Standort: science.ORF.at / Meldung: "Als die Erde mit der Sonne "kämpfte""

Künstlerische Darstellung einer größeren Aurora borealis vor 3,5 Milliarden Jahren

Als die Erde mit der Sonne "kämpfte"

Die Erde ist von einem Magnetfeld umgeben, das sie vor Sonnenwinden schützt. Das war aber nicht immer so, zeigt eine neue Studie. Ihr zufolge war das Feld vor 3,5 Milliarden Jahren nur halb so stark wie heute. Und die hochenergetischen Teilchen der noch jungen und sehr aktiven Sonne bedrohten damals die Atmosphäre unseres Planeten.

Erdmagnetfeld 05.03.2010

Schützender Mantel

Solarwinde können einem Planeten Wasser entziehen und ihn seiner Atmosphäre berauben, in der Folge wäre er der tödlichen kosmischen Strahlung ausgeliefert. Davor schützen kann ihn aber seine Magnetosphäre. Laut den Forschern rund um John Tarduno von der University of Rochester besaß etwa auch der Mars in seinen frühen Jahren eine solche. Erst als diese verloren ging, zerstörte das kosmische Bombardement die Atmosphäre. So wurde aus dem Planeten ein unwirtlicher und unbewohnbarer Ort.

Auch auf der Erde gäbe es ohne diesen schützenden Mantel kein Leben, es hätte sich gar nicht erst entwickeln können. Unser Heimatplanet hat dank seiner Magnetosphäre sowohl seine Atmosphäre als auch ausreichend Wasser behalten. Über deren Stärke und Beschaffenheit in den frühen Jahren weiß man jedoch recht wenig. Sie zu rekonstruieren ist nämlich nicht ganz einfach.

Suche nach dem Körnchen "Wahrheit"

Die Studie in "Science": "Geodynamo, Solar Wind, and Magentopause 3.4 to 3.5 Billion Years Ago" (sobald online)von John A. Tarduno et al.

Forscher haben nun Gesteinsproben aus Südafrika analysiert, die mehr als drei Milliarden Jahre alt sind. Es handelt sich um ein spezielles magmatisches Gestein namens Dazit. Dieses enthält nur wenige Millimeter kleine Quarzkristalle, die wiederum winzige, nur einige Nanometer große magnetische Einschlüsse in sich tragen.

Fundstelle von magmatischen Gestein
Hier haben die Forscher ihre seltenen Gesteinsproben gefunden.

Darin befindet sich laut den Forschern eine detaillierte Aufzeichnung des frühzeitlichen Magnetfelds. Während das noch flüssige Magma sich langsam zum Stein abkühlte, hat es sozusagen die Stärke des Erdmagnetfelds "eingefroren". Der Haken daran: Die Steine haben natürlich Milliarden Jahre geologischer Aktivität er- und durchlebt. Eine zwischenzeitliche Wiedererwärmung könnte also die ursprüngliche Magnetisierung verändert haben.

Um derartige Falschbelege zu reduzieren, haben die Forscher nur bestimmte Proben des ohnehin schon raren Gesteins ausgewählt: besonders gut erhaltene 3,5 Milliarden Jahre Exemplare von Feldspat- und Quarzkörnern.

Deutlich schwächere Magnetisierung

Ein weiteres Problem: Theoretisch könnten auch Sonnenwinde das magnetische Feld im Inneren des Gesteins induziert haben. Messungen schließen diese Möglichkeit aber aus. Dafür verwendeten die Forscher einen speziellen superempfindlichen Sensor, einen sogenannten SQUID (Superconducting Quantum Interference Device). Damit lassen sich selbst sehr schwache magnetische Felder messen.

Die Messungen zeigen, dass die Magnetisierung des Gesteins in jedem Fall viel zu stark ist, als dass sie durch die Interaktion der Sonnenwinde mit der Atmosphäre entstanden sein könnte. Die gemessene Stärke entspricht ungefähr 50 Prozent des heutigen Erdmagnetfelds.

Von der Sonne "verweht"

Das ist laut den Wissenschaftlern aber nur eine Teilantwort. "Denn die Variation in der Stärke des Magnetfelds ist nichts Ungewöhnliches, auch in den letzten 300 Millionen Jahren gab es vergleichbare Schwankungen", so John Tarduno gegenüber science.ORF.at. Um wirklich nachzuvollziehen, was sich damals in unserer Atmosphäre abspielte, war zusätzlich eine Rekonstruktion der damaligen Sonnenaktivität notwendig.

Diese versuchte einer der Ko-Autoren, der Astronom und Physiker Eric Mamajek anhand ihrer Röntgenstrahlung zu ermitteln. Sie sei ein genaueres Maß für die Strahlung eines Stern als dessen Helligkeit (die übrigens vor 3,5 Mrd. Jahren ein Viertel geringer als heute war).

