Raumsonde passiert Marsmond Phobos
Sie flog um kurz vor 22.00 Uhr so nah wie nie zuvor an dem Trabanten des Roten Planeten vorbei. "Ich bin sehr glücklich, dass alles so gut läuft", kommentierte ESA-Wissenschaftler Gerhard Schwehm kurz danach. Der Flug von "Mars Express" sei eine großartige Gelegenheit gewesen, mehr über die innere Struktur von Phobos herauszufinden.
Abstand: 67 Kilometer
Forscher erhoffen sich von der Mission neue Erkenntnisse über den Ursprung des Mondes. Er ist trotz etlicher Forschungsprojekte noch ein Rätsel. Den Berechnungen der Europäischen Weltraumorganisation ESA zufolge, näherte sich die Sonde dem grauen Mars-Trabanten bis auf 67 Kilometer. Dabei bestand erstmals die Möglichkeit, das Schwerefeld von Phobos zu vermessen.
Fotos sollen folgen
Weil sich der 2003 gestartete Orbiter dem Mond von der Nachtseite her näherte, konnte die hochauflösende Stereokamera der Sonde jedoch keine Fotos machen. Dies ist erst wieder bei weiteren Vorbeiflügen in einigen Tagen möglich.
Dann kommt die Sonde dem 27 x 22 x 19 Kilometer großen Mars-Trabanten allerdings nicht mehr so nahe. Die Kamera soll unter anderem Aufnahmen von den Orten machen, die für die russische Mission "Phobos-Grunt" als Landestellen vorgeschlagen sind.
Daten über Daten
Die US-Raumfahrtbehörde NASA freut sich unterdessen über eine Datenflut vom Mars: Die 2005 gestartete Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" habe schon 100 Terabit Informationen vom Roten Planeten an die Erde übermittelt, erklärte die NASA am Mittwoch.
Das entspricht etwa der Datenmenge von drei Millionen Songs im MP2-Format. Der NASA-Wissenschaftler Rich Zurek hob besonders die Qualität der Bilder hervor, die zu einem besseren Verständnis des Nachbarplaneten beigetragen hätten. Bei der Sonde, die seit 2006 den Mars umkreist, kam es im vergangenen Jahr zu Computerproblemen, die die wissenschaftlichen Arbeiten vorübergehend unterbrachen. Mittlerweile funktioniert "Mars Reconnaissance Orbiter" wieder normal.
science.ORF.at/APA/dpa/AP


