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Neuronales Netz

Konjunktiv im neuronalen Netz

Der Österreicher Hannes Leitgeb forscht im Grenzbereich von Mathematik, Philosophie und Neurowissenschaften. Im ORF-Interview beschreibt er seinen Arbeitsalltag, erzählt vom Begriff "Liebe" in logischen Formeln und vom Konjunktiv in neuronalen Netzen.

Philosophie 11.03.2010

science.ORF.at: Sie haben sowohl Mathematik als auch Philosophie studiert. Was verbindet diese Fächer - die Frage nach dem Grundsätzlichen?

Hannes Leitgeb: Ja, durchaus. In beiden Fächern geht es darum, wirklich klar zu sehen. In der Mathematik ist das auf einen gewissen Bereich beschränkt, auf Mengen, Zahlen, Funktionen usw. Der Philosoph will in allen Gebieten klar sehen - Wahrheit, Wirklichkeit, Möglichkeit, Erkenntnis, Geist, Sprache und vieles mehr. Um diese Klarheit zu erreichen, ist es meiner Ansicht nach für die Philosophen wichtig, sich der Sprache der Mathematik zu bedienen.

Mathematik und Logik haben den Vorteil, begriffliche Unschärfen zu vermeiden. Das könnte allerdings auf Kosten der Ausdrucksmittel gehen.

Philosoph und Mathematiker Hannes Leitgeb

Hannes Leitgeb hat an der Universität Salzburg studiert, ist zur Zeit "Professor of Mathematical Logic and Philosophy of Mathematics" an der University of Bristol und wurde kürzlich von der Ludwig-Maximilians-Universität München für eine hoch dotierte Humboldt-Professur vorgeschlagen. Dort soll er ein Zentrum für mathematische Philosophie aufbauen und verstärkt mit Kollegen aus der Neurowissenschaft zusammenarbeiten.

Das ist ein Wechselspiel. Typischerweise würde man in der Philosophie damit beginnen, einen Begriff zu betrachten. Etwa den der Wahrheit: Er kommt in der Alltagssprache vor, er ist vage, unscharf, aber wir können ihn dennoch sinnvoll verwenden. Der Philosoph versucht nun ein Gegenstück dieses Alltagsbegriffs zu finden, der sich mit den Mitteln der Logik und Mathematik exakt ausdrücken lässt.

Bei dieser Schärfung wird zwar einiges aus der Alltagssprache verloren gehen, aber der Kern wird erhalten bleiben. Und was man dabei gewinnt, ist: Man kann Gesetze der Wahrheit aufstellen und man kann daraus logische Folgerungen ziehen.

Sie waren bereits als 35-Jähriger Professor in Bristol, und wurden nun mit 37 für eine Humboldt-Professur an der Universität München vorgeschlagen. Was haben sie ihren Mitbewerbern voraus?

Eine schwierige Frage (lacht). Zunächst einmal war auch etwas Glück dabei. Zweitens war für mich entscheidend, dass ich, nachdem ich Assistent an der Uni Salzburg geworden bin, mit einem Schrödinger-Stipendium für ein Jahr nach Stanford gegangen bin.

Das hat mich mitten ins Geschehen gebracht, mir Kontakte ermöglicht und schließlich Angebote eingebracht. Jenes der University of Bristol habe ich angenommen - das war für mich eine Art Karriere-Boost, von dem ich immer noch zehre.

Um nach Stanford zu kommen, muss man aber bereits etwas vorweisen können.

Man muss Leistungen zeigen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Artikel in den besten Zeitschriften veröffentlicht. Das war sozusagen mein Entrée, gekannt habe ich in Stanford damals noch niemand. Wo man herkommt, ist nicht so wichtig.

Das heißt als Karriereempfehlung für junge Kollegen: Gute Papers veröffentlichen und auf jeden Fall ins Ausland gehen.

Genau.

Die Humboldt-Professur ist mit beträchtlichen Geldmitteln verbunden. Theoretiker bekommen 3,5 Mio. Euro für ihre Forschungen, empirisch arbeitende Kollegen sogar fünf Mio. Wofür werden Sie das Geld verwenden?

