigung, zitierte White aus zahlreichen Studien. Sie nehmen sich im Spiegel wahr - eine Leistung, die außer ihnen nur Menschen und Menschenaffen vollbringen - gehen analytisch und planmäßig vor und lösen komplexe Aufgaben. Außerdem haben sie die Kapazität, körperlich und gefühlsmäßig intensiv und langanhaltend zu leiden.

"Tierische Ethik" gefordert

Diese Kombination von geistiger Kapazität und Verletzlichkeit ist nach traditionellem Verständnis allein dem Menschen zu eigen. Wenn der Delfin sie im Verlauf seiner fast 60 Millionen Jahre langen Evolution ebenfalls erworben haben sollte, stünden ihm ähnliche Rechte zu, wie sie der Mensch für sich beanspruche, argumentiert der Ethikprofessor.

Dann dürften Delfine nicht "wie Sklaven" für Tiershows vermarktet und zu Hunderttausenden im östlichen Pazifik gejagt und geschlachtet werden, dann dürften die geselligen Meeressäuger nicht als Eigentum betrachtet, sondern müssten mit Achtung behandelt werden. Für den Menschen bietet der Delfin nach Ansicht des Experten die Chance, eine Ethik zu entwickeln, die "eine Wende in dem Verhältnis von Homo sapiens und anderen intelligenten Arten auf unserem Planeten herbeiführt".

science.ORF.at/Gisela Ostwald/dpa

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Forum

 
  • Also was manche hier schreiben ist der reinste Schwachsinn.

    format, vor 718 Tagen, 18 Stunden, 15 Minuten

    Die "Vermenschlichung" von Tieren grenzt schon ans Fanatische. Wenn das so weitergeht, dann steht bald in 1. Mose 1,27:

    "Und Gott schuf den Delphin ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib."

    Dann hätten wir die Spitze erreicht. Ist nur eine Frage der Zeit...

    • Mir ist schon klar,

      wrongplayer, vor 718 Tagen, 14 Stunden, 38 Minuten

      dass religiöse Fundamentalisten die Annäherung von Tierrechten an Menschenrechte ablehnen.

      Auch wenn die Wissenschaft (eines Tages) im weitgehenden Konsens sagen würde:

      "Delphine sind vom Leidempfinden dem Menschen äußerst ähnlich.
      Auch was 'seelisches Leiden' betrifft."

    • Ich sehe weit und breit keinen religiösen Fundamentalisten.

      format, vor 718 Tagen, 14 Stunden, 9 Minuten

  • :-)

    klausi025, vor 719 Tagen, 7 Stunden, 43 Minuten

    Wenn Menschen gezwungen sind, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, können das Delfine auch! *ggg*

    • hehe

      pendler, vor 719 Tagen, 7 Stunden, 32 Minuten

      das ist das erste beweis das delfine intelligenter als menschen sind.

  • Corvus Corax,

    mischnimpossible, vor 719 Tagen, 14 Stunden, 50 Minuten

    (der Kolkrabe) steckt den Delphin locker in die Tasche.

    • Nein.

      wrongplayer, vor 719 Tagen, 11 Stunden, 38 Minuten

      Bei ihm wurde zwar auch ein Ich-Bewusstsein nachgewiesen (Spiegel-Versuch) -
      er verfügt allerdings über ein deutlich geringeres Endocranialvolumen.

  • gegen Delfinarien !!!

    astra1971, vor 719 Tagen, 18 Stunden, 56 Minuten

    Delfine sind für Delfinarienbesitzer ein gutes Geschäft: Sie locken Zuschauer an und lassen die Kassen klingeln. Doch hinter den Kulissen der scheinbar spielerischen Darbietung läuft ein unerbittliches, für den Delfin oft tödliches Geschäft ab: Viele Delfine sterben bereits während des Fanges und des Transports. Im chemisch aufbereiteten Wasser der engen, kahlen Becken und dem fehlenden biologischen und sozialen Umfeld leben die Tiere unter Streß und Haftpsychose. Die Sterblichkeit der gefangenen Delfine ist außerordentlich hoch. Die Tiere sterben häufig an Lungenentzündung, Herzversagen, Kreislaufkollaps und Vergiftungen. Die Lebenserwartung ist entsprechend niedriger als in Freiheit. Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.

    • sicher ist das eine sauerei,

      mantispa, vor 719 Tagen, 17 Stunden, 42 Minuten

      aber das "bild", das das dumme publikum von diesen tieren hat (bes. in usa), ist doch eher: diese "intelligenten" tiere sind glücklich, bei uns "intelligenten" menschen sein zu dürfen, ihre intelligenz zu zeigen und mit uns "intelligent zusammenzuarbeiten".
      dass sie glücklich sind, sieht man ja an ihrem 'grin'. ich selbst kam mal als zoologe in der wr. stadthalle an so ein tier in einem plastic-swimmingpool, der gerade einen durchmesser von körperlänge hatte. mir kam das tier verzweifelt und abgestumpft vor.