"Wir schätzen, dass die Sonnenwinde damals um einige Größenordnungen stärker gewesen sein müssen", so Mamajek. Dieser Umstand hat die Lage für unseren jungen Planeten noch weiter dramatisiert: Vermutlich war die Grenze des Erdmagnetfelds, wo die solaren Wind sozusagen abgewehrt werden, nur halb so weit von der Erde entfernt wie heute.

"Das bedeutet, dass die hochenergetischen Teilchen der Sonne viel öfter die Erde erreicht haben und flüchtige Moleküle wie etwa Wasserstoff 'verweht' wurden", so Tarduno. Möglicherweise gebe es heute aus diesem Grund weniger Wasser auf der Erde als damals.

Nordlichter bis New York

Die Forscher vermuten, dass es auch viel mehr Polarlichter gegeben haben muss. Diese entstehen in der Nähe der Pole, dort, wo auch das Erdmagnetfeld einen seiner zwei Pole hat. Wenn die geladenen Teilchen der Sonnenwinde in diesem Bereich auf die Atmosphäre treffen, zeichnen die freigesetzten Photonen beeindruckende sich wandelnde Lichtmuster in den polaren Himmel.

Zu den Zeiten der schwächeren Magnetosphäre ist laut den Forschern das Gebiet, in welchem Sonnenwinde der Erdoberfläche so nahe kommen, wahrscheinlich drei Mal so groß gewesen. "In einer normalen Nacht vor 3,5 Milliarden Jahren konnte man die Aurora borealis vielleicht sogar noch im Raum des heutigen New York sehen", so Tarduno.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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Forum

 
  • liebe Redaktion

    dino49, vor 710 Tagen, 14 Stunden, 40 Minuten

    wegen seinem kindischen Verhalten sollten sie manfredvogl bitte der Klasse verweisen!

    • manfredvogl, vor 710 Tagen, 13 Stunden, 10 Minuten

      Für fleißiges Nachuntenscrollen kriegst eine Eins!

      (-;

      Außerem ist der Dativ dem Genitiv sein Tod!

      Korr.: Wegen seines kindischen Verhaltens sollten sie manfredvogl bitte der Klasse verweisen!

      100 mal abschreiben!

    • slartibartfast, vor 708 Tagen, 17 Stunden, 52 Minuten

      finde ich auch ein bissl sinnlos, was der vogl da veranstaltet. dabei hat im falle von "sympathy for the devil" ganz offensichtlich dem vogl sei "ironiedetektor" 'en geist aufgebm.

  • Das Ungeheuer Sonne ist bitterböse wie man sieht.

    stromhexe, vor 710 Tagen, 17 Stunden, 49 Minuten

    Sie strahlt zu stark und ärgert die Erde. Ist ja auch kein Wunder. Würde man das Wasser der Erde auf die Sonne gießen wäre die Sonne zersprungen und schon Tod.

    • "tot"

      csab, vor 710 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

      wollten Sie wahrscheinlich sagen.

    • funkelfels, vor 710 Tagen, 16 Stunden,

      Die Erde hat eine andere Strategie gegen die Sonne, sie entwickelte die Spezies Mensch, früher oder später macht die selbst die Sonne kaputt.

    • na so stark

      mantispa, vor 709 Tagen, 11 Stunden, 58 Minuten

      sind wa aber auch wieder nicht. vielmehr:

      wartet, wartet nur ein weilchen,
      dann schießt mit ihren pfeilchen
      die sonn euch alle tot!

  • http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/265214.html

    manfredvogl, vor 710 Tagen, 18 Stunden, 43 Minuten

    ... ich denke mir: Die denken sich alle 'was!

    • Haben sie sich auch....

      benaja, vor 710 Tagen, 16 Stunden, 49 Minuten

      ...bei der Frage etwas gedacht, woher denn der plötzliche Energieschub kommen soll, der nach der Abschwächung des Magnetfeldes dieses wieder wie Phönix aus der Asche weltweit "umgepolt" erheben soll?

    • Anomalie des Eisens

      csab, vor 710 Tagen, 15 Stunden, 49 Minuten

      Kann die Temperaturanomalie des Eisen in puncto Ferromagnetismus eine Magnetfeldänderung durch Abkühlung erklären?

    • >benaja

      sympathyforthedevil, vor 710 Tagen, 15 Stunden, 40 Minuten

      woher der plötzliche Energieschub gekommen ist? Na vom lieben Gott natürlich! Von demjenigen, der auch Fossilien in den Boden zauberte, um die Menschen vor ein Rätsel zu stellen....

    • sympathyforthedebil

      manfredvogl, vor 710 Tagen, 14 Stunden, 46 Minuten

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    • natürlich mit "b"

      manfredvogl, vor 710 Tagen, 14 Stunden, 45 Minuten

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    • Veränderungen dieser Eisenströme im Erdinneren führten

      dino49, vor 710 Tagen, 14 Stunden, 43 Minuten

      so einen Blödsinn habe ich schon lange nicht gelesen...

    • OK, OK, also für alle: DIE LÖSUNG DES RÄTSELS!

      dino49, vor 710 Tagen, 14 Stunden, 20 Minuten

      Die ganze Galaxie ist selbst wie ein einziges großes Magnetfeld!
      Erzeugt wird es durch die Bewegung der Massen... Lorentzkraft etc.