Das muss noch in Verhandlungen geklärt werden. Ich habe auch andere Angebote, unter anderem eines aus Stanford. Doch das Münchner Angebot ist sehr attraktiv. Das Geld soll jedenfalls in der Hauptsache Jungwissenschaftlern zu Gute kommen.

Das heißt, ich würde eine Reihe neuer Stellen für Philosophinnen und Philosophen schaffen - auf dem Level von Post-Docs oder Doktorats-Studenten.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines mathematischen Philosophen aus?

Ich verstehe, dass das seltsam klingt. Wenn man "Philosophie" hört, denkt man in der Regel eher an Fragen wie "Was ist der Sinn des Lebens?" Aber es gibt auch eine wissenschaftlich orientierte Philosophie, und zwar schon lange:

Aristoteles hat die formale Logik begründet, Leibniz wollte Metaphysik so wie Mathematik betreiben, und der Wiener Kreis hat die Logik zum Werkzeug der Philosophen erklärt. Mathematische Philosophen nähern sich den klassischen Fragen so an, wie es ein Naturwissenschaftler tut, wenn er die Realität beschreiben will.

In der Erkenntnistheorie verwenden wir zum Beispiel Wahrscheinlichkeitsrechnung, in der Metaphysik ist die Graphentheorie sehr wichtig. Letztere braucht man zum Beispiel, wenn man Eigenschaften, wie etwa Farben, auf Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Gegenständen zurückführen will.

Manche Mitglieder des Wiener Kreises, Rudolf Carnap etwa, haben in den 1920er Jahren die Auffassung vertreten, wissenschaftlich sei nur das, was sich logisch darstellen lässt. Stimmen Sie dem zu?

Ja, dem würde ich auch heute noch zustimmen, nur sind die logischen Beschreibungsmöglichkeiten heute viel reichhaltiger. Wenn etwas wissenschaftlich ist, dann kann man es auch präzise sagen - und es muss auch eine formale Struktur geben, die sozusagen darauf passt.

Aber diese Struktur muss nicht von der eingeschränkten Art sein, die Rudolf Carnap und der Wiener Kreis im Sinn hatten. Logik war für Carnap im Wesentlichen deduktive Logik. Wenn ich von Logik spreche, meine ich viel mehr.

Es gibt Logiker, die selbst Metaphysik in logische Formen übersetzen. Ist jede Philosophie formalisierbar - etwa auch die von Hegel, Heidegger, Derrida?

Das ist eine gute Frage. Ich würde sagen: Ja, dort, wo das, was diese Philosophen gesagt haben, hinreichend klar ist, ist es logisch darstellbar.

Äh, da haben Sie sich aber um die Frage ...

Gut gemacht, nicht? (Lacht). Eines möchte ich noch hinzufügen: Der Einsatz logischer Methoden ist in der Metaphysik heute gang und gäbe, für die jungen Metaphysiker ist das ganz normal.

Kann man auch einen Satz wie "Ich liebe dich" logisch ausdrücken? Oder allgemeiner: Sind Emotionen logifizierbar?

Den Satz "Ich liebe dich" kann man sehr wohl in einer logischen Sprache ausdrücken, allerdings geht bei der Übersetzung etwas verloren. Genau so, wie auch etwas verloren geht, wenn ein Naturwissenschaftler bei der Beschreibung der Natur idealisiert und abstrahiert. Im Fall der Liebe dürfte jedoch das Verlorene genau das Wesentliche sein, nämlich die Emotion selbst.

Sie haben im Bereich der neuronalen Netze Pionierarbeit geleistet. Können diese Arbeiten kurz erläutern?

Man kann neuronale Netze so beschreiben, dass sie Schlussfolgerungen der Art "Wenn A dann B" treffen. Ein Beispiel: Den Satz "Wenn Oswald Kennedy nicht ermordet hat, dann hat es jemand anderer getan", wird jeder akzeptieren. "Wenn Oswald Kennedy nicht ermordet hätte, dann hätte es jemand anderer getan", ist hingegen nicht sofort akzeptabel.

