
Monogamer Frosch entdeckt
Das sei ein Beleg dafür, dass die Monogamie eine einzige Ursache haben kann, wie "BBC News" berichtet. Details über das Sexualleben des Frosches werden demnächst in der Fachzeitschrift "The American Naturalist" erscheinen.
Ein Becken für jede Kaulquappe
In den vergangenen Jahren haben Jason Brown und seine Kollegen Victor Morales und Kyle Summers das Verhalten von Ranitomeya imitator genau untersucht.
Nach der Befruchtung legt der weibliche Pfeilgiftfrosch die Eier auf Blättern ab. Das Männchen holt die geschlüpften Kaulquappen und trägt sie einzeln auf seinem Rücken in die kleinen Wasserpfützen, die sich in den Blättern einer Bromelie sammeln, hoch oben auf den Zweigen des Baumes.
Jedes der etwa sechs "Froschbabys" wird in einen eigenen kleinen Minipool gesetzt, den der fürsorgliche Vater aufmerksam überwacht. Wenn der Nachwuchs hungrig wird, ruft er die Mutter, die ein unfruchtbares Ei in jede Pfütze legt. Das dient den Kleinen als Nahrung.
Eindeutig monogam
Laut den Forschern gebe es ja viele Tiere, denen man Monogamie nachsagt. Aber genetischen Analysen hätten mittlerweile gezeigt, dass der Schein oft trügt. Zumindest das Fremdgehen dürfte auch in der Tierwelt weit verbreitet sein - aber nicht bei Ranitomeya imitator.
Brown und sein Team führten DNA-Analysen von Froschpaaren und deren Nachwuchs durch. Von 12 Froschfamilien waren jeweils elf Männchen und Weibchen durchgehend treu.
Damit ist der Frosch die erste Amphibie, die mit Sicherheit monogam lebt. Sein naher Verwandter Ranitomeya variabilis, der ihm vor allem äußerlich sehr ähnlich ist, lebt hingegen promisk.
Pfützengröße entscheidend
Auch dafür, warum sich die zwei Froscharten in ihrem Sexualverhalten so deutlich unterscheiden, haben die Wissenschaftler eine Erklärung: Die polygamen Tiere legen ihre Kaulquappen in viel größere Pfützen, im Durchschnitt sind diese sogar fünfmal so groß.
Das Weibchen spielt bei der Brutpflege und Aufzucht keine Rolle. Die größeren Wassermengen enthalten viel mehr Nährstoffe, daher ist der Nachwuchs nicht auf die mütterliche Energiezufuhr angewiesen.
Vermutlich ist das auch der Grund für die Treue von Ranitomeya imitator. Ohne die Pflege von Mutter und Vater würden ihre Jungen nicht überleben.
science.ORF.at