      Das mit der Erdmagnetfeldumpolung ist somit eigentlich ganz simpel:

      Der "Stabmagnet der Erde" richtet sich einfach nach dem "gesamt Magnetfeld" der Milchstraße aus.

      Zur Zeit befindet sich das Sonnensystem am "Äquator" der Galaxie... es ist also genau an der Grenze von + und - somit ist das Magnetfeld der Erde auch ziemlich schwach!
      Am Maximum befindet es sich wenn das Sonnensystem seine maximale Entfernung vom "Galaxie-Äquator" hat...
      Von der Seite betrachtet wandert das Sonnensystem auf der Bahn um das Zentrum also auch in Form einer Sinuskurve vom Äquator der Galaxie hin und her ~25000a und jeweils am Wellenberg oder Tal hat das Erdmagnetfeld seine maximale Stärke, was ca. wieder in 12000 Jahren sein wird...
      Einen blitzartigen Polsprung wird es nicht geben, der magn Süd-Pol wandert allmählich in den Süden, dafür wird es was anderes geben :=))))

    • Endlich lese ich hier wieder mal,...

      neutrino, vor 710 Tagen, 13 Stunden, 28 Minuten

      einen intelligenten Kommentar,...;-)
      .:.

    • funkelfels, vor 710 Tagen, 12 Stunden, 18 Minuten

      Klar das ein klugscheißerischer aber kompletter Schwachsinn dem neutrino gefällt.

      Bewegte Massen erzeugen KEIN Magnetfeld, das kann man einfach messen und beweisen. Ebenso wenn die ganze Galaxie von einem Magnetfeld durchdrungen wäre, könnte man das einfach messen, aber nunmal ist es nicht da.

    • und wie könnte man das bitte Messen,

      dino49, vor 709 Tagen, 19 Stunden, 49 Minuten

      wenn man sich also meiner Meinung nach gerade im "neutralsten Bereich" befindet?

      Und fällt das schwarze Loch im Zentrum nicht unter "Masse", die sich dreht?
      (Jede Masse ist gleich eine Ladung; das Wort "Ladung" ...nicht im "schulischen Sinn"... eher "Gravitationsladung"...Gravitation=Magneteische Kraft=elemtare Ladung=...)

      Das Magnetfeld der Erde -als Stabmagnet=Uhrzeiger) könnte man sich also meiner Hyphothese nach als eine gyroskopische Eieruhr vorstellen, die 25000 Jahre braucht um einen vollständigen Kreis zu machen... allerdings bewegt sie sich zu den Stellungen 12 und 6 uhr exponentiell schneller "Schulversuch:drehenden Radreifen kippen!"... (allerdings wäre die stabile magn. Achse der Erde ohne andere Kräfte zum Mittelpunkt der Galaxie gerichtet und würde sich sonst nicht auch zusätzlich noch "vertikal" drehen)... das würde auch Erklären warum sich der magn.Nordpol zur Zeit beschleudingt richtung Nordpol bewegt!

      hat Herr funkelfels leicht eine "erleuchtendere Theorie" warum das Magnetfeld der Erde abnimmt und was der "Motor" seiner Bewegung ist? Bestimmt keine Magma-Ströme im Erdinneren; außer eben einer unterschiedl. Rotationsbewegung der Schalen insgesamt.

    • also mir gefällt die theorie

      dino49, vor 709 Tagen, 18 Stunden, 20 Minuten

      zumindest vereint sie die Astronomie, Geologie, .. und würde alles erklären!
      Was ich gesondert auf jenen Gebieten lese ist nämlich für mich Schwachsinn!

      Übrigens:
      Auch die Zunahme der Erdbebenhäufigkeit würde sie erklären.
      Die Achse des Kerns, der für das Magnetfeld der Erde verantwortlich ist, nähert sich der Rotationsachse der Erde an - sie werden sich zwar nicht decken GOTT sei Dank - aber die Masse auf dieser Achse beschleunigt und das führt dazu, dass die Induktion abnimmt.

      Ob es tatsächlich ein Galaxiemagnetfeld gibt, also ob oberhalb der "Wasseroberfläche" der Nordpol der Galaxie ist oder nicht... darüber könnte man diskutieren.

      Aber dass das Sonnensystem gerade im Begriff ist die "Wasseroberfläche=Äquator der Galaxie" zu durchstoßen, ist wohl ein Factum!

      Ich wünsche uns Courage und Glück! ;)

    • muriem, vor 709 Tagen, 10 Stunden, 41 Minuten

      "Magnetfeld!
      Erzeugt wird es durch die Bewegung der Massen..."

      Das ist einfach schon so was von ein Schachsinn.

    • Nichts kann Euch stoppen!

      manfredvogl, vor 709 Tagen, 6 Stunden, 51 Minuten

      Nichts kann Euch stoppen!
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      Nichts kann Euch stoppen!
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      Nichts kann Euch stoppen!
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      ...

      (-;