Denn wenn ihn Oswald nicht getötet hätte, wäre Kennedy womöglich sehr alt geworden. In Wenn-dann-Sätzen steckt also mehr, als man glaubt.

Bei meinen Forschungen hat sich herausgestellt: Die Bedingungen, unter denen ein neuronales Netz so einen Satz akzeptiert, sind relativ einfach definierbar. Daraus kann man wiederum Regeln ableiten, wie neuronale Netze Schlüsse auf Basis solcher Wenn-dann-Sätze ziehen können.

Interessanterweise haben Computerwissenschaftler etwas ganz Ähnliches herausgefunden, als sie ihren Rechnern solche Schlüsse beigebracht haben. Und in der Philosophie der natürlichen Sprache wurden ebenfalls die gleichen Regeln entdeckt.

Das Argument des Chinesischen Zimmers richtet sich gegen die Ansicht mancher KI-Forscher, Denken sei nichts anderes als neuronales Rechnen und Bewusstsein daher in Computer implementierbar.

Sie werden, so sie die Professur in München annehmen, dort verstärkt mit Neurowissenschaftlern zusammenarbeiten. Der US-Philosoph John Searle hat in einem berühmten Argument darauf hingewiesen, dass man aus der reinen Syntax keine Bedeutung melken kann. Unsere Gehirne müssen also etwas tun, wozu Computer (noch) nicht in der Lage sind. Was könnte das sein?

Es ist richtig, dass die Bedeutungen von Symbolen nicht durch formale Beziehungen hergestellt werden können - sondern erst durch den Kontakt mit der Welt. Wie das funktioniert, ist eine wichtige und unbeantwortete Frage.

Die Philosophie des Geistes ist sehr wichtig, sehr schwierig, und weil sie so schwierig ist, befindet sie sich in keinem guten Zustand. Der Einsatz mathematischer Methoden hat in diesem Gebiet noch nicht einmal richtig begonnen.

Diese drei Sätze sind auch unter dem Namen Bieri-Trilemma bekannt. Als "Trilemma" bezeichnet man ein Dilemma mit drei Optionen.

Der Schweizer Philosoph Peter Bieri hat das Leib-Seele-Problem einmal in folgende Kurzform gebracht. Er sagt: Von diesen drei Sätzen sind nur jeweils zwei miteinander verträglich: 1. Das Mentale ist nichts Physikalisches. 2. Das Mentale erzeugt kausale Wirkungen. 3. Die physikalische Welt ist kausal geschlossen. Welchen Satz würden Sie über Bord werfen?

Ich würde Annahme eins aufgeben.

Ist es dann nicht eigenartig, dass die Elektrochemie der Neuronen eine bunte Welt von Empfindungen erzeugt?

Ja, es gibt ein berühmtes Argument, das besagt, dass hier eine Erklärungslücke besteht. Irgendwann streckt auch der Wissenschaftsphilosoph die Waffen und muss sagen: "Weiter kann ich nicht gehen." Wenn man gläubig ist, kann man vielleicht noch eine Stufe weiter gehen - aber dann verlässt man den Bereich der Wissenschaft.

Zum Schluss noch ein Wordrap. Bitte um sehr kurze Antworten zu sehr großen Fragen:

Was ist Wahrheit?

"Schnee ist weiß" ist wahr genau dann, wenn Schnee weiß ist.

Was ist Wissenschaft?

Der Versuch, so nah wie möglich an die Wahrheit zu kommen.

Was ist Geist?

Ich kenne keine einzige gute Definition von Geist.

Interview: Robert Czepel, science.ORF.at

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Forum

 
  • Künstliche Neurale Netze

    saurod, vor 801 Tagen, 1 Stunde, 44 Minuten

    Können mehr als Input-Output-Training.
    Die Komplexität wächst, wenn man mehrere dieser Netze wiederum als Netz schaltet.
    Und aus diesem Riesennetz macht man am besten noch ein Elman-Netz und ein Jordan-Netz wobei der Input über die Referenz zur Darstellung der Inneren Orientierung (sowas wie das Ego) im Weltmodel nicht immer direkt einflißen darf. Es muß noch sowas wie eine Masterkomponente geben, die Informationen nicht generell über diese Referenz zulassen, auch wenn es sich um direkte Rückkopplungen handeln sollte.
    ...
    ich brech' gleich weg vor Lachen, ich sollte lieber wieder an die Arbeit und Preise in der Firma warten.... wie öd, kein Wunder, daß ich mich mit sowas beschäftigen muß um nicht verrückt zu werden oder einzuschlafen.