    • @mantispa:

      wrongplayer, vor 719 Tagen, 11 Stunden, 1 Minute

      Bezüglich dem "sieht man ja an ihrem Grinsen" sollte hinzugefügt werden, dass Delphine ja (fast?) keine Gesichtsmimik aufweisen -
      und auch in größter Notsituation so dreinschauen.

      (Sonst interpretiert diese Aussage hier noch jemand als Pro-Delfinarium Argument.)

    • diese wallfische

      mantispa, vor 718 Tagen, 16 Stunden, 46 Minuten

      haben gewiss keine mimische muskulatur und nicht mal lippen, so dass die mutter dem jungen ihre fette milch ins maul presst (die jungen können nicht saugen).
      soeben höre ich, dass ein delphin (Orca) wieder mal ne "dompteuse" ersäuft hat - in einem usa-ozeanarium. "recht" hat er - wenn sich das "intelligenteste wesen" so dämlich anstellt und von tierpsychologie kenntnisse verweigert.

  • Es gibt sogar Menschen mit einer ähnlichen Intelligenz wie Delfine...

    neutrino, vor 719 Tagen, 22 Stunden, 51 Minuten

    ...sie haben,...

    zumindest aus einer alternativen Sichtweise betrachtet,...;-)
    http://www.delfin-kinder.ch/

    die neuen Kinder,...
    http://lichtwege.wordpress.com/2008/09/18/die-neuen-kinder/
    .:.

  • Krähen und...

    globulus, vor 720 Tagen, 5 Stunden, 8 Minuten

    ..andere Vögel lassen die Spekulationen über die Bedeutung von Hirnwindungen und Hirngröße nicht sehr überzeugend wirken. Genauso übrigens wie Menschen, die extrem kleine Hirne oder sogar nur eine Hirnhälfte haben und trotzdem bei IQ-Tests gut abschneiden.

    Was Delfine und andere bemerkenswerte tierische Intelligenzen angeht, fällt auf, dass sie ihren Verstand doch nur für banale Aufgaben einsetzen, sofern der Mensch nicht durch geschicktes Training mehr herausholt. Futter und andere Überlebensangelegenheiten eben. Das ist nett, aber nicht unsere Liga.

    Der Mensch tendiert darüber hinaus dazu, tierisches Verhalten zu 'vermenscheln'. Wenn Elefanten einen toten Artgenossen mit Ästen begraben, sehen wir darin Trauerverhalten hochintelligenter Tiere. Wenn sie exakt dasselbe mit einem Menschen machen, den sie zuvor verletzt oder gar 'eingestampft' und umgebracht haben, zeigt sich allerdings schnell das die Dinge mit Vorsicht zu interpretieren sind.

    • solala, vor 720 Tagen, 17 Minuten

      Damit es noch etwas komplezierter wird kommt die kollektive Inteligenz dazu.

      Die Vermenschlichung muß ich dir aber absprechen, ein Fallbeispiel, bei dem ein Primat eines ihrer Mitgenossen ermorderte, danach wurde das Tier aus der Gruppengemeinschaft ausgeschlossen, sie haben also diese Tat erkannt und auch Bestrafft.

      Prinzipelle aber hat der Mensch noch lange nicht geschaft Inteligenz zu verstehen, ansonnsten wäre der Blechtrottel heute kein Blechtrottel mehr, das Ding ist aber auch heute noch depperte als eine Bakterie.

  • benjaminwipfler, vor 720 Tagen, 9 Stunden, 20 Minuten

    "delphine fast so intelligent wie der mensch"
    ich würde dagen da haben wir noch einmal schwein gehabt.
    anderseits bevorzuge ich ohnehin die eher nicht so hellen menschen den mit denen ist noch etwas anzufangen bzw. die haben sich noch nicht eingemauert und das mein i c h wirklich nicht zynisch.

  • vonabisz, vor 720 Tagen, 10 Stunden, 4 Minuten

    Naja, es kommt halt darauf an, wer die Studie durchführt. Habe einmal im Journal of Animal Research gelesen, dass der Schimpanse an erster Stelle steht, der Delphin an zweiter und der Mensch erst an Dritter. Diese Studie wurde von zwei Schimpansen erstellt.

    • allgeier, vor 720 Tagen, 10 Stunden, 2 Minuten

      sind es sicher keine Bonobos?

    • vonabisz, vor 720 Tagen, 10 Stunden,

      Ja, sicher keine Bonobos. Aber in der nächsten Ausgabe des Journals soll eine Replik eines Bonobos veröffentlicht werden. Bin schon sehr gespannt darauf.

    • vonabisz, vor 720 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

      Besonders benachteiligt sind natürlich die Delphine, da sie im Unterschied zu Affen nicht schreiben können und daher ihre wissenschaftlichen Studien nicht veröffentlichen können.

  • Tja, es mag Menschen geben, auf die diese Theorie zutrifft.

    derkommentator, vor 720 Tagen, 10 Stunden, 10 Minuten

    Ebenfalls Dauergrinser eventuell?

  • ziemlich wässrig, diese studie

    suopinionnomeinteresa, vor 720 Tagen, 10 Stunden, 53 Minuten

    präparier ein hirn heraus und man weiß, wie intelligent ein tier ist. wie wärs mit richtigen ethologischen studien?