    • @saurod

      wilf123, vor 801 Tagen, 57 Minuten

      Überqualifizierung scheint ein häufiges Problem in der IT zu sein.

  • Möglichkeitsform

    karl273, vor 801 Tagen, 2 Stunden, 33 Minuten

    Der Konjunktiv ist die Möglichkeitsform.

    Wenn ich den Schalter umlege, dann leuchtet das Licht.

    Wenn ich den Schalter nicht umlegen würde, dann würde das Licht nicht leuchten.

    So einen Konjunktiv zu bauen ist recht schwierig.

    Wieviele Wissenschaftler benötigt man, um eine Glühbirne einzuschrauben?

    Na, ja, in Europa sucht man derzeit vergebens die letzten Glühbirnen.

    • zu, warum muss alles ein Anfang und Ende haben.

      edeirf, vor 801 Tagen, 31 Minuten

      wenn sie versuche sich gedanklich eine Linie in einem leeren Raum vorzustellen.
      Und jetzt diese Linie sehen mit einem Anfang und einem Ende, vor ihrem inneren Auge.
      Dann schauen sie mal nach links vom Linken Ende und nach rechts vom rechten Ende.
      Was sehen sie?

      Die Unendlichkeit

    • hi karl, offtopic,

      mantispa, vor 801 Tagen, 11 Minuten

      "wenn ich den sch nicht umlegte, würde das licht nicht leuchten" - der aktive wenn-satz ist "würde"-los. (ich hoffe zumindest, dass meine interpretation so stimmt.)

    • Würde

      karl273, vor 800 Tagen, 20 Stunden, 31 Minuten

      Ich behalte lieber meine Würde.

  • zu all dem getexten fällt mir nur ein....

    user01, vor 801 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

    warum schafft unser hirn nicht zu verstehen, daß das universum unendlich ist?
    alles muss einen anfang und ein ende haben und auch unsere denkmuster sind mehr als beschränkt, egal wie hoch der iq jedes einzelnen menschen ist

    • vielleicht passt mein posting nicht so recht zum artikel, aber

      user01, vor 801 Tagen, 9 Stunden, 50 Minuten

      ich denke mir, interessant würds werden, wenn wir keinen vorgegebenen muster, keine sprache und formeln hätten:-)

    • user,

      derliterat, vor 801 Tagen, 8 Stunden, 45 Minuten

      weil unser wahrnehmungsapparat evolutionär rein auf das ausgerichtet ist, was wir zum überleben brauchen. das ganz große und das ganz kleine sind dafür unnötig...

    • Unendlich

      karl273, vor 801 Tagen, 3 Stunden, 56 Minuten

      Also ich habe keine Schwierigkeiten damit, mir das Universum als unendlich vorzustellen.

      Das Universum geht eben an jeder beliebigen Stelle weiter und weiter, genau so wie vorher auch.

      Ein Anfang oder ein Ende wäre da eine künstliche Unterbrechung, so wie die Tafel: "Vorsicht Baustelle".

    • Serenity

      karl273, vor 800 Tagen, 20 Stunden, 32 Minuten

      Ein Zitat aus Serenity oder Firefly:

      "Da ist eben noch mehr Weltraum".

      *****

      Ein zweites Zitat zu einem anderen Thema:

      "Browcoats, keep shiny".

    • balon, vor 800 Tagen, 13 Stunden, 27 Minuten

      Man sagt daß durch die Krümmung des Raumes der Raum endlich ist, da man dadurch von jedem Punkt geradlinig wieder an dem Punkt (von der anderen Seite her) zurückkommt.

      Wenn der Raum gekrümmt ist, dann ist die Welt endlich. Du kannst aber trotzdem unendlich oft herumwandern! ;-)

    • ...oder, wie "Unendlich" ist ein Traum?,...

      neutrino, vor 799 Tagen, 18 Stunden, 55 Minuten

      ;-)
      .:.

  • nicht genügend !!

    eminence, vor 801 Tagen, 11 Stunden,

    wahrheit: ein begriff
    wissenschaft: die befassung ...
    geist: wirken ; form, licht, schein, sinn, gesetz, und 10000 andere gute unterhaltsame und auch irreführende definitionen ...

    euer hansi hinterseher

    • bäkglooupicktd fon de kgraoonhenntzseittunk .

      jackpot, vor 801 Tagen, 10 Stunden, 52 Minuten

      danngkä

  • Was weiss der Leitgeb was der Carnap nicht wusste?

    chrilly, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten

    Im Interview behauptet H.Leitgeb, heute gäbe es schon ganz andere Möglichkeiten der formalen Darstellung des Wissens als zu Carnaps Zeiten. Die Neuronalen Netzwerke sind eher ein mattes Beispiel. Es hat sich natürliches auf vielen Teilgebieten etwas getan, aber so etwas wirklich Neues?
    Am ehesten Fallen mir noch Bayesian Networks, Bayesian Reasoning ein. Aber das ist auch mehr eine spezielle statistische Methode. Wirklich neu ist es auch nicht, aber das Interessen an den Methoden ist in den letzten Jahren massiv gestiegen.

    • Bin selbst keineswegs Fachmann...

      wilf123, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 29 Minuten

      aber vielleicht ist der Gegensatz der klassischen Logik zu späterer alternativer, mehrwertiger, unscharfer ("fuzzy") Logiken gemeint?

    • Fuzzy-Logik

      chrilly, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 17 Minuten

      Mehrwertige Logik gibts eigentlich auch schon länger. Fuzzy-Logik ist eher eine Methode um Waschmaschinen-Chips oder Bremscontroller zu verbessern. Damit es vom Übergang von einem Zustand zum anderen nicht so rumpelt. Wobei da auch sehr viel Hype dabei war und die Anwendung der Regeln meist Ergebnisse liefert die man intuitiv schon lange angewandt hat. Die nun aber exakt formalisiert wurden.
      Meister Leitgeb lässt uns da im Dunkeln. Der Interviewer hat nicht nachgefragt, weil Mathematische Details nicht zu seinen Lieblingsthemen gehören (das fällt mir bei jeden seiner Artikel auf).

  • Der Vorteil derartiger Forschung ist

    chrilly, vor 801 Tagen, 12 Stunden, 6 Minuten

    Sie richtet zumindest unmittelbar keinen Schaden an. Das kann man ja von einigen Gebieten nicht behaupten.

    • ... im Gegenteil ...

      hanslblasta, vor 801 Tagen, 2 Stunden, 43 Minuten

      ... gerade durch solche Forschung werden "Dinge" quantifizierbar und damit EDV-kompatibel, die es bisher eben noch nicht waren - nicht unbedingt ungefährlich ...

    • @hanslblasta

      wilf123, vor 801 Tagen, 1 Stunde, 10 Minuten

      Ich glaube da überschätzt du diese Art von Forschung. Ich denke das ist Grundlagenforschung, deren praktische Anwendbarkeit sich bis jetzt eher in Grenzen hält.

  • vor lauter Wichtigkeit ....

    selbsteinwitz, vor 801 Tagen, 12 Stunden, 6 Minuten

    versucht er es mit allem, und gibt sich bedeckt
    wenn wir uns von der Materie zum Geist bewegen.
    So hat es schon ein großer deutscher Denker
    auf den Punkt gebracht: Die Zahl, sie ist eine
    allzu menschliche Erfindung, und somit ein Irrtum.
    Es gibt sie nicht die gleichen Dinge. So reist
    der Mathematiker von dem einen Irrtum zum
    andern, um gar noch aus der Liebe ein Zahlenspiel
    zu machen.

    • Ein Mathematiker

      chrilly, vor 801 Tagen, 12 Stunden,

      hat nur eine Liebe. Die Mathematik. Ein richtigen Mathematiker versucht auch die Welt aus seinem Reich so weit wie möglich zu verbannen. Die stört nur die Mathematische Reinheit. Wenn wer aus der Liebe ein Zahlenspiel macht, dann ist er gar kein richtiger Mathematiker.

    • was mir noch Sorgen macht...

      selbsteinwitz, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 45 Minuten

      abgesehen davon dass einem vor lauter Theorie
      das Leben mitsamt der Liebe verlustig geht, so
      ist es die Logik die sich in der Pragmatik verlieren
      könnte. Wir reden von der logischen Vernunft.
      Nur, wer kann sagen dass die Vernunft in unserem
      Sinne, auch subjektiv richtig ist, oder so gesehen
      Sinn macht?

    • don't worry, be happy

      chrilly, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 27 Minuten

      Ein Mathematiker ist ja nicht nur Mathematiker. So wie ein Tischler nicht nur Tischler ist und nur an Holzverbindungen denkt. Nach dem Interview zu schließen ist H.Leitgeb ein pragmatischer Typ, der eine Marktnische entdeckt hat und dort halt ein paar chice Möbelstücke vulgo Papers abliefert um sich als Handwerksmeister einen Namen zu machen.

      Die zweite Frage hat der Wittgenstein im Tractatus so beantwortet:
      "Wir fühlen, daß selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort. ... Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische ...
      Meine Sätze erläutern dadurch, daß sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. Er muß diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.

      Wittgenstein hat ein paar Jahre geglaubt, damit alle Probleme gelöst zu haben. Er musste aber dann erkennen, so einfach lassen sich die Probleme des Lebens doch nicht wegdefinieren.

    • Der Sprung ins reine Bewusstsein,...

      neutrino, vor 799 Tagen, 17 Stunden, 59 Minuten

      nun, ob solche inneren seelisch - geistigen Erkenntnisse die KI fördern können, das weiss ich nicht aber ein Versuch könnte ja nicht schaden,...;-)
      http://tinyurl.com/yl3cpba
      .:.

  • Vor ca. 60 Jahren hat man angefangen

    chrilly, vor 801 Tagen, 12 Stunden, 22 Minuten

    die Ökonomie zu Mathematisieren. Herausgekommen ist eigentlich nichts. Die Annahmen hinter den Modellen sind vollkommen irreal (z.B. rationale Erwartungen). Es hat auch Mathematisch nichts herausgeschaut. In der Regel sind die Mathematischen Ökonomen entweder Ökonomen die in Mathematik dilettieren oder gescheiterte Mathematiker bzw. Physiker. Z.B. sind nach dem Ende des Kalten Krieges viele Atombombenbastler mangels weiterer Forschungsgelder als "Quants" in die Finanzindustrie gegangen.
    Allen diesen Bemühungen ist gemeinsam: Es kreisen die Mathematischen Berge, geboren wird eine inhaltliche Maus.
    Ich kenn keine Arbeiten von H.Leitgeb. Es klingt aber in ähnlicher Richtung. Er dürfte ein gutes Handerl für chice Themen haben.
    Die grosse Zeit der Neuronalen Netzwerke ist jedenfalls wieder vorbei. Die haben bei weitem nicht die in sie einst gesetzten Erwartungen erfüllt. Zu behaupten, mit einem neuronalen Netz könne man ernsthafte Philosophische Erkenntnis gewinnen, ist ziemlicher Unsinn (so direkt hat er das auch nicht gesagt). Neuronale Netze sind nicht-parametrische Optimierungsverfahren. D.h. man macht keine statistischen Annahmen über das zugrundeliegende Problem. Das ist eine Notlösung, wenn man über ein Gebiet gar nix weiss, aber ansonsten sind parametrische Modelle den Neuronalen Netzwerken weit überlegen.

    • myhidden, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 38 Minuten

      "Neuronale Netze sind nicht-parametrische Optimierungsverfahren"

      was so nur aus vereinfachter sicht von aussen stimmt.

    • Was sind sie dann? Was ist die Innere Sicht?

      chrilly, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 8 Minuten

  • Neuronale Netze: Evergreen der Informatik

    pragmavatar, vor 801 Tagen, 12 Stunden, 38 Minuten

    Neuronale Netze als Computer-Konzept gibt es seit gut 50 Jahren. Siemens zum Beispiel hat da schon gewaltig Geld in den Sand gesetzt (Stichwort Synapse), herausgekommen ist NICHTS. Unsere Computer sind noch immer superschnelle (im wesentlichen) sequentielle Rechenmaschinen und können nach langwieriger Programmierarbeit auch hervorragend Schach spielen oder 1 Million Sudokus/ Sekunde lösen. Auch der Quantencomputer (den ich persönlich
    für unrealisierbaren Hype halte) versucht nicht
    wirklich das Gehirn zu simulieren. Sollte
    man diesen Gedanken nicht einfach aufgeben ?
    Schließlich ist auch die Utopie von denkenden
    (intellektuell überlegenen) Robotern nicht
    wirklich erstrebenswert sondern genau genommen
    ein Alptraum.

    • Schachprogramm

      chrilly, vor 801 Tagen, 12 Stunden, 11 Minuten

      Ich habe das bisher stärkste Schachprogramm Hydra gemacht. Es hat nie gegen einen Menschen verloren und u.A. bei einem Match die Nr.6 der Welt 5.5 zu 0.5 weggeputzt. Wenn ich den Grossmeistern erzähle, was das Programm "weiss", glauben die, ich mache einen Witz. Es legt einfach Plättchen auf dem Brett. Wo kann ich hinfahren, wo kann der Gegner hinfahren. Rund um den gegnerischen König ist ein Plättchen doppelt viel wert. Im Zentrum 1.5x soviel. Eine Figur angreifen gibt 1 Extra-Plättchen, ebenso ein Röntgenstrahl Angriff (durch eine Figur durch). 10 Plättchen entsprechen einem Bauer. Das ist alles. Aber halt 300 Millionen Mal pro Sekunde.
      Tatsächlich steckt in der Suche viel mehr Aufwand als im Schachwissen.
      Es gibt Hunderte Artikel der sogenannten Künstlichen Intelligenz zum Schachspiel. Das ist alles voller Bullshit.

    • slartibartfast, vor 801 Tagen, 1 Stunde, 4 Minuten

      *rofl*

      ein roentgenstrahl-angriff im gegen eine schachfigur :-)

      wo kann man sich denn deine "hydra" anschaun - bitte poste doch mal einen URL, danke sehr.

    • Alle Achtung!,...

      neutrino, vor 799 Tagen, 18 Stunden, 34 Minuten

      der Schachcomputer Hydra,...
      http://de.wikipedia.org/wiki/Hydra_(Schach)

      ...geht das auch für einen besseren simultanen Sprachübersetzer?,...;-)
      .:.

  • andere frage:

    kistenteufel, vor 801 Tagen, 13 Stunden, 53 Minuten

    braucht das wer, was der tut?
    woher kommt das geld, dass in sowas gepumpt wird?

    • ndyag, vor 801 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten

      Vom Staat, so wie deine Notstandshilfe...

    • @nydag

      wilf123, vor 801 Tagen, 11 Stunden, 42 Minuten

      ;)

    • metalhead84, vor 801 Tagen, 2 Stunden, 13 Minuten

      Ich hab mir jetzt nicht den ganzen Artikel durchgelesen. Aber ja: Dürfte man brauchen.

      Und selbst wenn nicht: Damit ein klein wenig sinnvolles rauskommt brauchst zuerst einfach viele Wissenschaftler.

      Und bevor jetzt die dumme Frage kommt: Ja das macht Sinn. Wenn du im Lederkutterl im Wald rumrennen willst und in einem Laubhaufen pennen: Tu es!

      Aber damit du überhaupt hier im Internet deine offensichtlich provokative Frage, mit der du gleich mal kollektiv alles verurteilst was du nicht versteht überhaupt stellen kannst, mussten vorher schon sehr viele, sehr viel über viele Jahre forschen und entwickeln.

      tip/grammatik/sinn fehler könnts behalten .. kaffee wirkt no net ..